Kopfrechnen
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Unter Kopfrechnen versteht man das Lösen mathematischer Aufgaben im Kopf ohne das Benutzen von Hilfsmitteln.
Inhaltsverzeichnis
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* 1 Grundlagen
* 2 Zauberkunststücke
* 3 Echtes Kopfrechnen
* 4 Bekannte Kopfrechner
* 5 Rechentricks
o 5.1 Multiplikation mit 11
o 5.2 Multiplikation der Zahlen zwischen 10 und 20
* 6 Siehe auch:
* 7 Weblinks
Grundlagen [Bearbeiten]
Viele Menschen besitzen ein grundlegendes Wissen zum Thema Kopfrechnen, das sie in der Schule erworben haben. Normalerweise umfasst dieses Wissen das Ausführen einfacher Additions- und Subtraktionsaufgaben, das auswendig gelernte kleine Einmaleins und das Dividieren. Die Fähigkeit, im Kopf zu rechnen, kann trainiert werden.
Zauberkunststücke [Bearbeiten]
Bei einigen Veranstaltungen von Zauberkünstlern werden seltene besondere Fähigkeiten auf dem Gebiet des Kopfrechnens zur Schau gestellt. Meistens handelt es sich um das Hantieren mit besonders großen Zahlen. Oft stecken dahinter einfache mathematische Besonderheiten, die nur für die spezielle Aufgabe nutzbar sind. Sie sind beeindruckend, aber haben keinen Nutzen im täglichen Leben.
Echtes Kopfrechnen [Bearbeiten]
Nur selten werden Techniken zum allgemeinen Kopfrechnen angeboten. Dieses Gebiet umfasst normalerweise alle Funktionen, die ein durchschnittlicher Schultaschenrechner beherrschen muss. Eines der wenigen guten Werke auf diesem Gebiet ist das Buch Dead reckoning - Calculating without instruments von Ronald W. Doerfler, das bisher nicht ins Deutsche übersetzt wurde.
Bekannte Kopfrechner [Bearbeiten]
Zu den wenigen genialen Kopfrechnern zählen beispielsweise Prof. Aitkens, der Brite Robert Fountain (2-facher Weltmeister), die Niederländer Wim Klein und Jan van Koningsveld (2-facher Vizeweltmeister), Zacharias Dase, der Großmeister im Kopfrechnen Gert Mittring, der Zahlenkünstler Rüdiger Gamm und das Sprachengenie Hans Eberstark. In seinem Buch The great mental calculators beschreibt Smith noch weitere. Auch sogenannte Savants können durch besondere Fähigkeiten im Kopfrechnen (Kalenderrechnen, Wurzelaufgaben) oder durch ein enormes Gedächtnis (sie haben z. B. ganze Telefonbücher im Kopf) auffallen. Sie sind ansonsten geistig stark behindert und müssen in Heimen betreut werden.
Man kann den Titel Großmeister im Kopfrechnen erringen, wie z. B. Gert Mittring bei der 9. Mind Sports Olympiad 2005 in Manchester. Seit 2004 gibt es offizielle Weltmeisterschaften im Kopfrechnen, die alle 2 Jahre stattfinden, zuletzt am 04. November 2006 in Gießen.
Rechentricks [Bearbeiten]
Es gibt einige Methoden, um gewisse Rechnungen einfacher im Kopf durchzuführen. Um eine Multiplikation ohne auswendig gelerntes Einmaleins durchzuführen kann die Russische Bauernmultiplikation verwendet werden. Eine weitere Möglichkeit, um zwei Zahlen zu multiplizieren ist die Verwendung der binomischen Formel:
(x+y) \cdot (x-y)= x^2 - y^2
Um zwei Zahlen a und b zu multiplizieren, muss man sie nur in dieser Form darstellen:
a \cdot b= \left(\frac{a+b}{2}\right)^2 - \left(\frac{a-b}{2}\right)^2
Diese Formel, im Englischen Quarter Squares Rule genannt, kann aus der ersten und zweiten Binomischen Formel hergeleitet werden:
(a+b)^2 - (a-b)^2 = a^2 + 2 \cdot a \cdot b + b^2 - a^2 + 2 \cdot a \cdot b - b^2 = 4 \cdot a \cdot b
Daraus folgt
a \cdot b = \frac{(a+b)^2 - (a-b)^2}{4} = \frac{(a+b)^2}{4} - \frac{(a-b)^2}{4} = \left(\frac{a+b}{2}\right)^2 - \left(\frac{a-b}{2}\right)^2
Beispiel 18 \cdot 14?
Nach dieser Methode muss man nur das Quadrat von \frac{18 +14}{2} = 16 und von \frac{18 -14}{2} = 2 wissen. Da 162 = 256 und 22 = 4 ergibt sich mit obiger Formel
18 \cdot 14 = 16^2 - 2^2 = 256 - 4 = 252
Diese Methode ist einfach für jemanden, der die Quadratzahlen auswendig beherrscht. Falls beide Faktoren gerade oder ungerade sind, reicht es die Quadrate der natürlichen Zahlen zu wissen. Sehr einfach wird dies, wenn die Faktoren in der Nähe von Vielfachen von 10 liegen: Zum Beispiel:
18 \cdot 22 = (20)^2 - 2^2 = 400 - 4 = 396 .
Eine ebenfalls sehr einfache Methode für die Multiplikation von zweistelligen Zahlen unter 20 ist die folgende: Man addiert die hintere Ziffer der einen Zahl zur anderen Zahl und hängt eine Null an. Danach addiert man zu diesem Resultat das Produkt der beiden Einer-Ziffern:
14 \cdot 17 = (14+7) \cdot 10 + 4 \cdot 7 = 210 + 28 = 238
Ein weiterer Trick kann für die Quadrierung von Zahlen angewendet werden, die auf Fünf enden. Man multipliziert die Ziffer bzw. Zahl vor der Fünf mit ihrem Nachfolger und hängt einfach die 25 an.
Beispiel:
35 * 35 = 1225
Rechnung:
3 * (3 + 1) = 12
und die 25 anhängen ergibt 1225.
Multiplikation mit 11 [Bearbeiten]
Multiplikationen mit 11 sind ganz einfach. Man nimmt die erste Ziffer der Zahl und die letzte, dazwischen schreibt man die Summe der beiden Ziffern.
Also: 11 x 13 => die 1 der 13 ist die erste Ziffer, die 3 der 13 die letzte Ziffer und in die Mitte kommt 1 + 3.
1 1+3 3 = 143
Auch dreistellige Zahlen sind kein Problem: 123 * 11 => die 1 der 123 ist die erste Ziffer, die 3 der 123 die letzte Ziffer, dazwischen die beiden Summen aus 1+2 und 2+3.
1 1+2 2+3 3 = 1353
Multiplikation der Zahlen zwischen 10 und 20 [Bearbeiten]
Beispiel:
17 * 18 addiere zur 17 die 8, das sind 25. An die 25 wird eine Null angehängt, das ergibt 250. Jetzt nehme ich die 7 von der 17 und die 8 von der 18. Diese müssen multipliziert werden, also 7 * 8 = 56. Zu den oben ermittelten 250 addiere ich jetzt die 56 und das Ergebnis ist 306.
Anderes Beispiel:
16 * 13 Rechengang: 16+3= 19 19*10 (oder Null angehängt) ergibt 190. 3*6= 18 190 + 18 gleich 208
Sonntag, 19. August 2007
Freitag, 17. August 2007
Breakdance
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Dieser Artikel befasst sich mit der Tanzform Breakdance. Andere Bedeutungen sind das C64-Spiel und der Fahrgeschäftstyp, dessen Name sich an die Tanzform anlehnt.
Breakdancer, New York
Breakdancer, New York
Der Begriff Breakdance wurde in den 1980er Jahren von den Medien erfunden und bezeichnet eine Tanzform, die der afro- und puertoamerikanischen Jugend der 1970er Jahre entstammt und sich für den Laien hauptsächlich durch akrobatische Merkmale auszeichnet. Die ursprüngliche und unter vielen Tänzern (B-Boys/B-Girls, auch: Breaker) noch heute bevorzugte Bezeichnung lautet B-Boying. Zu Breakdance gehört auch Popping, Locking und Boogaloo.
Breakdancer beim Head Spin am Stephansplatz in Wien
Breakdancer beim Head Spin am Stephansplatz in Wien
Für viele Jugendliche bot Breakdance eine Alternative zu den sich in den Straßen der verarmten Stadtvierteln (Slums) organisierenden, kriminellen Gangs und gleichzeitig eine Perspektive, aus dem Alltagsleben des Ghettos zu entfliehen. Die Entstehung und Entwicklung des Breakdance ist als Element des Hip-Hop untrennbar mit dessen Kultur verbunden. Der Breakbeat ist ein aus dieser Kultur entstandener Rhythmus, der besonders durch Kool DJ Herc zu einem populären Musikstil dieser Generation wurde, und auch heute noch als Bestandteil des Old-School-Hip-Hop geschätzt wird. Beim Breakbeat wird der Instrumentalteil eines Musikstückes mittels zweier Plattenspieler und zweier gleicher Tracks künstlich verlängert, indem er wiederholt gespielt wird und dem Breaker dadurch eine optimale Rhythmusvorlage bietet. Hieraus entstammt auch das B in B-Boying, denn es steht für Break.
Inhaltsverzeichnis
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* 1 Formen des Breakdance
* 2 Elemente des Breakdance
* 3 Breakdance-Wettkämpfe
o 3.1 Battle of the Year
o 3.2 IBE
* 4 Literatur
* 5 Weblinks
o 5.1 Events
Formen des Breakdance
Breakdance-Gruppe in Kopenhagen
Breakdance-Gruppe in Kopenhagen
Breakdance lässt sich in folgende Tanzformen gliedern:
* Breaking/B-Boying (Ursprung in der South Bronx, NYC): Es kann prinzipiell zwischen sog. "Powermoves" und "Styles" unterschieden werden. Powermoves sind Drehungen auf allen denkbaren Körperpartien (z.B Kopfdrehung etc.) die beliebig miteinander kombiniert werden können. Styles setzen mehr auf den tänzerischen Aspekt des B-Boying als auf den akrobatischen, hauptsächlich zeichnen sich Styles durch sog. "Footworks" (Schritte) und "Freezes" (das Einfrieren einer Bewegung in einer Position) aus. Hierbei entwickeln die Tänzer eigenständig immer neue und technisch anspruchsvollere Bewegungsabläufe.
* Popping oder Electric Boogie oder Robot Dance (Ursprung in Fresno, Kalifornien)) stellt eine Form dar, „mechanische“ Bewegungen (ähnlich einem Roboter) auszuführen.
* Locking (Ursprung in L.A., Kalifornien) zeichnet sich durch wildes Gestikulieren aus, das dem Imitieren der Bewegungen von Marionetten- oder Comicfiguren nahe kommt.
Die beiden letzten, mittlerweile eigenständigen Formen, werden oft irrtümlicherweise zu Poplocking zusammengefasst. Die insbesondere Anfang der 1980er Jahre populären „illusionistischen Elemente“ des Electric Boogie waren klassischen Stil-Pantomimen der Schule Marcel Marceaus entlehnt, so Die Treppe, Der Blinde oder Der Marsch gegen den Wind (auf den zum Beispiel auch Michael Jacksons Moonwalk zurückgeht. Dieser Schritt ist eigentlich als Backslide bekannt und wurde von der aus Kalifornien stammenden Crew "The Electric Boogaloos" entwickelt.
Elemente des Breakdance
Das Breaking/B-Boying selbst umfasst mehrere Elemente:
* Brooklyn-Rocking/Battle-Rocking (Ursprung in Brooklyn, NY): Bei diesem Element des Breakings „bekämpft“ man den Kontrahenten mit (oft provozierender) Gestik.
* UpRocking/Toprocking beschreibt das Tanzen im Stand.
* Downrocking oder Footwork sind die Tanzschritte (Moves) am Boden.
* Powermoves sind die akrobatischen Elemente,(meist aber nicht unbedingt) die Drehungen um jede beliebige Achse einschließen. Die wichtigsten sind:
o Backspin- Der erste Powermove überhaupt(vorher existierten nur Top- und Downrocks). Vom Prinzip auch der einfachste. Man dreht sich auf den Schulterblätten.Es gibt viele Variationen z.B. den Backspin continued (man dreht sich durch Armbewegungen immer wieder an) oder der Belly Mile (man dreht sich über den Bauch wieder in den Backspin). Der Belly Mile ist die Vorübung zum Windmill.
o Head Spin - das Rotieren auf dem Kopf.
o Tracks - wie Head Spin, nur dass man nicht 90 Grad zwischen Körperachse und Boden einschließt, sondern lediglich ca. 45 und sich mit den Händen immer erneut vom Boden wegdrücken muss.
o Swipes - man steht auf Händen und Beinen am Boden mit dem Rücken nach unten und springt um seine Körperachse, wobei das Bein, das Schwung holt, den Boden nie berührt.
o Airtwist oder Airflare - ist eine volle Umdrehung um die eigene Körperachse. Dabei steht man im Handstand und springt eine Umdrehung in der Luft, um wieder auf den Händen zu landen. Der Unterschied zwischen Airtwist und Airflare besteht darin, dass die Körperlage bei Airtwist 90° beträgt hingegen bei Airflare ca 45° also ähnlich den Tracks.
o Ninety Nine- ist, wenn man im Handstand auf einer Hand steht und sich auf dieser Hand um die eigene Achse dreht.
o Ellbowspin - Wie Ninety, gedreht wird jedoch auf dem Ellenbogen.
o Two Thousander - wie Ninety, nur, dass man auf beiden Händen genau unter dem Kopf dreht.
o Handglide - Der Tänzer dreht liegender Weise auf einer Hand, den Ellenbogen seitlich des Bauches abgestützt.
o Crickets - Wie Handglide, die Drehung wird jedoch gesprungen während die andere Hand für die Balance sorgt.
o One Hand Hop - Wie Jump Turtle, nur einhändig.
o Hand Hops - Dies bezeichnet das Springen im Handstand.
o One Handed Hops - Dies bezeichnet das einhändige Springen im Handstand.
o Ellbow Hops - Ähnlich One Handed Hops, der Tänzer führt die Bewegung jedoch auf seinem Ellenbogen aus.
o Legrider - Drehung um die eigene Achse auf einem Bein.
o Windmills - Liegende Drehung um die eigene Achse, während die geöffneten Beine den Boden nicht berühren. Die Drehung erfolgt auf Schultern und oberen Rücken.
o Munchmills/Pinball - Wie Windmills, allerdings mit angezogenen Beinen.
o Flare - ist die gleiche Bewegung wie Flanken beim Turnen. Die gespreizten Beine umkreisen den sich auf den Händen haltenden Tänzer in geschwungener Weise.
* Freezes sind Posen, die der Tänzer einnimmt (kurz in der Bewegung verharrt und dabei eine möglichst eindrucksvoll aussehende Figur macht), um seine Abfolge von Tanzschritten (Set) abzuschließen oder um bestimmte Abschnitte in der Musik zu betonen. Es gibt normale Freezes wie den Crazy Legs/Chair Freeze (Ausnahmefreeze wird meistens auf einer Hand gestanden) oder den Baby Freeze bei denen man auf beiden Händen steht und das Gewicht des Körpers auf die Ellenbogen stützt. Außerdem gibt es Airfreezes (werden auch oft als Powermoves bezeichnet), bei denen der Tänzer z.B. auf einer Hand steht und dabei Posen mit den Füßen macht.Bei einem Airfreeze wird meist ein Bein mit der freien Hand festgehalten (manchmal aber auch beide).
Breakdance-Wettkämpfe
Bei sogenannten Breakdance-Battles treten einzelne Tänzer oder ganze Teams gegeneinander an, um ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. In abwechselnder Reihenfolge gilt es, den gegenüberstehenden Kontrahenten durch die eigene Darbietung zu übertrumpfen. Es gibt Verhaltensregeln während des Wettbewerbs. So führt z. B. das absichtliche Berühren des Gegners in den meisten Fällen zur Disqualifikation des Tänzers (Hintergrund der Regel ist eine Schießerei, die durch das Provozieren eines anderen Tänzers in den USA ausgelöst wurde). Bei organisierten Wettkämpfen entscheidet eine Wertungsgericht über den Sieger, welches zumeist selbst aus ehemaligen Tänzern besteht. International und national ausgetragene Wettkämpfe erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, vor allem das weltweite BOTY. Oft werden in Kombinationen mit anderen Elementen des Hip-Hop, wie z. B. Rap oder Graffiti, Outdoor-Events organisiert, die große Zuschauermengen anziehen.
Battle of the Year
Der größte Breakdance-Wettbewerb der Welt ist der Battle of the Year, kurz BOTY, in Deutschland, und wird jedes Jahr mit Mannschaften aus der ganzen Welt ausgetragen. Dabei wird höherer Augenmerk auf die Show einer Gruppe gelegt. Das BOTY ist in diesem Sinn kein normaler Breakdance-Wettbewerb, da alle Gruppen eine Show zeigen und nur die vier erstgereihten Crews gegeneinander battlen. Zu dem BOTY International gibt es Vorausscheidungen, die weltweit durchgeführt werden und auch vom BOTY-Team in Deutschland organisiert werden. Die Gewinner dieser Vorentscheidungen reisen dann, mit finanzieller Abgeltung der Reisekosten, nach Deutschland zum BOTY International.
IBE
Zu einem der wichtigsten internationalen Battles ist mittlerweile das IBE (International Breakdance Event) herangewachsen. Das jährlich in Rotterdam stattfindende IBE schafft es wie keine andere Veranstaltung sowohl die weltbesten Tänzer aus aller Welt miteinander in toller Atmosphäre tanzen. Zumeist werden die Tänzer in Gruppen eingeteilt, z. B. „US BBoys“ oder „Korean BBoys“. Vor allem der lockere Charakter zeichnet das IBE aus, welches 2006 jedoch abgesagt werden musste.
Zu den bekanntesten Breakdance-Wettbewerben gehören Freestyle Session, Battle Of The Year, Mighty 4,Redbull Beat Battle, Redbull BC One, The Notorious IBE, B-Boy Summit, UK B-Boy Championships, und World B-Boy Championships. Vor allem in den USA gibt es des Öfteren sehr große Outdoor-Events.
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Dieser Artikel befasst sich mit der Tanzform Breakdance. Andere Bedeutungen sind das C64-Spiel und der Fahrgeschäftstyp, dessen Name sich an die Tanzform anlehnt.
Breakdancer, New York
Breakdancer, New York
Der Begriff Breakdance wurde in den 1980er Jahren von den Medien erfunden und bezeichnet eine Tanzform, die der afro- und puertoamerikanischen Jugend der 1970er Jahre entstammt und sich für den Laien hauptsächlich durch akrobatische Merkmale auszeichnet. Die ursprüngliche und unter vielen Tänzern (B-Boys/B-Girls, auch: Breaker) noch heute bevorzugte Bezeichnung lautet B-Boying. Zu Breakdance gehört auch Popping, Locking und Boogaloo.
Breakdancer beim Head Spin am Stephansplatz in Wien
Breakdancer beim Head Spin am Stephansplatz in Wien
Für viele Jugendliche bot Breakdance eine Alternative zu den sich in den Straßen der verarmten Stadtvierteln (Slums) organisierenden, kriminellen Gangs und gleichzeitig eine Perspektive, aus dem Alltagsleben des Ghettos zu entfliehen. Die Entstehung und Entwicklung des Breakdance ist als Element des Hip-Hop untrennbar mit dessen Kultur verbunden. Der Breakbeat ist ein aus dieser Kultur entstandener Rhythmus, der besonders durch Kool DJ Herc zu einem populären Musikstil dieser Generation wurde, und auch heute noch als Bestandteil des Old-School-Hip-Hop geschätzt wird. Beim Breakbeat wird der Instrumentalteil eines Musikstückes mittels zweier Plattenspieler und zweier gleicher Tracks künstlich verlängert, indem er wiederholt gespielt wird und dem Breaker dadurch eine optimale Rhythmusvorlage bietet. Hieraus entstammt auch das B in B-Boying, denn es steht für Break.
Inhaltsverzeichnis
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* 1 Formen des Breakdance
* 2 Elemente des Breakdance
* 3 Breakdance-Wettkämpfe
o 3.1 Battle of the Year
o 3.2 IBE
* 4 Literatur
* 5 Weblinks
o 5.1 Events
Formen des Breakdance
Breakdance-Gruppe in Kopenhagen
Breakdance-Gruppe in Kopenhagen
Breakdance lässt sich in folgende Tanzformen gliedern:
* Breaking/B-Boying (Ursprung in der South Bronx, NYC): Es kann prinzipiell zwischen sog. "Powermoves" und "Styles" unterschieden werden. Powermoves sind Drehungen auf allen denkbaren Körperpartien (z.B Kopfdrehung etc.) die beliebig miteinander kombiniert werden können. Styles setzen mehr auf den tänzerischen Aspekt des B-Boying als auf den akrobatischen, hauptsächlich zeichnen sich Styles durch sog. "Footworks" (Schritte) und "Freezes" (das Einfrieren einer Bewegung in einer Position) aus. Hierbei entwickeln die Tänzer eigenständig immer neue und technisch anspruchsvollere Bewegungsabläufe.
* Popping oder Electric Boogie oder Robot Dance (Ursprung in Fresno, Kalifornien)) stellt eine Form dar, „mechanische“ Bewegungen (ähnlich einem Roboter) auszuführen.
* Locking (Ursprung in L.A., Kalifornien) zeichnet sich durch wildes Gestikulieren aus, das dem Imitieren der Bewegungen von Marionetten- oder Comicfiguren nahe kommt.
Die beiden letzten, mittlerweile eigenständigen Formen, werden oft irrtümlicherweise zu Poplocking zusammengefasst. Die insbesondere Anfang der 1980er Jahre populären „illusionistischen Elemente“ des Electric Boogie waren klassischen Stil-Pantomimen der Schule Marcel Marceaus entlehnt, so Die Treppe, Der Blinde oder Der Marsch gegen den Wind (auf den zum Beispiel auch Michael Jacksons Moonwalk zurückgeht. Dieser Schritt ist eigentlich als Backslide bekannt und wurde von der aus Kalifornien stammenden Crew "The Electric Boogaloos" entwickelt.
Elemente des Breakdance
Das Breaking/B-Boying selbst umfasst mehrere Elemente:
* Brooklyn-Rocking/Battle-Rocking (Ursprung in Brooklyn, NY): Bei diesem Element des Breakings „bekämpft“ man den Kontrahenten mit (oft provozierender) Gestik.
* UpRocking/Toprocking beschreibt das Tanzen im Stand.
* Downrocking oder Footwork sind die Tanzschritte (Moves) am Boden.
* Powermoves sind die akrobatischen Elemente,(meist aber nicht unbedingt) die Drehungen um jede beliebige Achse einschließen. Die wichtigsten sind:
o Backspin- Der erste Powermove überhaupt(vorher existierten nur Top- und Downrocks). Vom Prinzip auch der einfachste. Man dreht sich auf den Schulterblätten.Es gibt viele Variationen z.B. den Backspin continued (man dreht sich durch Armbewegungen immer wieder an) oder der Belly Mile (man dreht sich über den Bauch wieder in den Backspin). Der Belly Mile ist die Vorübung zum Windmill.
o Head Spin - das Rotieren auf dem Kopf.
o Tracks - wie Head Spin, nur dass man nicht 90 Grad zwischen Körperachse und Boden einschließt, sondern lediglich ca. 45 und sich mit den Händen immer erneut vom Boden wegdrücken muss.
o Swipes - man steht auf Händen und Beinen am Boden mit dem Rücken nach unten und springt um seine Körperachse, wobei das Bein, das Schwung holt, den Boden nie berührt.
o Airtwist oder Airflare - ist eine volle Umdrehung um die eigene Körperachse. Dabei steht man im Handstand und springt eine Umdrehung in der Luft, um wieder auf den Händen zu landen. Der Unterschied zwischen Airtwist und Airflare besteht darin, dass die Körperlage bei Airtwist 90° beträgt hingegen bei Airflare ca 45° also ähnlich den Tracks.
o Ninety Nine- ist, wenn man im Handstand auf einer Hand steht und sich auf dieser Hand um die eigene Achse dreht.
o Ellbowspin - Wie Ninety, gedreht wird jedoch auf dem Ellenbogen.
o Two Thousander - wie Ninety, nur, dass man auf beiden Händen genau unter dem Kopf dreht.
o Handglide - Der Tänzer dreht liegender Weise auf einer Hand, den Ellenbogen seitlich des Bauches abgestützt.
o Crickets - Wie Handglide, die Drehung wird jedoch gesprungen während die andere Hand für die Balance sorgt.
o One Hand Hop - Wie Jump Turtle, nur einhändig.
o Hand Hops - Dies bezeichnet das Springen im Handstand.
o One Handed Hops - Dies bezeichnet das einhändige Springen im Handstand.
o Ellbow Hops - Ähnlich One Handed Hops, der Tänzer führt die Bewegung jedoch auf seinem Ellenbogen aus.
o Legrider - Drehung um die eigene Achse auf einem Bein.
o Windmills - Liegende Drehung um die eigene Achse, während die geöffneten Beine den Boden nicht berühren. Die Drehung erfolgt auf Schultern und oberen Rücken.
o Munchmills/Pinball - Wie Windmills, allerdings mit angezogenen Beinen.
o Flare - ist die gleiche Bewegung wie Flanken beim Turnen. Die gespreizten Beine umkreisen den sich auf den Händen haltenden Tänzer in geschwungener Weise.
* Freezes sind Posen, die der Tänzer einnimmt (kurz in der Bewegung verharrt und dabei eine möglichst eindrucksvoll aussehende Figur macht), um seine Abfolge von Tanzschritten (Set) abzuschließen oder um bestimmte Abschnitte in der Musik zu betonen. Es gibt normale Freezes wie den Crazy Legs/Chair Freeze (Ausnahmefreeze wird meistens auf einer Hand gestanden) oder den Baby Freeze bei denen man auf beiden Händen steht und das Gewicht des Körpers auf die Ellenbogen stützt. Außerdem gibt es Airfreezes (werden auch oft als Powermoves bezeichnet), bei denen der Tänzer z.B. auf einer Hand steht und dabei Posen mit den Füßen macht.Bei einem Airfreeze wird meist ein Bein mit der freien Hand festgehalten (manchmal aber auch beide).
Breakdance-Wettkämpfe
Bei sogenannten Breakdance-Battles treten einzelne Tänzer oder ganze Teams gegeneinander an, um ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. In abwechselnder Reihenfolge gilt es, den gegenüberstehenden Kontrahenten durch die eigene Darbietung zu übertrumpfen. Es gibt Verhaltensregeln während des Wettbewerbs. So führt z. B. das absichtliche Berühren des Gegners in den meisten Fällen zur Disqualifikation des Tänzers (Hintergrund der Regel ist eine Schießerei, die durch das Provozieren eines anderen Tänzers in den USA ausgelöst wurde). Bei organisierten Wettkämpfen entscheidet eine Wertungsgericht über den Sieger, welches zumeist selbst aus ehemaligen Tänzern besteht. International und national ausgetragene Wettkämpfe erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, vor allem das weltweite BOTY. Oft werden in Kombinationen mit anderen Elementen des Hip-Hop, wie z. B. Rap oder Graffiti, Outdoor-Events organisiert, die große Zuschauermengen anziehen.
Battle of the Year
Der größte Breakdance-Wettbewerb der Welt ist der Battle of the Year, kurz BOTY, in Deutschland, und wird jedes Jahr mit Mannschaften aus der ganzen Welt ausgetragen. Dabei wird höherer Augenmerk auf die Show einer Gruppe gelegt. Das BOTY ist in diesem Sinn kein normaler Breakdance-Wettbewerb, da alle Gruppen eine Show zeigen und nur die vier erstgereihten Crews gegeneinander battlen. Zu dem BOTY International gibt es Vorausscheidungen, die weltweit durchgeführt werden und auch vom BOTY-Team in Deutschland organisiert werden. Die Gewinner dieser Vorentscheidungen reisen dann, mit finanzieller Abgeltung der Reisekosten, nach Deutschland zum BOTY International.
IBE
Zu einem der wichtigsten internationalen Battles ist mittlerweile das IBE (International Breakdance Event) herangewachsen. Das jährlich in Rotterdam stattfindende IBE schafft es wie keine andere Veranstaltung sowohl die weltbesten Tänzer aus aller Welt miteinander in toller Atmosphäre tanzen. Zumeist werden die Tänzer in Gruppen eingeteilt, z. B. „US BBoys“ oder „Korean BBoys“. Vor allem der lockere Charakter zeichnet das IBE aus, welches 2006 jedoch abgesagt werden musste.
Zu den bekanntesten Breakdance-Wettbewerben gehören Freestyle Session, Battle Of The Year, Mighty 4,Redbull Beat Battle, Redbull BC One, The Notorious IBE, B-Boy Summit, UK B-Boy Championships, und World B-Boy Championships. Vor allem in den USA gibt es des Öfteren sehr große Outdoor-Events.
BMX
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BMX ist die Abkürzung für Bicycle MotoCross. Das X steht einerseits für das englische Wort cross (Kreuz), andererseits ist auch das verb to cross gemeint, das auf deutsch durchfahren/überqueren heißt. BMX bezeichnet eine Ende der 1960er in den USA entstandene Sportart, die es dem Sportler gestattet, auf einem 20″-Fahrrad (20-Zoll-Laufräder) viele verschiedene Tricks oder Stunts auszuführen. Der Vorläufer des BMX war Anfang der 1960er Jahre das sog. „Sting-Ray“ (Stachelrochen) Fahrrad, welches in weiterentwickelter Form in den 1970ern als Bonanzarad nach Europa kam. Bereits mit diesen „Sting-Rays“ trugen die Jugendlichen in den USA, einen mit Sprüngen und Steilkurven versehenen, etwa 400 Meter langen Sandkurs im Kopf-an-Kopf-Rennen gegen sieben Kontrahenten aus. Da die Fahrräder für diesen harten Einsatz eigentlich nicht konzipiert waren, entwickelte man statisch stabilere Rahmen - behielt den hohen Lenker und das 20-Zoll Felgenmaß bei - das erste „echte“ BMX war geboren. BMX-Räder waren Anfang der 1980er Jahre bei Kindern und Jugendlichen als Fahrrad sehr in Mode.
Inhaltsverzeichnis
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* 1 Disziplinen
o 1.1 Race
o 1.2 Freestyle
+ 1.2.1 Tricks
o 1.3 Grinds
* 2 Das BMX-Rad
o 2.1 Laufräder, Felgen
o 2.2 Speichen
o 2.3 Naben und Achsen
o 2.4 Rahmen, Gabel, Kurbel
o 2.5 Pedale
o 2.6 Bremsen
* 3 BMX heute
o 3.1 Bekannte BMX-Fahrer
o 3.2 Medien
o 3.3 Wettbewerbe
o 3.4 Literatur
* 4 Weblinks
Disziplinen
Aus der ursprünglichen Form des BMX-Sports entstanden die zwei Disziplinen Race und Freestyle.
Race
Erste Runde des BMX-Rennens (Race) European BMX Championship in Sainte Maxime, Frankreich am 23. April 2005
Erste Runde des BMX-Rennens (Race) European BMX Championship in Sainte Maxime, Frankreich am 23. April 2005
Seinen Anfang nahm der BMX-Rennsport wohl überall auf der Welt, wo Kinder und Jugendliche sich abseits von Straßen im Gelände mit ihren Rädern die ersten Rennen lieferten, über Hügel sprangen und versuchten, es den Motocross Fahrern auf ihren Motorrädern gleichzutun. Die ersten Bahnen wurden wohl in Kalifornien Anfang der siebziger Jahre gebaut, und so entwickelte sich der BMX-Rennsport von seinen Anfängen bis zum heutigen Tag kontinuierlich weiter. Die Bahnen wurden anspruchsvoller, mit größeren und technisch schwieriger zu fahrenden Hindernissen, betonierten Kurven und Starthügeln, bis hin zu Flutlichtanlagen und Tribünen. In Deutschland entstanden die ersten BMX-Bahnen in Bremen, Remagen, Magstadt, Schweinfurt, Sand und Erlangen, wobei die Bahnen in Bremen und Erlangen bis heute existieren und immer noch zu den besten Deutschlands zählen. Im Jahr 2005 ist die Anzahl der Bahnen in Deutschland zwar nicht mehr so hoch wie in der Blütezeit des BMX-Sports Mitte der 1980er Jahre, aber die bestehenden Anlagen wie z. B. Kolbermoor, Betzingen, Königsbrunn, Weilheim, Weiterstadt, Bremen, Bispingen und Plessa zeichnen sich durch einen hohen Anspruch und ständige Weiterentwicklung aus.
Die deutschen Racer zählten Mitte der achtziger Jahre zu den besten Europas, und Namen wie Uwe Sturm, Andreas Tittmann, Ivi Vidakovic, Uli Maurer, Bert Rückert, Rainer Schadowski, Oli Kienzle, Heiko Hirzbruch, Markus Blau, und Alex Bohnenstengel erreichten vordere Plätze bei internationalen Wettkämpfen.
In den Neunzigern waren es Elitefahrer wie Frank Brix, Steffen Lehman, Jochen Beurer, Tim Simon, Kai Lehmann und Kerstin Munski, die den deutschen Rennsport international erfolgreich vertraten.
Im Jahr 2007 sind es mit Sicht auf die Olympischen Spiele 2008 Fahrer wie Markus Huber, Florian Ludewig, Simon Schirle und Maik Baier, die versuchen gegen die starken Nationen wie Frankreich, Amerika, die Schweiz, Holland und Tschechien zu bestehen.
Freestyle
Später entstand das etwas freiere Fahren mit dem BMX-Rad, bei dem es nur noch um die Tricks, den dazu benötigten Mut und die Geschicklichkeit, und nicht mehr nur um die Geschwindigkeit wie beim Race ging. Die vor allem durch die X-Games bekannt gewordene Disziplin Freestyle gliedert sich in folgende Teildisziplinen:
* Vert: Es wird in einer aus dem Skateboarding bekannten Halfpipe gefahren.
* Flatland: Diese Art erinnert an modernes Kunstradfahren mit Ziel einer ästhetischen Abfolge verschiedenster spezieller Trickkombinationen auf der ebenen Fläche.
* Street: Die wohl beliebteste Disziplin, in der auf allem gefahren wird, was man auf der Straße findet. Dazu gehören Treppengeländer, Kunstwerke und Hauswände.
* Dirtjump/Trails: In diesem Fall springen die Fahrer über Erdhügel und machen Tricks in der Luft. Die Fahrer fahren ohne Pegs.
* Park: Gefahren wird auf einer eingegrenzten Fläche, auf der Rampen, Sprünge und andere Hindernisse aufgebaut sind. Die Reihenfolge, in der Hindernisse benutzt werden, ist nicht festgelegt. Der Park ist die organisierte Form des Street-Fahrens.
Die einzelnen Disziplinen gehen teilweise stark ineinander über, d. h. man kann z. B. Tricks aus Dirt auch beim Park-Fahren machen, wobei es für Flatland von Vorteil ist, ein spezielles BMX zu fahren, dessen Rahmen einen kürzeren Radstand hat.
BMX-Fahrer springt mit Hinterrad an ein Hindernis. Diesen Trick nennt man Abubaca
BMX-Fahrer springt mit Hinterrad an ein Hindernis. Diesen Trick nennt man Abubaca
ein BMXer rutscht auf seinen Pegs eine Mauer herunter, im BMXer-Jargon ein so genannter 50-50-Grind
ein BMXer rutscht auf seinen Pegs eine Mauer herunter, im BMXer-Jargon ein so genannter 50-50-Grind
Tricks
Beliebte bzw. bekannte Tricks sind z. B.:
* X-up: man dreht den Lenker im Flug um 180° ohne dabei los zu lassen – die Arme bilden ein X. (siehe Bild ganz oben)
* Barspin: Lenker loslassen und ihn dabei um 360° drehen.
* Abubaca: Eine Rampe hochfahren und mit dem Hinterrad auf dem so genannten Coping (englisch für Mauerkrone, wobei ein Rohr gemeint ist, welches meistens zwischen Rampenplattform und Rundung angebracht wird) landen, nachdem man in die Luft gesprungen ist. Danach springt man rückwärts (fakie) zurück in die Rampe.
* Fufanu: ähnlich dem Abubaca, jedoch springt man vom Coping nicht rückwärts zurück, sondern dreht sich im Sprung um 180°, um regulär weiterfahren zu können.
* Tabletop: das Rad wird in der Luft „auf die Seite gelegt“.
* 180°: Drehung in der Luft um 180° um die eigene Achse.
* 360°: man dreht sich in der Luft um 360°.
* Backflip: man macht einen Rückwärtssalto in der Luft.
* Flair: man macht einen Backflip mit einem 180°.
* Frontflip: man machte einen Vorwärtsalto in der Luft.
* Tailwhip: man hält den Lenker fest und dreht das restliche Fahrrad um 360° bis man es wieder „fangen“ kann.
* Superman: Die Beine werden nach hinten lang durchgestreckt, so dass der Körper eine Linie bildet und man sich nur noch mit den Armen festhält.
* Turndown: Das Rad wird seitlich eingedreht, d. h. man streckt die Beine durch und dreht den Hinterbau und den Lenker ca. 90° in entgegengesetzte Richtung, bestenfalls ist das Vorderrad mit dem Hinteren auf einer Linie, das Rad steht dabei steil in der Luft sodass man nach unten guckt.
* Crankflip: Man springt kurz vom Rad ab (meistens in der Luft) und lässt durch eine kurze Bewegung der Füße beim Absprung die Kurbel einmal (rückwärts) rotieren bis sie wieder horizontal steht und man mit den Füßen auf den Pedalen landen kann.
* Endo: Man bremst aus der Fahrt mit der Vorderradbremse, um nur auf dem Vorderrad zu balancieren. Im Idealfall kann man den Endo mehrere Sekunden lang halten und dabei das Hinterrad besonders hoch halten. Er ist die Basis für viele Tricks im Street-Bereich. Eine besondere Variante ist der Curb Endo, bei dem man auf einen Bordstein zufährt und erst im letzten Moment die Bremse zieht, sodass man genau vor der Kante balanciert.
Außerdem gibt es noch sog. „liptricks“ d. h. sie werden an Kanten (copings) von Rampen ausgeführt.Hierzu zählen u. a. die meisten Grinds (Jumpover Grinds ausgenommen), sowie z. B.:
* Tailtap: wie Fufanu, aber auf der Rampenplattform
* 540°-Tailtap: man dreht sich im Tailtap um 540°
* Nosepick: das gleiche wie Tailtap, aber auf dem Vorderrad
* Footjam Nosepick:Nosepick ohne Vorderbremse, dafür muss der Fuß herhalten
* Desaster: man dreht sich um 180° und landet mit dem Kettenblatt auf dem Coping
* Nosepick Tailwhip: wie der Name sagt, ein Tailwhip während eines Nosepicks
Natürlich können sämtliche Liptricks auch kombiniert und verbunden werden, außerdem sind Feeble-, Doublepeg-, und X-upgrind an Quarterpipes auch ohne Pegs auf der Pedale möglich.
Für mehr Tricks siehe Dirtjump.
Grinds
Grinds sind Tricks, die man auf Pegs (den achsverlängernden Stangen an Vorder- und Hinterrad) ausführt. Bei den Namen der Grinds wird oft das „-grind“ am Ende weggelassen, da es für Kenner überflüssig ist. Gegrindet wird hauptsächlich im Street-Bereich.
* Feeble: Vorderrad auf der Ledge (Mauer) und hinteres Peg auf der Ledge. Nicht ins Deutsche übersetzbar, da dieser Trick aus dem Skateboarden kommt, dort ist die vordere Achse auch auf dem Curb bzw. über dem Rail.
* Smith: Hinterrad auf der Ledge und vorderes Peg auf der Ledge. Nicht ins Deutsche zu übersetzen, auch dieser Trick kommt aus dem Skateboarding, der Erfinder dieses Tricks hieß ganz einfach Smith.
* Icepick: Vorderrad in der Luft und das hintere Peg auf der Ledge. Auf Deutsch: Eispickelgrind, da man aussieht als würde man wie ein Eispickel über das Rail oder die Ledge rutschen.
* Toothpick: Hinterrad in der Luft und das vordere Peg auf der Ledge. Auf Deutsch: Zahnrutsch, da man mit dem vorderen Teil tiefer als der hintere Teil ist.
* Hangover Toothpick: Wie Toothpick, nur dass das Hinterrad auf der andere Seite der Ledge hängt. Auf deutsch: Häng über Zahnrutsch, da man mit dem vorderen Teil tiefer hängt als mit dem hinteren Teil.
* 50-50 oder auch Double Peg Grind: Beide Pegs einer Seite auf der Ledge. Auf deutsch heißt dies Doppelpegrutsch.
* X-up Grind ein 50-50 mit um 180° gedrehtem Lenker, man muss den X-up dabei „falschherum“ machen, da man sonst sehr schlecht aus dem Grind herauskommt
* Pedalgrind: Man grindet nur auf dem Pedal. Pedalgrind heißt auf deutsch Pedalrutsch.
* Crankarmslide: Man grindet auf der Kurbel. Crankarmslide heißt auf deutsch Kurbelarmrutsch.
* Crooked: Man grindet zum Beispiel mit dem vorderen rechten Peg und dem hinteren linken Peg. Man kommt in diese Stellung, indem man das Vorderrad auf die andere Seite des Rails hebt. Er heißt Crooked, die deutsche Übersetzung heißt krumm, da das BMX krumm auf dem Rail hängt.Dieser Grind wird eigentlich nur an Rails ausgeführt, da eine Ledge meist zu breit ist.
* Overcrooked: Wie Crooked, nur dass man anstatt dem Vorderrad das Hinterrad auf die andere Seite hebt. Er heißt Overcrooked, da man nur einen Jump Over Crooked ausführt.
* Dann gibt es noch die so genannten Jump Over Grinds bei denen man meist über das Rail springt, da eine Ledge oder ein Curb zu breit dafür ist. Rein theoretisch kann jeder Grind als Jump Over ausgeführt werden, doch je höher das Rail wird und je schwieriger der Grind allein schon ist, desto unmöglicher bzw. besser wird er als Jump Over Grind. Zum Beispiel ist ein Jump Over Icepick bedeutend schwerer als ein Jump Over 50 50, weil man sich bei einem Jump Over Icepick nicht zu weit nach unten oder oben lehnen darf und man sich noch genug zum Rail hin lehnen muss, damit man nicht herunter fällt.
* Grindgegenstände: Gegrindet wird nur auf Curbs (Mauern die nicht eine Treppe runterführen.), Ledges (Mauern, die an einer Treppe herunterführen), Handrails (Geländer, die an einer Treppe herunterführen) und an Flatrails (Geländer oder Stangen, die nicht an einer Treppe stehen).
Das BMX-Rad
Entstanden ist das BMX-Rad, als sich Jugendliche in den USA für den Motocross-Sport interessierten und sich entweder keine Maschine leisten konnten oder schlicht zu jung dafür waren. Kleine Fahrräder wurden mit Motorradlenkern ausgestattet und bekamen entsprechende Bereifung.
Laufräder, Felgen
Die Laufräder haben bei den ursprünglichen und auch heute meistens gefahrenen BMX-Rädern einen Durchmesser von 20 Zoll. Es gibt allerdings auch einige mit 24-Zoll-Rädern, die dann BMX-Cruiser genannt werden.
Die Felgen sind, sofern sie aus Aluminium und nicht aus Stahl sind, meistens schwarz eloxiert oder poliert um sie beständiger gegen Korrosion und Abrieb zu machen. Polierte Felgen haben den Vorteil, dass die Bremsen auf ihnen besser greifen. Billigere Felgen, die häufig aus Stahl gefertigt sind, werden teilweise lackiert oder verchromt, um die hochwertigere Eloxierung/Polierung vorzutäuschen.
Die Aluminiumfelgen enthalten meistens mehrere Hohlkammern, also vertikale oder horizontale Wände in Laufrichtung zur Versteifung des eigentlich recht weichen Aluminiums. Daher sind die mit Hohlkammern versehenen Aluminiumfelgen insgesamt verwindungssteifer als Stahlfelgen, obwohl sie das gleiche oder ein geringeres Gewicht haben.
Speichen
Die Anzahl der Speichen ist für Fahrräder recht hoch. Üblich sind bei Freestyle-Rädern 36 oder 48 Stahlspeichen, die 3- oder 4-fach gekreuzt werden. Mittlerweile fahren viele Fahrer, besonders im Street-Bereich, vorne 36 und hinten 36 oder 48 Speichen, um Gewicht zu sparen. Weil bei Flatland-Rädern kaum Antriebskräfte über die Speichen übertragen werden, werden die Laufräder speziell für diese Disziplin meistens radial eingespeicht, um die laterale Steifigkeit des Laufrades zu erhöhen.
mit dem Vorderrad und dem hinteren Peg auf der Mauer grindet (rutscht) ein BMX-Fahrer den so genannten Feeble-Grind
mit dem Vorderrad und dem hinteren Peg auf der Mauer grindet (rutscht) ein BMX-Fahrer den so genannten Feeble-Grind
Naben und Achsen
Auch die Naben sind äußerst stabil und laufen auf Stahlachsen von 10 oder 14 mm Durchmesser. Die Achsen sind teilweise durchbohrt, um ihr Gewicht zu reduzieren. Es gibt Naben, mit denen man rückwärts fahren kann, ohne gleichzeitig nach hinten treten zu müssen. Diese werden oft im Flatland-Bereich verwendet und nennen sich Freecoaster. Eine Schaltung haben BMX-Räder nicht. Die Übersetzung lässt sich nur durch Austauschen der teils aufgeschraubten Ritzel, der gesamten Nabe oder des Kettenblatts ändern.
Rahmen, Gabel, Kurbel
Im Bereich des Race bestehen die Fahrradrahmen meistens aus Aluminium, was zu einem sehr geringen Gewicht führt und trotzdem ausreichend stabil für die dort auftretenden Belastungen ist. Beim Freestyle wird entweder HiTen-Stahl, oder die Stahllegierung CrMo als Rahmenwerkstoff und für die stärker beanspruchten Teile, wie Gabel und Kurbeln verwendet. HiTen ist nicht so stabil, was dazu führt, dass mehr Stahl verwendet werden muss. Dadurch wird das Rad schwerer, weshalb die meisten geübteren Fahrer ausschliesslich CrMo fahren. In den letzten Jahren wird auch verstärkt sog. „butted“ oder „fluted“ Rohr verwendet, d. h. die Rohre haben keine durchgehend gleiche Wandstärke, sondern je nach Beanspruchung unterschiedliche Dicken an verschiedenen Stellen. Dieses Verfahren spart Gewicht ohne Stabilitätseinbußen, wird aber aufgrund des Fertigungsaufwands nur bei hochwertigen CrMo-Rahmen, -Gabeln und -Lenkern angewandt. HiTen wird in Anfänger-Rädern verwendet, da es nicht so hochwertig und dadurch nicht so teuer ist. Das Kettenblatt ist bei Freestyle-BMX-Rädern meistens aus dickem, häufig durchbohrtem Aluminium gefertigt. Einige Teile wie Kurbelachsen, Ritzel, Pegs und Lenkerenden werden auch aus Titanlegierungen gefertigt.
Pedale
Die Pedale sind recht groß und robust, jedoch fast immer aus Aluminium, teils auch aus Magnesium, welches sich durch sein geringes Gewicht auszeichnet. Um besseren Halt zu bieten sind sie bei teureren Modellen mit austauschbaren Stahlstiften versehen. Günstigere Modelle haben meist BB-Kugellager, teurere Modelle die langlebigeren SB-Kugellager.
Bremsen
Verwendet werden im Freestyle-Bereich meistens so genannte U-Brakes, die U-förmig um das Rad greifen. Sie haben keine optimale Bremsleistung, stehen aber nicht so weit vom Rahmen ab, wodurch sie bei Stürzen und Hängenbleiben an Gegenständen mehr aushalten und lassen sich außerdem sehr gut dosieren. Zur Verbesserung der Bremsleistung werden mit Teflon beschichtete Bowdenzüge verwendet und, je nach Vorliebe des Fahrers, verschiedene Vorrichtungen, um das Drehen des Lenkers zu ermöglichen. Für die Vorderradbremse wird das Bremskabel hierfür durch den Gabelschaft geleitet und von unten an die Bremse angeschlossen. Die Kabel der Hinterbremse teilen sich kurz nach dem Bremshebel und werden in ein unterhalb des Vorbaus angebrachtes Kugellager (das „Rotor“ genannt wird) geleitet, das bei Betätigung der Bremse auf dem Gabelschaft auf- und abwandert. Als bessere Alternative wird auch ein langes Bremskabel verwendet. Die Anzahl der Bremsen sowie die Nutzung solcher Vorrichtungen hängt vom Einsatzbereich und den Vorlieben des Fahrers ab. Streetfahrer haben meistens gar keine oder nur eine Hinterbremse, die über ein langes Kabel mit dem Bremshebel verbunden ist. Dieses ermöglicht das Drehen des Lenkers um 360 Grad und ist sehr wartungsarm. Rampenfahrer sind oft mit zwei Bremsen und einem Rotor anzutreffen und Flatlander fahren meistens keine oder nur eine Vorderradbremse, deren Kabel durch die Gabel verlegt ist.
Im Race-Bereich werden V-Brakes verwendet.
Die inzwischen auch bei Fahrrädern üblichen Scheibenbremsen werden bei BMX-Rädern nicht verwendet, da sie sehr anfällig gegen Verbiegen sind.
Viele Freestyler fahren auch ohne Bremsen, da sie die Bremshebel oft als störend empfinden. Sie bremsen mit den Schuhen, die sie an der Gabel anlegen und dann mit den Fußballen auf den Reifen drücken. Dies hat den Nachteil, dass das Profil der Reifen und der Schuhe abgerieben wird.
BMX heute
Ein BMX-Fahrer springt über eine Frau
Ein BMX-Fahrer springt über eine Frau
BMX trat unter anderem im sehr bekannt gewordenen Film E.T. in Erscheinung, und gewann 1996 durch die amerikanischen Extreme Games (später X-Games) weiter an Popularität. Heute hat sich der Sport mit zwei internationalen, von Fahrern organisierten und akzeptierten Wettbewerbsserien etabliert und wird von einer ganzen Industrie getragen, die sich weitgehend vom konventionellen Fahrradmarkt abgeschottet hat und zum Großteil von Fahrern selbst betrieben wird.
Bekannte BMX-Fahrer
Einer der wichtigsten BMX-Fahrer, der die Sportart in einigen Bereichen revolutioniert hat, ist Mat Hoffman. Der Amerikaner aus Oklahoma City hat eine Vielzahl an Tricks erfunden und auf dem Höhepunkt seiner Karriere nahezu alle Wettbewerbe gewonnen. Heute ist Hoffman Inhaber der BMX-Marke Hoffman Bikes. Zu den bekannten Persönlichkeiten des BMX-Sports zählen neben Mat Hoffman auch Eddie Fiola, Dave Mirra, Dennis McCoy und Edwin Delarosa.
Aus Deutschland kommende bekannte Fahrer sind z. B. Timo Pritzel (fährt inzwischen Mountainbike), Markus Wilke, Giovanni Vecchio (Italian Stallion), Olaf „the Rocket“ Klein, Tobias Wicke (Minirampe, Street, Park und auch schon mal Dirt) und im Flatland z. B. Frank Lukas und Michael Steingräber.
In Österreich sind Benno Hankowitz (Ex-Weltmeister in der Disziplin Miniramp, Teilnehmer bei den X-Games, Best Trick bei den X-Games), Michael Sommer (Weltmeister im Jahr 2005 in der Disziplin Flatland) sowie Thomas Zronek (Street), Markus Humer (Dirt) und Gregor Waldner (Street/Vert/Dirt/Flatland) die bekannten Größen.
Medien
Die wichtigsten Fachmagazine für den Freestyle-Bereich auf dem deutschen Markt sind Freedombmx, das alle zwei Monate neu erscheint, und Zwanzig Zoll.
Darüber hinaus gibt es für die BMX-Race-Szene ein Magazin namens BMX - Das Neueste, das es nicht am Kiosk, sondern nur auf den Race-Wettkämpfen zu kaufen gibt. Ferner sind die Webseiten www.bmx-racing.de oder www.bmx-race.de von Interesse.
Für den Bereich Trainingslehre im BMX Rennsport gibt es ein Trainingsskript, welches über www.bmx-race.de zu beziehen ist.
Soul BMX Video heißt das deutsche BMX-Video-Magazin, es erscheint dreimal im Jahr. Des weiteren gibt es auch kleinere Magazine mit eher regionaler Reichweite.
Wettbewerbe
Ab 2008 wird BMX-Racing, die Urdisziplin, olympisch. Das Exekutivkomitee des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) hat Mitte 2003 beschlossen, bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking zwei BMX-Wettbewerbe auszutragen.
Vom 24. bis 27. Juni 2004 fanden die BMX-Weltmeisterschaften zum fünften Mal in Köln statt. Es waren alle Disziplinen von Flatland bis Vert vertreten. Seit 2005 heißt die größte BMX only Veranstaltung der Welt BMXMasters und findet jedes Jahr in Köln statt. Die nächste wird vom 20.–22. Juli 2007 stattfinden, Veranstalter ist die Agentur Spielbetrieb aus Düsseldorf, die Inhaber Stephan Prantl, Robert Möller und Peter Jandt sind selbst seit mehr als 20 Jahren aktiv auf dem BMX.
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BMX ist die Abkürzung für Bicycle MotoCross. Das X steht einerseits für das englische Wort cross (Kreuz), andererseits ist auch das verb to cross gemeint, das auf deutsch durchfahren/überqueren heißt. BMX bezeichnet eine Ende der 1960er in den USA entstandene Sportart, die es dem Sportler gestattet, auf einem 20″-Fahrrad (20-Zoll-Laufräder) viele verschiedene Tricks oder Stunts auszuführen. Der Vorläufer des BMX war Anfang der 1960er Jahre das sog. „Sting-Ray“ (Stachelrochen) Fahrrad, welches in weiterentwickelter Form in den 1970ern als Bonanzarad nach Europa kam. Bereits mit diesen „Sting-Rays“ trugen die Jugendlichen in den USA, einen mit Sprüngen und Steilkurven versehenen, etwa 400 Meter langen Sandkurs im Kopf-an-Kopf-Rennen gegen sieben Kontrahenten aus. Da die Fahrräder für diesen harten Einsatz eigentlich nicht konzipiert waren, entwickelte man statisch stabilere Rahmen - behielt den hohen Lenker und das 20-Zoll Felgenmaß bei - das erste „echte“ BMX war geboren. BMX-Räder waren Anfang der 1980er Jahre bei Kindern und Jugendlichen als Fahrrad sehr in Mode.
Inhaltsverzeichnis
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* 1 Disziplinen
o 1.1 Race
o 1.2 Freestyle
+ 1.2.1 Tricks
o 1.3 Grinds
* 2 Das BMX-Rad
o 2.1 Laufräder, Felgen
o 2.2 Speichen
o 2.3 Naben und Achsen
o 2.4 Rahmen, Gabel, Kurbel
o 2.5 Pedale
o 2.6 Bremsen
* 3 BMX heute
o 3.1 Bekannte BMX-Fahrer
o 3.2 Medien
o 3.3 Wettbewerbe
o 3.4 Literatur
* 4 Weblinks
Disziplinen
Aus der ursprünglichen Form des BMX-Sports entstanden die zwei Disziplinen Race und Freestyle.
Race
Erste Runde des BMX-Rennens (Race) European BMX Championship in Sainte Maxime, Frankreich am 23. April 2005
Erste Runde des BMX-Rennens (Race) European BMX Championship in Sainte Maxime, Frankreich am 23. April 2005
Seinen Anfang nahm der BMX-Rennsport wohl überall auf der Welt, wo Kinder und Jugendliche sich abseits von Straßen im Gelände mit ihren Rädern die ersten Rennen lieferten, über Hügel sprangen und versuchten, es den Motocross Fahrern auf ihren Motorrädern gleichzutun. Die ersten Bahnen wurden wohl in Kalifornien Anfang der siebziger Jahre gebaut, und so entwickelte sich der BMX-Rennsport von seinen Anfängen bis zum heutigen Tag kontinuierlich weiter. Die Bahnen wurden anspruchsvoller, mit größeren und technisch schwieriger zu fahrenden Hindernissen, betonierten Kurven und Starthügeln, bis hin zu Flutlichtanlagen und Tribünen. In Deutschland entstanden die ersten BMX-Bahnen in Bremen, Remagen, Magstadt, Schweinfurt, Sand und Erlangen, wobei die Bahnen in Bremen und Erlangen bis heute existieren und immer noch zu den besten Deutschlands zählen. Im Jahr 2005 ist die Anzahl der Bahnen in Deutschland zwar nicht mehr so hoch wie in der Blütezeit des BMX-Sports Mitte der 1980er Jahre, aber die bestehenden Anlagen wie z. B. Kolbermoor, Betzingen, Königsbrunn, Weilheim, Weiterstadt, Bremen, Bispingen und Plessa zeichnen sich durch einen hohen Anspruch und ständige Weiterentwicklung aus.
Die deutschen Racer zählten Mitte der achtziger Jahre zu den besten Europas, und Namen wie Uwe Sturm, Andreas Tittmann, Ivi Vidakovic, Uli Maurer, Bert Rückert, Rainer Schadowski, Oli Kienzle, Heiko Hirzbruch, Markus Blau, und Alex Bohnenstengel erreichten vordere Plätze bei internationalen Wettkämpfen.
In den Neunzigern waren es Elitefahrer wie Frank Brix, Steffen Lehman, Jochen Beurer, Tim Simon, Kai Lehmann und Kerstin Munski, die den deutschen Rennsport international erfolgreich vertraten.
Im Jahr 2007 sind es mit Sicht auf die Olympischen Spiele 2008 Fahrer wie Markus Huber, Florian Ludewig, Simon Schirle und Maik Baier, die versuchen gegen die starken Nationen wie Frankreich, Amerika, die Schweiz, Holland und Tschechien zu bestehen.
Freestyle
Später entstand das etwas freiere Fahren mit dem BMX-Rad, bei dem es nur noch um die Tricks, den dazu benötigten Mut und die Geschicklichkeit, und nicht mehr nur um die Geschwindigkeit wie beim Race ging. Die vor allem durch die X-Games bekannt gewordene Disziplin Freestyle gliedert sich in folgende Teildisziplinen:
* Vert: Es wird in einer aus dem Skateboarding bekannten Halfpipe gefahren.
* Flatland: Diese Art erinnert an modernes Kunstradfahren mit Ziel einer ästhetischen Abfolge verschiedenster spezieller Trickkombinationen auf der ebenen Fläche.
* Street: Die wohl beliebteste Disziplin, in der auf allem gefahren wird, was man auf der Straße findet. Dazu gehören Treppengeländer, Kunstwerke und Hauswände.
* Dirtjump/Trails: In diesem Fall springen die Fahrer über Erdhügel und machen Tricks in der Luft. Die Fahrer fahren ohne Pegs.
* Park: Gefahren wird auf einer eingegrenzten Fläche, auf der Rampen, Sprünge und andere Hindernisse aufgebaut sind. Die Reihenfolge, in der Hindernisse benutzt werden, ist nicht festgelegt. Der Park ist die organisierte Form des Street-Fahrens.
Die einzelnen Disziplinen gehen teilweise stark ineinander über, d. h. man kann z. B. Tricks aus Dirt auch beim Park-Fahren machen, wobei es für Flatland von Vorteil ist, ein spezielles BMX zu fahren, dessen Rahmen einen kürzeren Radstand hat.
BMX-Fahrer springt mit Hinterrad an ein Hindernis. Diesen Trick nennt man Abubaca
BMX-Fahrer springt mit Hinterrad an ein Hindernis. Diesen Trick nennt man Abubaca
ein BMXer rutscht auf seinen Pegs eine Mauer herunter, im BMXer-Jargon ein so genannter 50-50-Grind
ein BMXer rutscht auf seinen Pegs eine Mauer herunter, im BMXer-Jargon ein so genannter 50-50-Grind
Tricks
Beliebte bzw. bekannte Tricks sind z. B.:
* X-up: man dreht den Lenker im Flug um 180° ohne dabei los zu lassen – die Arme bilden ein X. (siehe Bild ganz oben)
* Barspin: Lenker loslassen und ihn dabei um 360° drehen.
* Abubaca: Eine Rampe hochfahren und mit dem Hinterrad auf dem so genannten Coping (englisch für Mauerkrone, wobei ein Rohr gemeint ist, welches meistens zwischen Rampenplattform und Rundung angebracht wird) landen, nachdem man in die Luft gesprungen ist. Danach springt man rückwärts (fakie) zurück in die Rampe.
* Fufanu: ähnlich dem Abubaca, jedoch springt man vom Coping nicht rückwärts zurück, sondern dreht sich im Sprung um 180°, um regulär weiterfahren zu können.
* Tabletop: das Rad wird in der Luft „auf die Seite gelegt“.
* 180°: Drehung in der Luft um 180° um die eigene Achse.
* 360°: man dreht sich in der Luft um 360°.
* Backflip: man macht einen Rückwärtssalto in der Luft.
* Flair: man macht einen Backflip mit einem 180°.
* Frontflip: man machte einen Vorwärtsalto in der Luft.
* Tailwhip: man hält den Lenker fest und dreht das restliche Fahrrad um 360° bis man es wieder „fangen“ kann.
* Superman: Die Beine werden nach hinten lang durchgestreckt, so dass der Körper eine Linie bildet und man sich nur noch mit den Armen festhält.
* Turndown: Das Rad wird seitlich eingedreht, d. h. man streckt die Beine durch und dreht den Hinterbau und den Lenker ca. 90° in entgegengesetzte Richtung, bestenfalls ist das Vorderrad mit dem Hinteren auf einer Linie, das Rad steht dabei steil in der Luft sodass man nach unten guckt.
* Crankflip: Man springt kurz vom Rad ab (meistens in der Luft) und lässt durch eine kurze Bewegung der Füße beim Absprung die Kurbel einmal (rückwärts) rotieren bis sie wieder horizontal steht und man mit den Füßen auf den Pedalen landen kann.
* Endo: Man bremst aus der Fahrt mit der Vorderradbremse, um nur auf dem Vorderrad zu balancieren. Im Idealfall kann man den Endo mehrere Sekunden lang halten und dabei das Hinterrad besonders hoch halten. Er ist die Basis für viele Tricks im Street-Bereich. Eine besondere Variante ist der Curb Endo, bei dem man auf einen Bordstein zufährt und erst im letzten Moment die Bremse zieht, sodass man genau vor der Kante balanciert.
Außerdem gibt es noch sog. „liptricks“ d. h. sie werden an Kanten (copings) von Rampen ausgeführt.Hierzu zählen u. a. die meisten Grinds (Jumpover Grinds ausgenommen), sowie z. B.:
* Tailtap: wie Fufanu, aber auf der Rampenplattform
* 540°-Tailtap: man dreht sich im Tailtap um 540°
* Nosepick: das gleiche wie Tailtap, aber auf dem Vorderrad
* Footjam Nosepick:Nosepick ohne Vorderbremse, dafür muss der Fuß herhalten
* Desaster: man dreht sich um 180° und landet mit dem Kettenblatt auf dem Coping
* Nosepick Tailwhip: wie der Name sagt, ein Tailwhip während eines Nosepicks
Natürlich können sämtliche Liptricks auch kombiniert und verbunden werden, außerdem sind Feeble-, Doublepeg-, und X-upgrind an Quarterpipes auch ohne Pegs auf der Pedale möglich.
Für mehr Tricks siehe Dirtjump.
Grinds
Grinds sind Tricks, die man auf Pegs (den achsverlängernden Stangen an Vorder- und Hinterrad) ausführt. Bei den Namen der Grinds wird oft das „-grind“ am Ende weggelassen, da es für Kenner überflüssig ist. Gegrindet wird hauptsächlich im Street-Bereich.
* Feeble: Vorderrad auf der Ledge (Mauer) und hinteres Peg auf der Ledge. Nicht ins Deutsche übersetzbar, da dieser Trick aus dem Skateboarden kommt, dort ist die vordere Achse auch auf dem Curb bzw. über dem Rail.
* Smith: Hinterrad auf der Ledge und vorderes Peg auf der Ledge. Nicht ins Deutsche zu übersetzen, auch dieser Trick kommt aus dem Skateboarding, der Erfinder dieses Tricks hieß ganz einfach Smith.
* Icepick: Vorderrad in der Luft und das hintere Peg auf der Ledge. Auf Deutsch: Eispickelgrind, da man aussieht als würde man wie ein Eispickel über das Rail oder die Ledge rutschen.
* Toothpick: Hinterrad in der Luft und das vordere Peg auf der Ledge. Auf Deutsch: Zahnrutsch, da man mit dem vorderen Teil tiefer als der hintere Teil ist.
* Hangover Toothpick: Wie Toothpick, nur dass das Hinterrad auf der andere Seite der Ledge hängt. Auf deutsch: Häng über Zahnrutsch, da man mit dem vorderen Teil tiefer hängt als mit dem hinteren Teil.
* 50-50 oder auch Double Peg Grind: Beide Pegs einer Seite auf der Ledge. Auf deutsch heißt dies Doppelpegrutsch.
* X-up Grind ein 50-50 mit um 180° gedrehtem Lenker, man muss den X-up dabei „falschherum“ machen, da man sonst sehr schlecht aus dem Grind herauskommt
* Pedalgrind: Man grindet nur auf dem Pedal. Pedalgrind heißt auf deutsch Pedalrutsch.
* Crankarmslide: Man grindet auf der Kurbel. Crankarmslide heißt auf deutsch Kurbelarmrutsch.
* Crooked: Man grindet zum Beispiel mit dem vorderen rechten Peg und dem hinteren linken Peg. Man kommt in diese Stellung, indem man das Vorderrad auf die andere Seite des Rails hebt. Er heißt Crooked, die deutsche Übersetzung heißt krumm, da das BMX krumm auf dem Rail hängt.Dieser Grind wird eigentlich nur an Rails ausgeführt, da eine Ledge meist zu breit ist.
* Overcrooked: Wie Crooked, nur dass man anstatt dem Vorderrad das Hinterrad auf die andere Seite hebt. Er heißt Overcrooked, da man nur einen Jump Over Crooked ausführt.
* Dann gibt es noch die so genannten Jump Over Grinds bei denen man meist über das Rail springt, da eine Ledge oder ein Curb zu breit dafür ist. Rein theoretisch kann jeder Grind als Jump Over ausgeführt werden, doch je höher das Rail wird und je schwieriger der Grind allein schon ist, desto unmöglicher bzw. besser wird er als Jump Over Grind. Zum Beispiel ist ein Jump Over Icepick bedeutend schwerer als ein Jump Over 50 50, weil man sich bei einem Jump Over Icepick nicht zu weit nach unten oder oben lehnen darf und man sich noch genug zum Rail hin lehnen muss, damit man nicht herunter fällt.
* Grindgegenstände: Gegrindet wird nur auf Curbs (Mauern die nicht eine Treppe runterführen.), Ledges (Mauern, die an einer Treppe herunterführen), Handrails (Geländer, die an einer Treppe herunterführen) und an Flatrails (Geländer oder Stangen, die nicht an einer Treppe stehen).
Das BMX-Rad
Entstanden ist das BMX-Rad, als sich Jugendliche in den USA für den Motocross-Sport interessierten und sich entweder keine Maschine leisten konnten oder schlicht zu jung dafür waren. Kleine Fahrräder wurden mit Motorradlenkern ausgestattet und bekamen entsprechende Bereifung.
Laufräder, Felgen
Die Laufräder haben bei den ursprünglichen und auch heute meistens gefahrenen BMX-Rädern einen Durchmesser von 20 Zoll. Es gibt allerdings auch einige mit 24-Zoll-Rädern, die dann BMX-Cruiser genannt werden.
Die Felgen sind, sofern sie aus Aluminium und nicht aus Stahl sind, meistens schwarz eloxiert oder poliert um sie beständiger gegen Korrosion und Abrieb zu machen. Polierte Felgen haben den Vorteil, dass die Bremsen auf ihnen besser greifen. Billigere Felgen, die häufig aus Stahl gefertigt sind, werden teilweise lackiert oder verchromt, um die hochwertigere Eloxierung/Polierung vorzutäuschen.
Die Aluminiumfelgen enthalten meistens mehrere Hohlkammern, also vertikale oder horizontale Wände in Laufrichtung zur Versteifung des eigentlich recht weichen Aluminiums. Daher sind die mit Hohlkammern versehenen Aluminiumfelgen insgesamt verwindungssteifer als Stahlfelgen, obwohl sie das gleiche oder ein geringeres Gewicht haben.
Speichen
Die Anzahl der Speichen ist für Fahrräder recht hoch. Üblich sind bei Freestyle-Rädern 36 oder 48 Stahlspeichen, die 3- oder 4-fach gekreuzt werden. Mittlerweile fahren viele Fahrer, besonders im Street-Bereich, vorne 36 und hinten 36 oder 48 Speichen, um Gewicht zu sparen. Weil bei Flatland-Rädern kaum Antriebskräfte über die Speichen übertragen werden, werden die Laufräder speziell für diese Disziplin meistens radial eingespeicht, um die laterale Steifigkeit des Laufrades zu erhöhen.
mit dem Vorderrad und dem hinteren Peg auf der Mauer grindet (rutscht) ein BMX-Fahrer den so genannten Feeble-Grind
mit dem Vorderrad und dem hinteren Peg auf der Mauer grindet (rutscht) ein BMX-Fahrer den so genannten Feeble-Grind
Naben und Achsen
Auch die Naben sind äußerst stabil und laufen auf Stahlachsen von 10 oder 14 mm Durchmesser. Die Achsen sind teilweise durchbohrt, um ihr Gewicht zu reduzieren. Es gibt Naben, mit denen man rückwärts fahren kann, ohne gleichzeitig nach hinten treten zu müssen. Diese werden oft im Flatland-Bereich verwendet und nennen sich Freecoaster. Eine Schaltung haben BMX-Räder nicht. Die Übersetzung lässt sich nur durch Austauschen der teils aufgeschraubten Ritzel, der gesamten Nabe oder des Kettenblatts ändern.
Rahmen, Gabel, Kurbel
Im Bereich des Race bestehen die Fahrradrahmen meistens aus Aluminium, was zu einem sehr geringen Gewicht führt und trotzdem ausreichend stabil für die dort auftretenden Belastungen ist. Beim Freestyle wird entweder HiTen-Stahl, oder die Stahllegierung CrMo als Rahmenwerkstoff und für die stärker beanspruchten Teile, wie Gabel und Kurbeln verwendet. HiTen ist nicht so stabil, was dazu führt, dass mehr Stahl verwendet werden muss. Dadurch wird das Rad schwerer, weshalb die meisten geübteren Fahrer ausschliesslich CrMo fahren. In den letzten Jahren wird auch verstärkt sog. „butted“ oder „fluted“ Rohr verwendet, d. h. die Rohre haben keine durchgehend gleiche Wandstärke, sondern je nach Beanspruchung unterschiedliche Dicken an verschiedenen Stellen. Dieses Verfahren spart Gewicht ohne Stabilitätseinbußen, wird aber aufgrund des Fertigungsaufwands nur bei hochwertigen CrMo-Rahmen, -Gabeln und -Lenkern angewandt. HiTen wird in Anfänger-Rädern verwendet, da es nicht so hochwertig und dadurch nicht so teuer ist. Das Kettenblatt ist bei Freestyle-BMX-Rädern meistens aus dickem, häufig durchbohrtem Aluminium gefertigt. Einige Teile wie Kurbelachsen, Ritzel, Pegs und Lenkerenden werden auch aus Titanlegierungen gefertigt.
Pedale
Die Pedale sind recht groß und robust, jedoch fast immer aus Aluminium, teils auch aus Magnesium, welches sich durch sein geringes Gewicht auszeichnet. Um besseren Halt zu bieten sind sie bei teureren Modellen mit austauschbaren Stahlstiften versehen. Günstigere Modelle haben meist BB-Kugellager, teurere Modelle die langlebigeren SB-Kugellager.
Bremsen
Verwendet werden im Freestyle-Bereich meistens so genannte U-Brakes, die U-förmig um das Rad greifen. Sie haben keine optimale Bremsleistung, stehen aber nicht so weit vom Rahmen ab, wodurch sie bei Stürzen und Hängenbleiben an Gegenständen mehr aushalten und lassen sich außerdem sehr gut dosieren. Zur Verbesserung der Bremsleistung werden mit Teflon beschichtete Bowdenzüge verwendet und, je nach Vorliebe des Fahrers, verschiedene Vorrichtungen, um das Drehen des Lenkers zu ermöglichen. Für die Vorderradbremse wird das Bremskabel hierfür durch den Gabelschaft geleitet und von unten an die Bremse angeschlossen. Die Kabel der Hinterbremse teilen sich kurz nach dem Bremshebel und werden in ein unterhalb des Vorbaus angebrachtes Kugellager (das „Rotor“ genannt wird) geleitet, das bei Betätigung der Bremse auf dem Gabelschaft auf- und abwandert. Als bessere Alternative wird auch ein langes Bremskabel verwendet. Die Anzahl der Bremsen sowie die Nutzung solcher Vorrichtungen hängt vom Einsatzbereich und den Vorlieben des Fahrers ab. Streetfahrer haben meistens gar keine oder nur eine Hinterbremse, die über ein langes Kabel mit dem Bremshebel verbunden ist. Dieses ermöglicht das Drehen des Lenkers um 360 Grad und ist sehr wartungsarm. Rampenfahrer sind oft mit zwei Bremsen und einem Rotor anzutreffen und Flatlander fahren meistens keine oder nur eine Vorderradbremse, deren Kabel durch die Gabel verlegt ist.
Im Race-Bereich werden V-Brakes verwendet.
Die inzwischen auch bei Fahrrädern üblichen Scheibenbremsen werden bei BMX-Rädern nicht verwendet, da sie sehr anfällig gegen Verbiegen sind.
Viele Freestyler fahren auch ohne Bremsen, da sie die Bremshebel oft als störend empfinden. Sie bremsen mit den Schuhen, die sie an der Gabel anlegen und dann mit den Fußballen auf den Reifen drücken. Dies hat den Nachteil, dass das Profil der Reifen und der Schuhe abgerieben wird.
BMX heute
Ein BMX-Fahrer springt über eine Frau
Ein BMX-Fahrer springt über eine Frau
BMX trat unter anderem im sehr bekannt gewordenen Film E.T. in Erscheinung, und gewann 1996 durch die amerikanischen Extreme Games (später X-Games) weiter an Popularität. Heute hat sich der Sport mit zwei internationalen, von Fahrern organisierten und akzeptierten Wettbewerbsserien etabliert und wird von einer ganzen Industrie getragen, die sich weitgehend vom konventionellen Fahrradmarkt abgeschottet hat und zum Großteil von Fahrern selbst betrieben wird.
Bekannte BMX-Fahrer
Einer der wichtigsten BMX-Fahrer, der die Sportart in einigen Bereichen revolutioniert hat, ist Mat Hoffman. Der Amerikaner aus Oklahoma City hat eine Vielzahl an Tricks erfunden und auf dem Höhepunkt seiner Karriere nahezu alle Wettbewerbe gewonnen. Heute ist Hoffman Inhaber der BMX-Marke Hoffman Bikes. Zu den bekannten Persönlichkeiten des BMX-Sports zählen neben Mat Hoffman auch Eddie Fiola, Dave Mirra, Dennis McCoy und Edwin Delarosa.
Aus Deutschland kommende bekannte Fahrer sind z. B. Timo Pritzel (fährt inzwischen Mountainbike), Markus Wilke, Giovanni Vecchio (Italian Stallion), Olaf „the Rocket“ Klein, Tobias Wicke (Minirampe, Street, Park und auch schon mal Dirt) und im Flatland z. B. Frank Lukas und Michael Steingräber.
In Österreich sind Benno Hankowitz (Ex-Weltmeister in der Disziplin Miniramp, Teilnehmer bei den X-Games, Best Trick bei den X-Games), Michael Sommer (Weltmeister im Jahr 2005 in der Disziplin Flatland) sowie Thomas Zronek (Street), Markus Humer (Dirt) und Gregor Waldner (Street/Vert/Dirt/Flatland) die bekannten Größen.
Medien
Die wichtigsten Fachmagazine für den Freestyle-Bereich auf dem deutschen Markt sind Freedombmx, das alle zwei Monate neu erscheint, und Zwanzig Zoll.
Darüber hinaus gibt es für die BMX-Race-Szene ein Magazin namens BMX - Das Neueste, das es nicht am Kiosk, sondern nur auf den Race-Wettkämpfen zu kaufen gibt. Ferner sind die Webseiten www.bmx-racing.de oder www.bmx-race.de von Interesse.
Für den Bereich Trainingslehre im BMX Rennsport gibt es ein Trainingsskript, welches über www.bmx-race.de zu beziehen ist.
Soul BMX Video heißt das deutsche BMX-Video-Magazin, es erscheint dreimal im Jahr. Des weiteren gibt es auch kleinere Magazine mit eher regionaler Reichweite.
Wettbewerbe
Ab 2008 wird BMX-Racing, die Urdisziplin, olympisch. Das Exekutivkomitee des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) hat Mitte 2003 beschlossen, bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking zwei BMX-Wettbewerbe auszutragen.
Vom 24. bis 27. Juni 2004 fanden die BMX-Weltmeisterschaften zum fünften Mal in Köln statt. Es waren alle Disziplinen von Flatland bis Vert vertreten. Seit 2005 heißt die größte BMX only Veranstaltung der Welt BMXMasters und findet jedes Jahr in Köln statt. Die nächste wird vom 20.–22. Juli 2007 stattfinden, Veranstalter ist die Agentur Spielbetrieb aus Düsseldorf, die Inhaber Stephan Prantl, Robert Möller und Peter Jandt sind selbst seit mehr als 20 Jahren aktiv auf dem BMX.
Beachvolleyball
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Beachvolleyball-Spiel in Spanien
Beachvolleyball-Spiel in Spanien
Beachvolleyball ist eine olympische Sportart, die sich aus dem Volleyball entwickelt hat. Das Spiel auf Sand weist jedoch einige Besonderheiten gegenüber der Variante in der Halle auf und ist heute mehr als nur ein Funsport.
Inhaltsverzeichnis
[Verbergen]
* 1 Regeln
* 2 Ball
* 3 Technik
* 4 Taktik
* 5 Geschichte
* 6 Bekannte Spieler(innen)
o 6.1 Deutschland
o 6.2 Österreich
o 6.3 Schweiz
o 6.4 USA
o 6.5 Brasilien
* 7 Kontroverse
* 8 Freizeitsport
* 9 Footvolley
* 10 Einzelnachweise
* 11 Literatur
* 12 Weblinks
Regeln [Bearbeiten]
Die Beachvolleyball-Regeln basieren auf den Vorschriften des Hallenvolleyballs, sind aber nicht identisch. Die auffälligsten Unterschiede betreffen den Untergrund und die Anzahl der Spieler.
Zwei Mannschaften mit jeweils zwei Spielern stehen sich auf einem Spielfeld aus Sand gegenüber. Um den Spielrythmus zu erhöhen, hat die FIVB 1999 beschlossen, die Größe des Spielfelds von 9 mal 18 Metern (Maße in der Halle) auf 8 mal 16 Metern zu reduzieren. In der Mitte ist das Feld durch ein Netz getrennt, dessen Höhe bei den Herren 2,43 Meter und bei den (durchschnittlich etwas kleineren) Damen 2,24 Meter beträgt. Die Mittellinie darf nur übertreten werden, wenn der Gegner dadurch nicht gestört wird.
Wie in der Halle beginnt der Ballwechsel mit dem Aufschlag, wobei der servierende Spieler beim Gewinn des Aufschlagrechts wechselt. Wenn das Schiedsgericht einen Fehler in der Reihenfolge bemerkt, findet der Wechsel erst dann statt und der Spielstand wird nicht nachträglich korrigiert. Die gegnerische Mannschaft muss freie Sicht auf den aufschlagenden Spieler haben und kann dies bei Bedarf einfordern. Ansonsten gibt es wegen der Anzahl von zwei Spielern keine Stellungsfehler, keinen Libero und keine Auswechslungen.
Eine Mannschaft muss den Ball spätestens mit der dritten Berührung über das Netz spielen. Der Block zählt beim Beachvolleyball als erster Ballkontakt; trotzdem muss der zweite Ballkontakt technisch sauber ausgeführt werden. Die beiden Spieler müssen das Spielgerät abwechselnd berühren. Ausnahmen gibt es nur direkt nach dem Block oder wenn es beim ersten Schlag „innerhalb derselben Aktion“ zu einer Doppelberührung kommt (z.B. von den Armen auf ein anderes Körperteil). Bei den zulässigen Techniken gibt es mehrere Einschränkungen (siehe unten).
Wenn es einem Team nicht gelingt, den Ball ordnungsgemäß zurückzuspielen, erhält der Gegner einen Punkt, wobei man sowohl bei eigenem als auch bei gegnerischem Aufschlag punkten kann (Rally-Point-System). Ein Spiel wird über zwei Gewinnsätze ausgetragen. In den ersten beiden Sätzen braucht man 21, im eventuellen dritten Satz 15 Punkte; außerdem ist immer ein Vorsprung von mindestens zwei Punkten erforderlich. Um Nachteile, die unter freiem Himmel auftreten können (z.B. die blendende Sonne oder Wind) auszugleichen, werden nach jeweils sieben (im Entscheidungssatz fünf) gespielten Punkten die Seiten gewechselt.
Jeder Mannschaft steht pro Satz eine Auszeit zu, deren Zeitpunkt sie frei wählen kann. Zusätzlich gibt es nach 21 gespielten Punkten eine im Regelwerk vorgeschriebene technische Auszeit, die 30 Sekunden dauert. Außerdem dürfen die Spieler das Spiel kurz unterbrechen, um ihre Sonnenbrille zu putzen. Da diese Aktion jedoch in vielen Fällen nur genutzt wird, um den Spielfluss des Gegners zu stören, muss der Schiedsrichter einen Spieler verwarnen, wenn er dieses taktische Mittel zu häufig anwendet. Sollte sich ein Spieler während des Spiels verletzen, hat die betroffene Mannschaft fünf Minuten Zeit, um ihn wieder in einen einsatzfähigen Zustand zu versetzen. Falls die Regeneration nicht gelingt, wird das Spiel abgebrochen und für den Gegner gewertet. Ungünstige äußere Bedingungen (z.B. starker Regen) führen zu einer Unterbrechung des Spiels, das später mit dem gleichen Zwischenstand fortgesetzt wird.
Beachvolleyball
Beachvolleyball
Ball [Bearbeiten]
Der Ball besteht außen aus einem wasserabweisenden, weichen Material, meist Kunstleder und einer Blase aus Gummi im Inneren. Er muss die Bedingungen im Freien, wie Wasser und Sand, aushalten und sollte helle Farben haben. Mit einem Umfang von 66 bis 68 cm und einem Gewicht von 260 bis 280 Gramm ist er minimal größer als der Hallenvolleyball. Der Innendruck des Balles ist mit 171 bis 221 mbar allerdings geringer als der des Hallenvolleyballes (294 bis 319 mbar).
Technik [Bearbeiten]
Beachvolleyball-Spiel in Spanien
Beachvolleyball-Spiel in Spanien
Grundsätzlich gibt es beim Beachvolleyball die gleichen Techniken wie in der Halle. Der Ball darf mit allen Körperteilen gespielt werden. Sowohl das obere Zuspiel (pritschen) als auch das untere Zuspiel (baggern) ist möglich. Allerdings ist die Anwendung der Techniken durch die Regeln eingeschränkt.
Beim oberen Zuspiel ist eine absolut saubere Technik erforderlich. Der Ball darf nur über das Netz gepritscht werden, wenn er in der Schulterachse, also senkrecht nach vorne oder hinten, jedoch nicht zur Seite gespielt wird. Ansonsten ist das Pritschen über das Netz nur erlaubt, wenn es „unabsichtlich“, also in deutlich erkennbarer Absicht eines Zuspiels erfolgt (beispielsweise wenn der Wind den Ball auf die gegnerische Seite weht). Das Legen mit der offenen Hand bzw. der aus der Halle bekannte „Lob“ (Angriffsfinte in der Technik des einhändigen oberen Zuspiels mit offener Hand) ist nicht erlaubt und gilt als technischer Fehler.
In der Feldabwehr ist das obere Zuspiel unter Zuhilfenahme der Finger („offene Hände“) ebenfalls streng reglementiert. Der Ball darf weder geführt (zu lange berührt) noch gefangen oder geworfen werden. Einzige Ausnahme ist ein hart geschlagener Ball des Gegners, bei dem ein leichtes Führen gestattet ist (sogenannter „Beach-dig“). Die Härte des Schlags richtet sich zum Beispiel nach der zur Verfügung stehenden Reaktionszeit des Abwehrspielers, der Entfernung, die der Ball zurücklegt, sowie der Geschwindigkeit und Flugkurve. Ein Aufschlag zählt nicht als harter Angriffsschlag.
Insgesamt ist festzustellen, dass in dieser Frage noch vieles im Fluss ist. So galten früher (bis 1990) in der amerikanischen Beachvolleyball-Serie gepritschte Bälle bereits als technisch fehlerhaft, wenn sie in der Luft zweimal rotierten. Im europäischen Raum fand diese Regel zwar keine Anwendung, dennoch wird besonderes Augenmerk auf die kontrollierte Ausführung des oberen Zuspiels gelegt (stabile Körperhaltung, Treffpunkt zentral vor dem Kopf, weicher, flüssiger Bewegungsablauf, kontrollierte, tendenziell möglichst „rollfreie“ Flugkurve). Das im Hallenvolleyball übliche Zuspiel durch kurzen Bewegungsimpuls nur aus den Fingern wird häufig als zu „hart“ abgepfiffen. Allerdings ist (vor allem auf mittlerem bis gehobenem Leistungsniveau) in den letzten Jahren eine Aufweichung dieser Standards zu beobachten. Angesichts der mit dem oberen Zuspiel verbundenen technischen Schwierigkeiten und der Unsicherheiten bei der Regelauslegung hat das untere Zuspiel im Beachvolleyball (vor allem bei den Profis) eine größere Bedeutung als in der Halle.
Beim Beachvolleyball gibt es einige zusätzliche Techniken, die in der Halle keine Anwendung finden. Am bekanntesten ist der sogenannte „Poke Shot“ (englisch: poke = stoßen). Dabei stößt man den Ball mit den mittleren Knöcheln von zwei oder mehr Fingern über das Netz.[1] Eine größere Höhe erreicht man mit dem „Cobrashot“, bei dem der Ball mit den Fingerspitzen der gestreckten Hand senkrecht zum Mittelpunkt gespielt wird. Diese beiden Techniken sind im Gegensatz zum „Lob“ erlaubt, da sie eine geringere Ballkontrolle bieten.
Taktik [Bearbeiten]
Das „Coaching“ (Anweisungen vom Trainer) ist während des Spiels nicht erlaubt. Deshalb müssen die Spieler zusätzlich die Aufgaben eines Trainers übernehmen, um mit dem Partner eine Taktik zu entwickeln, sich gegenseitig zu motivieren und konstruktive Kritik zu äußern. Die verbale Kommunikation findet hauptsächlich zwischen den Ballwechseln, während der Auszeiten und in den Satzpausen statt.
Da die Kulisse durch Musik und Zuschauer oft ziemlich laut ist, haben die Spieler ein einfaches System aus Handzeichen entwickelt, um ihre Strategie zu kommunizieren. Vor dem Aufschlag zeigt der im Feld stehende Spieler seinem Partner mit den Fingern hinter dem Rücken an, wie der Block gestellt wird und in welche Richtung der Aufschlag gehen soll. Die beiden Hände beziehen sich dabei üblicherweise auf die beiden Gegenspieler. Eine geschlossene Faust bedeutet einen Verzicht auf den Block, ausgestreckte Zeigefinger deuten einen „Longline“-Schlag (d.h. entlang der Außenlinie) an und ein V-Zeichen aus Zeige- und Mittelfinger weist auf einen diagonal gespielten Ball („cross“) hin. Wenn bei einem längeren Ballwechsel ein erneuter Angriff nötig ist, gibt der Blockspieler weitere Zeichen für seinen Partner.
Zusätzlich zu den Handzeichen werden auch noch kurze Kommandos benutzt, um dem Mitspieler Anweisungen zu geben. Die häufigsten Anweisungen sind die im Angriff verwendeten „line“ (Longline), „cross“ (diagonal geschlagener Angriff), „shot“ (über den Block auf die Linie spielen) und „cut“ (kurze diagonale Finte). Im deutschen Sprachraum sind auch „mit“ und „ohne“ (Block) üblich. Sie werden dem Angriffsspieler zugerufen, je nachdem wie sich die defensive Mannschaft auf ihrer Feldseite aufgestellt hat.
Geschichte [Bearbeiten]
Beachvolleyball-Spiel in Manhattan
Beachvolleyball-Spiel in Manhattan
Beachvolleyball entstand in den 1920er Jahren in Santa Monica und an anderen Stränden in Kalifornien. Charlie Saikley wird als Begründer dieser Sportart genannt. Der Hermosa Beach in Los Angeles gilt bis heute als einer der populärsten Spielorte.[2] Rund zehn Jahre später tauchte Beachvolleyball erstmals in Europa auf. Nachdem es in den 1940er Jahren bereits erste Turniere in Santa Monica gegeben hatte, scheiterte in den 1960ern der Versuch, eine professionelle Liga einzurichten. Am Strand von Manhattan fanden 1960 die ersten Beach Open statt, die in den USA als „Wimbledon des Beachvolleyballs“ gelten. Der herausragende Spieler Karch Kiraly beschrieb die besondere Bedeutung der Veranstaltung folgendermaßen: „Du sprichst mit irgendeinem Spieler und wenn man ihnen sagt, dass sie in ihrer gesamten Karriere nur ein einziges Turnier gewinnen könnten, würde sich jeder für Manhattan entscheiden. Dort gibt es bei allen Spielern zusätzliches Feuer.“[3]
Kiraly verhalf dem Beachvolleyball zu größerer Popularität und trug dazu dabei, dass der bisherige Freizeitsport ab den 1980er Jahren als professionale Sportart anerkannt wurde. Gemeinsam mit seinem Partner Kent Steffes gewann er 1996 in Atlanta die erste Goldmedaille im Beachvolleyball bei Olympischen Spielen, nachdem er 1984 und 1988 bereits in der Halle erfolgreich gewesen war. Im Finale setzten sich die US-Amerikaner gegen ihre Landsleute Michael Dodd und Mike Whitmarsh durch; den nordamerikanischen Triumph bei den Herren vervollständigten die Bronzemedaillen-Gewinner Child und Heese aus Kanada. Vier Jahre zuvor in Barcelona wurde das Spiel auf Sand bereits als Demonstrationssportart vorgestellt. Im Jahr 2000 in Sydney war mit Dain Blanton und Eric Fonoimoana erneut ein Team aus den USA erfolgreich und gewann im Finale gegen die Brasilianer José Marco Melo und Ricardo Santos durch. Das deutsche Duo Axel Hager und Jörg Ahmann sicherte sich Bronze. 2004 in Athen beendete Ricardo Santos mit seinem neuen Partner Emanuel Rego die amerikanische Vorherrschaft und schlug im Endspiel die Spanier Javier Bosma und Pablo Herrera. Bronze ging an die Schweizer Stefan Kobel und Patrick Heuscher. Bei den bisherigen drei Turnieren der Damen war Brasilien die erfolgreichste Nation und stellte bei der Premiere mit Jackie Silva und Sandra Pires sowie Monica Rodrigues und Adriana Samuel beide Finalteilnehmer. Die Dritten von Atlanta, die Australierinnen Natalie Cook und Kerri Pottharst, gewannen vier Jahre später in der Heimat Gold gegen Adriana Behar und Shelda Bede aus Brasilien. Bronze gewannen die vormaligen Finalisten Adriana Samuel und Sandra Pires. In Athen gab es den ersten großen Erfolg für das derzeit dominierende Frauen-Duo Kerri Walsh und Misty Mae-Treanor, die Adriana Behar und Shelda Bede erneut auf den zweiten Platz verwiesen. Den dritten Rang belegte mit Holly McPeak und Elaine Youngs ebenfalls ein Duo aus dem Heimatland des Beachvolleyballs.
Die Dominanz der Spieler(innen) aus den USA und Brasilien zeigt sich auch bei den Ergebnissen der Weltmeisterschaften. Nach zehn internationalen Turnieren in Rio de Janeiro fand 1997 in Los Angeles die erste offizielle WM statt. Bei den Damen gab es nach drei brasilianischen Siegen zuletzt drei Titel in Folge für Walsh und May-Treanor. Ihre Gegnerinnen Tian Jia und Wang Jie zeigten bei der WM 2007 mit dem Einzug ins Endspiel, dass China allmählich zu einer ernst zu nehmenden Konkurrenz für die etablierten Nationen wird. Bei den Herren gingen bis einschließlich 2005 alle Goldmedaillen nach Südamerika (viermal Brasilien, einmal Argentinien). Erst 2007 konnten die US-Amerikaner Todd Rogers und Philip Dalhausser diese Serie beenden. Julius Brink und Kjell Schneider waren mit Platz 3 bei der WM 2005 in Berlin bisher die einzigen Deutschen unter den Top 3.
In Deutschland begann der professionelle Beachvolleyball im Jahr 1992 mit der erstmaligen Ausrichtung der Masters-Turniere. Den Abschluss und Höhepunkt der Turnierserie bilden die Deutschen Meisterschaften, die ihre Premiere im Ostseebad Damp feierten und seit 1993 jedes Jahr am Timmendorfer Strand ausgetragen werden. Parallel zum Masters entwickelte sich eine zweite Turnierserie. Außerdem findet jedes Jahr ein Turnier der World Series der FIVB (seit 2003 Grand Slam) in Berlin statt, das lediglich 2006 wegen der Fußball-WM ausfiel. Nach Problemen mit dem Fernsehsender RTL, der nur ein Sommer lang Beachvolleyball zeigte, und dem Vermarkter Sportfive wurde die Anzahl der Turniere in Deutschland reduziert. Seit 2006 gibt es als einzige deutsche Turnierserie die „Smart Beach Tour“.
In Österreich unterscheidet man zwischen zwei großen Turnierserien, dem A1 Masters und der AON Tour. Letztere wird in die drei Kategorien A, B und C unterteilt. Jedes Jahr findet ein Grand-Slam-Turnier im Rahmen der World Series der FIVB in Klagenfurt statt.
Bekannte Spieler(innen) [Bearbeiten]
Deutschland [Bearbeiten]
aktuelle Nationalduos:
* Rieke Brink-Abeler / Hella Jurich, Helke Claasen / Antje Röder, Sara Goller / Laura Ludwig, Stephanie Pohl / Okka Rau
* Julius Brink / Christoph Dieckmann, David Klemperer / Eric Koreng, Jonas Reckermann / Mischa Urbatzka
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Beachvolleyball-Spiel in Spanien
Beachvolleyball-Spiel in Spanien
Beachvolleyball ist eine olympische Sportart, die sich aus dem Volleyball entwickelt hat. Das Spiel auf Sand weist jedoch einige Besonderheiten gegenüber der Variante in der Halle auf und ist heute mehr als nur ein Funsport.
Inhaltsverzeichnis
[Verbergen]
* 1 Regeln
* 2 Ball
* 3 Technik
* 4 Taktik
* 5 Geschichte
* 6 Bekannte Spieler(innen)
o 6.1 Deutschland
o 6.2 Österreich
o 6.3 Schweiz
o 6.4 USA
o 6.5 Brasilien
* 7 Kontroverse
* 8 Freizeitsport
* 9 Footvolley
* 10 Einzelnachweise
* 11 Literatur
* 12 Weblinks
Regeln [Bearbeiten]
Die Beachvolleyball-Regeln basieren auf den Vorschriften des Hallenvolleyballs, sind aber nicht identisch. Die auffälligsten Unterschiede betreffen den Untergrund und die Anzahl der Spieler.
Zwei Mannschaften mit jeweils zwei Spielern stehen sich auf einem Spielfeld aus Sand gegenüber. Um den Spielrythmus zu erhöhen, hat die FIVB 1999 beschlossen, die Größe des Spielfelds von 9 mal 18 Metern (Maße in der Halle) auf 8 mal 16 Metern zu reduzieren. In der Mitte ist das Feld durch ein Netz getrennt, dessen Höhe bei den Herren 2,43 Meter und bei den (durchschnittlich etwas kleineren) Damen 2,24 Meter beträgt. Die Mittellinie darf nur übertreten werden, wenn der Gegner dadurch nicht gestört wird.
Wie in der Halle beginnt der Ballwechsel mit dem Aufschlag, wobei der servierende Spieler beim Gewinn des Aufschlagrechts wechselt. Wenn das Schiedsgericht einen Fehler in der Reihenfolge bemerkt, findet der Wechsel erst dann statt und der Spielstand wird nicht nachträglich korrigiert. Die gegnerische Mannschaft muss freie Sicht auf den aufschlagenden Spieler haben und kann dies bei Bedarf einfordern. Ansonsten gibt es wegen der Anzahl von zwei Spielern keine Stellungsfehler, keinen Libero und keine Auswechslungen.
Eine Mannschaft muss den Ball spätestens mit der dritten Berührung über das Netz spielen. Der Block zählt beim Beachvolleyball als erster Ballkontakt; trotzdem muss der zweite Ballkontakt technisch sauber ausgeführt werden. Die beiden Spieler müssen das Spielgerät abwechselnd berühren. Ausnahmen gibt es nur direkt nach dem Block oder wenn es beim ersten Schlag „innerhalb derselben Aktion“ zu einer Doppelberührung kommt (z.B. von den Armen auf ein anderes Körperteil). Bei den zulässigen Techniken gibt es mehrere Einschränkungen (siehe unten).
Wenn es einem Team nicht gelingt, den Ball ordnungsgemäß zurückzuspielen, erhält der Gegner einen Punkt, wobei man sowohl bei eigenem als auch bei gegnerischem Aufschlag punkten kann (Rally-Point-System). Ein Spiel wird über zwei Gewinnsätze ausgetragen. In den ersten beiden Sätzen braucht man 21, im eventuellen dritten Satz 15 Punkte; außerdem ist immer ein Vorsprung von mindestens zwei Punkten erforderlich. Um Nachteile, die unter freiem Himmel auftreten können (z.B. die blendende Sonne oder Wind) auszugleichen, werden nach jeweils sieben (im Entscheidungssatz fünf) gespielten Punkten die Seiten gewechselt.
Jeder Mannschaft steht pro Satz eine Auszeit zu, deren Zeitpunkt sie frei wählen kann. Zusätzlich gibt es nach 21 gespielten Punkten eine im Regelwerk vorgeschriebene technische Auszeit, die 30 Sekunden dauert. Außerdem dürfen die Spieler das Spiel kurz unterbrechen, um ihre Sonnenbrille zu putzen. Da diese Aktion jedoch in vielen Fällen nur genutzt wird, um den Spielfluss des Gegners zu stören, muss der Schiedsrichter einen Spieler verwarnen, wenn er dieses taktische Mittel zu häufig anwendet. Sollte sich ein Spieler während des Spiels verletzen, hat die betroffene Mannschaft fünf Minuten Zeit, um ihn wieder in einen einsatzfähigen Zustand zu versetzen. Falls die Regeneration nicht gelingt, wird das Spiel abgebrochen und für den Gegner gewertet. Ungünstige äußere Bedingungen (z.B. starker Regen) führen zu einer Unterbrechung des Spiels, das später mit dem gleichen Zwischenstand fortgesetzt wird.
Beachvolleyball
Beachvolleyball
Ball [Bearbeiten]
Der Ball besteht außen aus einem wasserabweisenden, weichen Material, meist Kunstleder und einer Blase aus Gummi im Inneren. Er muss die Bedingungen im Freien, wie Wasser und Sand, aushalten und sollte helle Farben haben. Mit einem Umfang von 66 bis 68 cm und einem Gewicht von 260 bis 280 Gramm ist er minimal größer als der Hallenvolleyball. Der Innendruck des Balles ist mit 171 bis 221 mbar allerdings geringer als der des Hallenvolleyballes (294 bis 319 mbar).
Technik [Bearbeiten]
Beachvolleyball-Spiel in Spanien
Beachvolleyball-Spiel in Spanien
Grundsätzlich gibt es beim Beachvolleyball die gleichen Techniken wie in der Halle. Der Ball darf mit allen Körperteilen gespielt werden. Sowohl das obere Zuspiel (pritschen) als auch das untere Zuspiel (baggern) ist möglich. Allerdings ist die Anwendung der Techniken durch die Regeln eingeschränkt.
Beim oberen Zuspiel ist eine absolut saubere Technik erforderlich. Der Ball darf nur über das Netz gepritscht werden, wenn er in der Schulterachse, also senkrecht nach vorne oder hinten, jedoch nicht zur Seite gespielt wird. Ansonsten ist das Pritschen über das Netz nur erlaubt, wenn es „unabsichtlich“, also in deutlich erkennbarer Absicht eines Zuspiels erfolgt (beispielsweise wenn der Wind den Ball auf die gegnerische Seite weht). Das Legen mit der offenen Hand bzw. der aus der Halle bekannte „Lob“ (Angriffsfinte in der Technik des einhändigen oberen Zuspiels mit offener Hand) ist nicht erlaubt und gilt als technischer Fehler.
In der Feldabwehr ist das obere Zuspiel unter Zuhilfenahme der Finger („offene Hände“) ebenfalls streng reglementiert. Der Ball darf weder geführt (zu lange berührt) noch gefangen oder geworfen werden. Einzige Ausnahme ist ein hart geschlagener Ball des Gegners, bei dem ein leichtes Führen gestattet ist (sogenannter „Beach-dig“). Die Härte des Schlags richtet sich zum Beispiel nach der zur Verfügung stehenden Reaktionszeit des Abwehrspielers, der Entfernung, die der Ball zurücklegt, sowie der Geschwindigkeit und Flugkurve. Ein Aufschlag zählt nicht als harter Angriffsschlag.
Insgesamt ist festzustellen, dass in dieser Frage noch vieles im Fluss ist. So galten früher (bis 1990) in der amerikanischen Beachvolleyball-Serie gepritschte Bälle bereits als technisch fehlerhaft, wenn sie in der Luft zweimal rotierten. Im europäischen Raum fand diese Regel zwar keine Anwendung, dennoch wird besonderes Augenmerk auf die kontrollierte Ausführung des oberen Zuspiels gelegt (stabile Körperhaltung, Treffpunkt zentral vor dem Kopf, weicher, flüssiger Bewegungsablauf, kontrollierte, tendenziell möglichst „rollfreie“ Flugkurve). Das im Hallenvolleyball übliche Zuspiel durch kurzen Bewegungsimpuls nur aus den Fingern wird häufig als zu „hart“ abgepfiffen. Allerdings ist (vor allem auf mittlerem bis gehobenem Leistungsniveau) in den letzten Jahren eine Aufweichung dieser Standards zu beobachten. Angesichts der mit dem oberen Zuspiel verbundenen technischen Schwierigkeiten und der Unsicherheiten bei der Regelauslegung hat das untere Zuspiel im Beachvolleyball (vor allem bei den Profis) eine größere Bedeutung als in der Halle.
Beim Beachvolleyball gibt es einige zusätzliche Techniken, die in der Halle keine Anwendung finden. Am bekanntesten ist der sogenannte „Poke Shot“ (englisch: poke = stoßen). Dabei stößt man den Ball mit den mittleren Knöcheln von zwei oder mehr Fingern über das Netz.[1] Eine größere Höhe erreicht man mit dem „Cobrashot“, bei dem der Ball mit den Fingerspitzen der gestreckten Hand senkrecht zum Mittelpunkt gespielt wird. Diese beiden Techniken sind im Gegensatz zum „Lob“ erlaubt, da sie eine geringere Ballkontrolle bieten.
Taktik [Bearbeiten]
Das „Coaching“ (Anweisungen vom Trainer) ist während des Spiels nicht erlaubt. Deshalb müssen die Spieler zusätzlich die Aufgaben eines Trainers übernehmen, um mit dem Partner eine Taktik zu entwickeln, sich gegenseitig zu motivieren und konstruktive Kritik zu äußern. Die verbale Kommunikation findet hauptsächlich zwischen den Ballwechseln, während der Auszeiten und in den Satzpausen statt.
Da die Kulisse durch Musik und Zuschauer oft ziemlich laut ist, haben die Spieler ein einfaches System aus Handzeichen entwickelt, um ihre Strategie zu kommunizieren. Vor dem Aufschlag zeigt der im Feld stehende Spieler seinem Partner mit den Fingern hinter dem Rücken an, wie der Block gestellt wird und in welche Richtung der Aufschlag gehen soll. Die beiden Hände beziehen sich dabei üblicherweise auf die beiden Gegenspieler. Eine geschlossene Faust bedeutet einen Verzicht auf den Block, ausgestreckte Zeigefinger deuten einen „Longline“-Schlag (d.h. entlang der Außenlinie) an und ein V-Zeichen aus Zeige- und Mittelfinger weist auf einen diagonal gespielten Ball („cross“) hin. Wenn bei einem längeren Ballwechsel ein erneuter Angriff nötig ist, gibt der Blockspieler weitere Zeichen für seinen Partner.
Zusätzlich zu den Handzeichen werden auch noch kurze Kommandos benutzt, um dem Mitspieler Anweisungen zu geben. Die häufigsten Anweisungen sind die im Angriff verwendeten „line“ (Longline), „cross“ (diagonal geschlagener Angriff), „shot“ (über den Block auf die Linie spielen) und „cut“ (kurze diagonale Finte). Im deutschen Sprachraum sind auch „mit“ und „ohne“ (Block) üblich. Sie werden dem Angriffsspieler zugerufen, je nachdem wie sich die defensive Mannschaft auf ihrer Feldseite aufgestellt hat.
Geschichte [Bearbeiten]
Beachvolleyball-Spiel in Manhattan
Beachvolleyball-Spiel in Manhattan
Beachvolleyball entstand in den 1920er Jahren in Santa Monica und an anderen Stränden in Kalifornien. Charlie Saikley wird als Begründer dieser Sportart genannt. Der Hermosa Beach in Los Angeles gilt bis heute als einer der populärsten Spielorte.[2] Rund zehn Jahre später tauchte Beachvolleyball erstmals in Europa auf. Nachdem es in den 1940er Jahren bereits erste Turniere in Santa Monica gegeben hatte, scheiterte in den 1960ern der Versuch, eine professionelle Liga einzurichten. Am Strand von Manhattan fanden 1960 die ersten Beach Open statt, die in den USA als „Wimbledon des Beachvolleyballs“ gelten. Der herausragende Spieler Karch Kiraly beschrieb die besondere Bedeutung der Veranstaltung folgendermaßen: „Du sprichst mit irgendeinem Spieler und wenn man ihnen sagt, dass sie in ihrer gesamten Karriere nur ein einziges Turnier gewinnen könnten, würde sich jeder für Manhattan entscheiden. Dort gibt es bei allen Spielern zusätzliches Feuer.“[3]
Kiraly verhalf dem Beachvolleyball zu größerer Popularität und trug dazu dabei, dass der bisherige Freizeitsport ab den 1980er Jahren als professionale Sportart anerkannt wurde. Gemeinsam mit seinem Partner Kent Steffes gewann er 1996 in Atlanta die erste Goldmedaille im Beachvolleyball bei Olympischen Spielen, nachdem er 1984 und 1988 bereits in der Halle erfolgreich gewesen war. Im Finale setzten sich die US-Amerikaner gegen ihre Landsleute Michael Dodd und Mike Whitmarsh durch; den nordamerikanischen Triumph bei den Herren vervollständigten die Bronzemedaillen-Gewinner Child und Heese aus Kanada. Vier Jahre zuvor in Barcelona wurde das Spiel auf Sand bereits als Demonstrationssportart vorgestellt. Im Jahr 2000 in Sydney war mit Dain Blanton und Eric Fonoimoana erneut ein Team aus den USA erfolgreich und gewann im Finale gegen die Brasilianer José Marco Melo und Ricardo Santos durch. Das deutsche Duo Axel Hager und Jörg Ahmann sicherte sich Bronze. 2004 in Athen beendete Ricardo Santos mit seinem neuen Partner Emanuel Rego die amerikanische Vorherrschaft und schlug im Endspiel die Spanier Javier Bosma und Pablo Herrera. Bronze ging an die Schweizer Stefan Kobel und Patrick Heuscher. Bei den bisherigen drei Turnieren der Damen war Brasilien die erfolgreichste Nation und stellte bei der Premiere mit Jackie Silva und Sandra Pires sowie Monica Rodrigues und Adriana Samuel beide Finalteilnehmer. Die Dritten von Atlanta, die Australierinnen Natalie Cook und Kerri Pottharst, gewannen vier Jahre später in der Heimat Gold gegen Adriana Behar und Shelda Bede aus Brasilien. Bronze gewannen die vormaligen Finalisten Adriana Samuel und Sandra Pires. In Athen gab es den ersten großen Erfolg für das derzeit dominierende Frauen-Duo Kerri Walsh und Misty Mae-Treanor, die Adriana Behar und Shelda Bede erneut auf den zweiten Platz verwiesen. Den dritten Rang belegte mit Holly McPeak und Elaine Youngs ebenfalls ein Duo aus dem Heimatland des Beachvolleyballs.
Die Dominanz der Spieler(innen) aus den USA und Brasilien zeigt sich auch bei den Ergebnissen der Weltmeisterschaften. Nach zehn internationalen Turnieren in Rio de Janeiro fand 1997 in Los Angeles die erste offizielle WM statt. Bei den Damen gab es nach drei brasilianischen Siegen zuletzt drei Titel in Folge für Walsh und May-Treanor. Ihre Gegnerinnen Tian Jia und Wang Jie zeigten bei der WM 2007 mit dem Einzug ins Endspiel, dass China allmählich zu einer ernst zu nehmenden Konkurrenz für die etablierten Nationen wird. Bei den Herren gingen bis einschließlich 2005 alle Goldmedaillen nach Südamerika (viermal Brasilien, einmal Argentinien). Erst 2007 konnten die US-Amerikaner Todd Rogers und Philip Dalhausser diese Serie beenden. Julius Brink und Kjell Schneider waren mit Platz 3 bei der WM 2005 in Berlin bisher die einzigen Deutschen unter den Top 3.
In Deutschland begann der professionelle Beachvolleyball im Jahr 1992 mit der erstmaligen Ausrichtung der Masters-Turniere. Den Abschluss und Höhepunkt der Turnierserie bilden die Deutschen Meisterschaften, die ihre Premiere im Ostseebad Damp feierten und seit 1993 jedes Jahr am Timmendorfer Strand ausgetragen werden. Parallel zum Masters entwickelte sich eine zweite Turnierserie. Außerdem findet jedes Jahr ein Turnier der World Series der FIVB (seit 2003 Grand Slam) in Berlin statt, das lediglich 2006 wegen der Fußball-WM ausfiel. Nach Problemen mit dem Fernsehsender RTL, der nur ein Sommer lang Beachvolleyball zeigte, und dem Vermarkter Sportfive wurde die Anzahl der Turniere in Deutschland reduziert. Seit 2006 gibt es als einzige deutsche Turnierserie die „Smart Beach Tour“.
In Österreich unterscheidet man zwischen zwei großen Turnierserien, dem A1 Masters und der AON Tour. Letztere wird in die drei Kategorien A, B und C unterteilt. Jedes Jahr findet ein Grand-Slam-Turnier im Rahmen der World Series der FIVB in Klagenfurt statt.
Bekannte Spieler(innen) [Bearbeiten]
Deutschland [Bearbeiten]
aktuelle Nationalduos:
* Rieke Brink-Abeler / Hella Jurich, Helke Claasen / Antje Röder, Sara Goller / Laura Ludwig, Stephanie Pohl / Okka Rau
* Julius Brink / Christoph Dieckmann, David Klemperer / Eric Koreng, Jonas Reckermann / Mischa Urbatzka
Beach Soccer
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Beach Soccer ist eine Abwandlung des Fußballspiels.
Diese Sportart wird, ähnlich wie Beachvolleyball, auf Sand oder auf einem Sandstrand ausgetragen. Seit 1998 gibt es eine internationale Profiliga, in der bekannte ehemalige Profifußballer mitspielen.
Da der Deutsche Fußball-Bund keine eigenen Meisterschaften austrägt, wurde 2001 der Deutsche Beach Soccer Verband gegründet.
Inhaltsverzeichnis
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* 1 Regeln
* 2 Nationale Meisterschaften
* 3 Internationale Meisterschaften
* 4 Weltmeisterschaften
* 5 Allgemeines
* 6 Vereine
* 7 Weblinks
Regeln [Bearbeiten]
Das Spiel wird von zwei Mannschaften mit je fünf Spielern (4 Feldspieler + 1 Torwart) bestritten. Weiterhin gibt es drei bis maximal fünf Ergänzungsspieler.
Die Spieler dürfen keine Ausrüstung tragen, die andere Spieler verletzen könnte. Die Kleidung besteht aus einer Short und einem Trikot. Gespielt wird barfuß auf der Sandfläche - lediglich elastische Fuß- oder Knöchelbandagen sind gestattet.
Das Spiel besteht aus drei Perioden mit jeweils zwölf Spielminuten. Nach jeder Spielperiode wird die Seite gewechselt. Sollte das Spiel unentschieden sein, folgt eine Verlängerung mit einer Dauer von drei Minuten. Gewinner ist diejenige Mannschaft, die das erste Tor, das Golden Goal, erzielt.
Um das Spiel schnell zu halten, gibt es eine 5-Sekunden-Regel für die Ausführung von Standardsituationen (Ecken, Einwurf, Einkick, Freistoß, Strafstoß, Abwurf). Diese fünf Sekunden werden von den Schiedsrichtern angezeigt.
Bei einem Freistoß darf keine Mauer gebildet werden; d. h. beim Ausführen des Freistoßes darf sich zwischen dem Tor und dem ruhenden Ball kein Spieler der gegnerischen Mannschaft befinden. Der gefoulte Spieler muss den Freistoß/Strafstoß selber ausführen.
Der Torwart darf einen Ball mit der Hand aufnehmen, auch wenn er vom eigenen Spieler zurückgespielt wurde. Dies darf er aber nur 1x pro Ballbesitz seiner Mannschaft. Er darf den Ball erst dann wieder mit der Hand aufnehmen, wenn ein gegnerischer Spieler den Ball berührt hat.
Wird der Ball in der Halle an die Decke gespielt, erhält die andere Mannschaft einen Freistoß an der Mittellinie.
Beim Anstoß müssen alle Spieler der gegnerischen Mannschaft mindestens 5 Meter Abstand vom Ball halten.
Nationale Meisterschaften [Bearbeiten]
* DBSV German Beach Soccer Masters
Seit 2003 organisiert der Deutsche Beach Soccer Verband (DBSV) eine nationale Meisterschaft. Auf regionalen Turnieren können sich die besten Teams für das Finalturnier qualifizieren. Der Sieger vertritt Deutschland auf internationalen Vereins-Meisterschaften.
- Sieger 2003: BSC Turbine Köln e.V. (Finalturnier Arena aufSchalke) - Sieger 2004: Dreamcatcher Braunschweig (Finalturnier Kiel) - Sieger 2005: Uniao Brasil München e.V. (Finalturnier Neuss) - Sieger 2006: Uniao Brasil München e.V. (Finalturnier Krefeld) - Sieger 2007: Uniao Brasil München e.V. (Finalturnier Hilden)
Internationale Meisterschaften [Bearbeiten]
* Euro Beach Soccer League (EBSL) - Europäische Beach Soccer Profiliga (jährlich Juli-August)
* Euro Beach Soccer Cup (EBSL) - Europameistschaft (jährlich, Mai)
* FIFA Beach Soccer World Cup - Weltmeisterschaft (jährlich, November)
Weltmeisterschaften [Bearbeiten]
Seit 1995 wird die Beach Soccer Weltmeisterschaft ausgetragen. Austragungsland war bislang immer Brasilien!
Übersicht der Weltmeister:
Jahr Weltmeister 2. Platz 3. Platz
1995
Brasilien
USA
England
1996
Brasilien
Uruguay
Italien
1997
Brasilien
Uruguay
Italien
1998
Brasilien
Frankreich
Uruguay
1999
Brasilien
Portugal
Uruguay
2000
Brasilien
Peru
Spanien
2001
Portugal
Frankreich
Argentinien
2002
Brasilien
Portugal
Uruguay
2003
Brasilien
Spanien
Portugal
2004
Brasilien
Spanien
Portugal
2005
Frankreich
Portugal
Brasilien
2006
Brasilien
Uruguay
Frankreich
Allgemeines [Bearbeiten]
Dieses Spiel kann nicht nur von Profispielern gespielt werden, sondern von jedem, der Spaß an der Sportart Fußball und an der Bewegung an sich hat. Beach Soccer bietet eine ideale Abwechslung zum Alltag. Man kann etwas für seine Gesundheit machen oder einfach lustige Stunden im Kreise der Freunde verbringen.
Diese Sportart ist an jedem geeigneten Platz ausführbar, d. h. auch an herkömmlichen Urlaubsstränden. Notfalls benötigt man nicht einmal feste Tore. Es wäre in diesem Fall möglich einfach 2 Schuhe als Tormarkierung aufzustellen. Dies natürlich nur wenn es aus Spaß gespielt wird und sich nicht im Rahmen eines Wettkampfes abspielt.
Vereine [Bearbeiten]
Deutschland
* Beachboys Oranienburg
* Beachkick Berlin
* BeachSoccerClub BSC Turbine Köln 02 e.V.
* L.E. Soccers e.V.
* Uniao Brasil München e.V.
* 1. MSC Strandkaiser.de Krefeld e. V.
* Beach Boyz Walkraiburg
* BSC Beachdribbler Düsseldorf
Österreich
* Stella Rossa tipp3
* SU Borussia Hetzendorf
* Weißes Ballett
* Represent Cuba
Schweiz
* Sable Dancers
* BSC Scorpions Basel
* Ospresos
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Beach Soccer ist eine Abwandlung des Fußballspiels.
Diese Sportart wird, ähnlich wie Beachvolleyball, auf Sand oder auf einem Sandstrand ausgetragen. Seit 1998 gibt es eine internationale Profiliga, in der bekannte ehemalige Profifußballer mitspielen.
Da der Deutsche Fußball-Bund keine eigenen Meisterschaften austrägt, wurde 2001 der Deutsche Beach Soccer Verband gegründet.
Inhaltsverzeichnis
[Verbergen]
* 1 Regeln
* 2 Nationale Meisterschaften
* 3 Internationale Meisterschaften
* 4 Weltmeisterschaften
* 5 Allgemeines
* 6 Vereine
* 7 Weblinks
Regeln [Bearbeiten]
Das Spiel wird von zwei Mannschaften mit je fünf Spielern (4 Feldspieler + 1 Torwart) bestritten. Weiterhin gibt es drei bis maximal fünf Ergänzungsspieler.
Die Spieler dürfen keine Ausrüstung tragen, die andere Spieler verletzen könnte. Die Kleidung besteht aus einer Short und einem Trikot. Gespielt wird barfuß auf der Sandfläche - lediglich elastische Fuß- oder Knöchelbandagen sind gestattet.
Das Spiel besteht aus drei Perioden mit jeweils zwölf Spielminuten. Nach jeder Spielperiode wird die Seite gewechselt. Sollte das Spiel unentschieden sein, folgt eine Verlängerung mit einer Dauer von drei Minuten. Gewinner ist diejenige Mannschaft, die das erste Tor, das Golden Goal, erzielt.
Um das Spiel schnell zu halten, gibt es eine 5-Sekunden-Regel für die Ausführung von Standardsituationen (Ecken, Einwurf, Einkick, Freistoß, Strafstoß, Abwurf). Diese fünf Sekunden werden von den Schiedsrichtern angezeigt.
Bei einem Freistoß darf keine Mauer gebildet werden; d. h. beim Ausführen des Freistoßes darf sich zwischen dem Tor und dem ruhenden Ball kein Spieler der gegnerischen Mannschaft befinden. Der gefoulte Spieler muss den Freistoß/Strafstoß selber ausführen.
Der Torwart darf einen Ball mit der Hand aufnehmen, auch wenn er vom eigenen Spieler zurückgespielt wurde. Dies darf er aber nur 1x pro Ballbesitz seiner Mannschaft. Er darf den Ball erst dann wieder mit der Hand aufnehmen, wenn ein gegnerischer Spieler den Ball berührt hat.
Wird der Ball in der Halle an die Decke gespielt, erhält die andere Mannschaft einen Freistoß an der Mittellinie.
Beim Anstoß müssen alle Spieler der gegnerischen Mannschaft mindestens 5 Meter Abstand vom Ball halten.
Nationale Meisterschaften [Bearbeiten]
* DBSV German Beach Soccer Masters
Seit 2003 organisiert der Deutsche Beach Soccer Verband (DBSV) eine nationale Meisterschaft. Auf regionalen Turnieren können sich die besten Teams für das Finalturnier qualifizieren. Der Sieger vertritt Deutschland auf internationalen Vereins-Meisterschaften.
- Sieger 2003: BSC Turbine Köln e.V. (Finalturnier Arena aufSchalke) - Sieger 2004: Dreamcatcher Braunschweig (Finalturnier Kiel) - Sieger 2005: Uniao Brasil München e.V. (Finalturnier Neuss) - Sieger 2006: Uniao Brasil München e.V. (Finalturnier Krefeld) - Sieger 2007: Uniao Brasil München e.V. (Finalturnier Hilden)
Internationale Meisterschaften [Bearbeiten]
* Euro Beach Soccer League (EBSL) - Europäische Beach Soccer Profiliga (jährlich Juli-August)
* Euro Beach Soccer Cup (EBSL) - Europameistschaft (jährlich, Mai)
* FIFA Beach Soccer World Cup - Weltmeisterschaft (jährlich, November)
Weltmeisterschaften [Bearbeiten]
Seit 1995 wird die Beach Soccer Weltmeisterschaft ausgetragen. Austragungsland war bislang immer Brasilien!
Übersicht der Weltmeister:
Jahr Weltmeister 2. Platz 3. Platz
1995
Brasilien
USA
England
1996
Brasilien
Uruguay
Italien
1997
Brasilien
Uruguay
Italien
1998
Brasilien
Frankreich
Uruguay
1999
Brasilien
Portugal
Uruguay
2000
Brasilien
Peru
Spanien
2001
Portugal
Frankreich
Argentinien
2002
Brasilien
Portugal
Uruguay
2003
Brasilien
Spanien
Portugal
2004
Brasilien
Spanien
Portugal
2005
Frankreich
Portugal
Brasilien
2006
Brasilien
Uruguay
Frankreich
Allgemeines [Bearbeiten]
Dieses Spiel kann nicht nur von Profispielern gespielt werden, sondern von jedem, der Spaß an der Sportart Fußball und an der Bewegung an sich hat. Beach Soccer bietet eine ideale Abwechslung zum Alltag. Man kann etwas für seine Gesundheit machen oder einfach lustige Stunden im Kreise der Freunde verbringen.
Diese Sportart ist an jedem geeigneten Platz ausführbar, d. h. auch an herkömmlichen Urlaubsstränden. Notfalls benötigt man nicht einmal feste Tore. Es wäre in diesem Fall möglich einfach 2 Schuhe als Tormarkierung aufzustellen. Dies natürlich nur wenn es aus Spaß gespielt wird und sich nicht im Rahmen eines Wettkampfes abspielt.
Vereine [Bearbeiten]
Deutschland
* Beachboys Oranienburg
* Beachkick Berlin
* BeachSoccerClub BSC Turbine Köln 02 e.V.
* L.E. Soccers e.V.
* Uniao Brasil München e.V.
* 1. MSC Strandkaiser.de Krefeld e. V.
* Beach Boyz Walkraiburg
* BSC Beachdribbler Düsseldorf
Österreich
* Stella Rossa tipp3
* SU Borussia Hetzendorf
* Weißes Ballett
* Represent Cuba
Schweiz
* Sable Dancers
* BSC Scorpions Basel
* Ospresos
Handball
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Angriffsszene beim Handballspiel
Angriffsszene beim Handballspiel
Handball ist eine Sportart, bei der zwei Mannschaften aus je sieben Spielern (sechs Feldspieler und ein Torwart) gegeneinander spielen. Das Ziel des Spiels besteht darin, den Handball in das gegnerische Tor zu werfen und somit ein Tor zu erzielen. Die Mannschaft, die nach Ablauf der Spielzeit, die zweimal 30 Minuten beträgt (bei Jugendmannschaften kürzere Spielzeiten), die meisten Tore erzielt hat, gewinnt.
Außer dem Hallenhandball (meist einfach Handball genannt) gibt es noch zwei weitere Varianten. Zum einen den früher gespielten Feldhandball, und zum anderen den sich wachsender Beliebtheit erfreuenden Beachhandball.
In den Vereinigten Staaten wird unter Handball American Handball verstanden, das eine völlig andere Sportart ist.
Inhaltsverzeichnis
[Verbergen]
* 1 Grundlagen
o 1.1 Spielfeld
o 1.2 Torraum
o 1.3 Tore
o 1.4 Spielball
o 1.5 Spielzeit und Auszeit
o 1.6 Schiedsrichter
* 2 Mannschaft und Ballführung
o 2.1 Spieleranzahl und Auswechslungen
o 2.2 Feldspieler
o 2.3 Torwart
o 2.4 Wurftechniken
* 3 Fouls und Strafen
* 4 Grundsätzliche Strategie
o 4.1 Verteidigung und Angriff
o 4.2 Passives Spiel
* 5 Geschichte
* 6 Verbreitung
* 7 Organisation
* 8 Bekannte deutsche Spielerpersönlichkeiten
* 9 Aktuelle Titelträger
o 9.1 Männer
o 9.2 Frauen
* 10 Erstligavereine im deutschsprachigen Raum
o 10.1 Deutschland
o 10.2 Österreich
+ 10.2.1 Männer
+ 10.2.2 Frauen
o 10.3 Schweiz
+ 10.3.1 Männer
+ 10.3.2 Frauen
* 11 Zweitligisten im deutschsprachigen Raum
* 12 Siehe auch
* 13 Literatur
* 14 Quellen
* 15 Weblinks
o 15.1 Verbände
o 15.2 Trainerwesen
o 15.3 Weitere Weblinks
Grundlagen
Spielfeld
Skizze des Spielfeldes
Skizze des Spielfeldes
Das Spielfeld hat die Form eines Rechtecks (40 m × 20 m) und wird durch die Mittellinie in zwei Hälften geteilt. Die Besonderheit des Handballfeldes liegt in den zwei durchgezogenen Torraumlinien (6-Meter-Kreis, Wurfkreis) und den gestrichelten Freiwurflinien, die parallel zu den Torraumlinien verlaufen und einen Abstand von 9 Metern zum Tor haben. Diese Linien werden aus zwei Viertelkreisen um die Torpfosten gebildet, verbunden durch eine Gerade parallel zur Torlinie. Sie liegen an den beiden kurzen Seiten des Spielfeldes.
Sieben Meter vor dem Tor befindet sich die Strafwurflinie (vergleichbar mit dem Elfmeter-Punkt beim Fußball). Hierbei gilt, dass die Linien zu dem Raum gehören, den sie begrenzen. Die einzige Ausnahme hierbei bildet die Mittellinie. In Ausnahmefällen kann auch eine kleinere Spielfläche zugelassen werden. Zudem gibt es an den zwei Auswechselbänken für jedes Team einen Auswechselbereich, der 4,50 m breit ist. Nur in diesem Bereich darf ein- bzw. ausgewechselt werden. Wenn außerhalb gewechselt wird, wird der Wechselfehler mit einer 2-Minuten-Strafe geahndet.
Torraum
Der Torraum darf von Feldspielern nicht betreten werden. Davor befindet sich die sogenannte 6-m-Linie, welche nicht überschritten werden darf. Ein Angreifer darf vor dem Kreis abspringen und aus kurzer Distanz auf das Tor werfen, wobei der Ball die Hand verlassen haben muss, bevor dieser Spieler den Boden berührt. Das Betreten des Torraums ohne Ball, um sich einen Vorteil zu verschaffen (z. B. eine bessere Anspielposition) führt zu Ballverlust für die Mannschaft des Spielers, die Spielfortsetzung ist Abwurf.
Ein Betreten des Kreises durch einen Abwehrspieler wird in der Regel nur dann geahndet, wenn er sich zum Zwecke der Abwehr hierdurch einen Vorteil verschafft. Verhindert er dabei eine klare Torgelegenheit, ist die Spielfortsetzung ein Siebenmeterwurf (Wiederherstellung der klaren Torgelegenheit).
Die 4-m-Linie hat nur beim 7-m-Wurf eine Bedeutung. Der Torwart darf in diesem Fall nicht weiter als bis zu dieser Marke aus dem Tor herauskommen, wobei einzelne Körperteile in der Luft darüber hinausragen dürfen.
Tore
Die Tore müssen fest im Boden oder an der hinter ihnen befindlichen Wand verankert sein. Ihre lichte Breite beträgt drei Meter und die lichte Höhe zwei Meter. Der Torrahmen muss ein Rechteck sein.
Die Torpfosten und die Querlatte, welche sie verbindet, müssen aus dem gleichen Material (zum Beispiel Holz oder Leichtmetall) bestehen und ein quadratisches Profil von 8 cm Kantenlänge aufweisen. Die Kanten müssen abgerundet sein und einen Radius von 4±1 mm aufweisen. Die Torpfosten und die Querlatte müssen auf den drei von der Spielfläche einzusehenden Seiten mit zwei deutlich kontrastierenden Farben gestrichen sein, die sich ebenfalls deutlich vom Hintergrund abheben. Beide Tore müssen dieselben Farben aufweisen.
In der Ecke zwischen Pfosten und Querlatte messen die Farbstreifen der Tore 28 cm in jede Richtung und weisen dieselbe Farbe auf. Alle anderen Streifen müssen 20 cm lang sein. Jedes Tor muss ein Netz haben, das sogenannte Tornetz. Dieses muss derart befestigt sein, dass ein in das Tor geworfener Ball normalerweise im Tor verbleibt oder nicht durch das Tor hindurchfliegen kann. Falls notwendig, kann – im Tor hinter der Torlinie – ein weiteres Netz angebracht werden. Die Entfernung zwischen der Torlinie und diesem weiteren Netz sollte ca. 70 cm, mindestens aber 60 cm betragen.
Die Normen für Handballtore wurden vom Europäischen Komitee für Normung, CEN (Comité Européen de Normalisation) im Rahmen der Norm EN 749 in Verbindung mit der Norm EN 202.10-1 festgelegt. [1]
Spielball
Der Spielball besteht aus einer luftgefüllten Leder- oder Kunststoffhülle. Es werden drei Größen verwendet:
Ein Handball der Größe III
Ein Handball der Größe III
Größe Mannschaften Umfang (in cm) Gewicht (in g)
III Männer und männliche Jugend ab 16 (mJA) 58–60 425–475
II Frauen, männliche Jugend ab 12 (mJC+mJB) und weibliche Jugend ab 14 (wJB+wJA) 54–56 325–375
I Jugend ab 8 (mJE, mJD, wJE, wJD, wJC) 50–52 290–330
Größe und Gewicht für Bälle im „Mini-Handball“ sind in der IHF-Regel nicht festgelegt. Der inoffizielle Umfang des Minihandballs beträgt 48 cm.
Häufig wird der Ball geharzt. Das Harz trägt dazu bei, dass der Ball auch nur mit einer Hand bequem gehalten werden kann und dass man mit dem Wurfarm auch diverse Täuschungen und Trickwürfe, wie zum Beispiel Dreher, ausführen kann. In vielen Hallen herrscht allerdings ein Harz- und Haftmittelverbot, denn das Harz am Ball hinterlässt klebrige Spuren.
Spielzeit und Auszeit
Auszeit in einem Bundesligaspiel
Auszeit in einem Bundesligaspiel
Die Spielzeit beträgt 2 × 30 Minuten. Bei Turnieren, bei denen eine Entscheidung herbeigeführt werden muss, wird bei Unentschieden 2 × 5 Minuten verlängert. Danach gibt es ein 7-Meter-Werfen. Jedoch gibt es hier keine eindeutige Regelung; auch eine einmalige weitere Verlängerung ist möglich.
Im Jugendbereich hat der DHB folgende Einteilung nach Alterskategorien bei der Spieldauer vorgenommen: in der E- und D-Jugend 2 × 20 Minuten, in der C- und B-Jugend 2 × 25 Minuten und ab der A-Jugend 2 × 30 Minuten. Die IHF-Spielregeln sehen hier jedoch explizit eine Altersangabe vor.
Die Schiedsrichter können nach eigenem Ermessen die Spielzeit unterbrechen (Unterbrechung, Timeout). Beim Siebenmeter soll im Zweifel auf Timeout entschieden werden, z. B. bei einem Torwartwechsel oder bei absehbaren Verzögerungen.
Jede Mannschaft hat das Recht, jeweils einmal pro Halbzeit der regulären Spielzeit das Spiel für eine Minute unterbrechen zu lassen, um eine Auszeit zu nehmen (Mannschaftsauszeit, Team-Timeout [TTO]). Dieses Recht kann sie nur nutzen, wenn sie in Ballbesitz ist. Die Auszeit wird durch einen Mannschaftsverantwortlichen dadurch ausgelöst, indem er eine grüne Karte, meist mit einem schwarzen „T“ versehen, auf den Tisch von Zeitnehmer und Sekretär legt. Der Zeitnehmer unterbricht sofort das Spiel mit einem akustischen Signal (Hupe, Sirene oder Pfeife) – wenn die die Auszeit beantragende Mannschaft in Ballbesitz ist – und hält die Zeit an. Nach 50 Sekunden zeigt der Zeitnehmer durch ein akustisches Signal an, dass das Spiel in zehn Sekunden mit Anwurf oder Abwurf fortzusetzen ist[2].
In der Auszeit werden gewöhnlich Spieltaktiken besprochen. Häufig wird die Auszeit aber auch nur aus rein taktischen Gründen genommen, um den Spielfluss der gegnerischen Mannschaft zu unterbrechen. Es gibt lokal auch Spielklassen, in denen Auszeiten untersagt sind.
Schiedsrichter
siehe Hauptartikel Handballschiedsrichter
Mannschaft und Ballführung
Spieleranzahl und Auswechslungen
Jede Mannschaft besteht aus 7 Spielern – 6 Feldspielern und einem Torwart. Bis zu sieben weitere Mitspieler können als Auswechselspieler auf der Wechselbank Platz nehmen. Der Wechsel der Spieler erfolgt beliebig oft während des laufenden Spiels innerhalb des vorgeschriebenen Wechselraums. Eine Auswechslung mit Anmeldung wie beim Fußball gibt es hierbei nicht. Innerhalb des DHB gilt ferner die Sonderregelung, dass im Jugendbereich nur bei eigenem Ballbesitz oder bei einer Unterbrechung (Timeout) gewechselt werden darf. Damit soll im Jugendbereich eine frühzeitige Spezialisierung auf Angriff oder Abwehr verhindert werden.
Feldspieler
Die Feldspieler dürfen den Ball nicht nur mit der Hand berühren, sondern mit allen Körperteilen oberhalb des Knies (das Knie eingeschlossen), wobei, wie in anderen Ballsportarten auch, zwischen Fangen und Dribbeln unterschieden wird. Ohne Dribbeln darf der Spieler nur maximal drei Schritte machen und den Ball nur drei Sekunden lang festhalten, dann muss er den Ball durch Pass an einen Mitspieler oder durch einen Torwurf freigeben. Bewegt er sich mit dem Ball über das Spielfeld, so darf direkt nach der Ballannahme maximal drei Schritte und nach dem Dribbeln maximal drei Schritte gelaufen werden. Läuft ein Spieler unbehindert (d. h. ohne Halten oder Klammern durch den Gegner) mehr als diese drei Schritte („Schrittfehler“ oder einfach „Schritte“ genannt) oder fängt er den Ball, dribbelt dann, nimmt den Ball wieder auf und beginnt erneut zu dribbeln (umgangssprachlich auch als „Doppeldribbling“, „Doppelfang“ oder „Zweimal“ bezeichnet), gelangt die gegnerische Mannschaft (durch einen Freiwurf) in Ballbesitz. Außerdem dürfen die Feldspieler den Ball nicht absichtlich in den eigenen Torraum zurückspielen. In diesem Fall erhält die gegnerische Mannschaft einen Freiwurf.
Abkürzungen der Feldspieler und Beschreibung ihrer Positionen:
Angriff:
* LA – Linksaußen – linke Außenbahn
* RA – Rechtsaußen – rechte Außenbahn
* RL – Rückraumlinks – linker Rückraum
* RM – Rückraummitte – zentraler Rückraum, „Spielmacher“
* RR – Rückraumrechts – rechter Rückraum
* KM – Kreismitte – Kreis
* KL/KR – Kreislinks/Kreisrechts (Spiel mit zwei Kreisläufern) – Kreis
Abwehr:
* AL – Außenlinks – linke Außenbahn, Gegenspieler des RA
* AR – Außenrechts – rechte Außenbahn, Gegenspieler des LA
* HL – Halblinks – linker Rückraum, Gegenspieler des RR
* HR – Halbrechts – rechter Rückraum, Gegenspieler des RL
* HM – Hinten Mitte – zentraler Deckungsspieler am Kreis
* VM – Vorne Mitte – vorgezogener Deckungsspieler, „Indianer“
* IL/IR – Innenlinks/Innenrechts (Mittelblock deckt auf einer Linie) – zwei zentrale Deckungsspieler am Kreis
Die Positionen werden immer aus der Sicht des Torwarts bezeichnet.
Torwart
Eine Torfrau beim Siebenmeter
Eine Torfrau beim Siebenmeter
Der Torwart darf im Torraum den in Richtung Tor geworfenen Ball mit allen Körperteilen abwehren. Der Torwart muss sich in der Bekleidung von den Feldspielern unterscheiden, darf aber auch den Torraum verlassen (jedoch nicht mit dem unter Kontrolle gebrachten Ball). Einen nicht unter Kontrolle gebrachten Ball darf der Torwart außerhalb des Torraums weiterspielen. Jeder Spieler der Mannschaft kann als Torwart eingesetzt werden. In spielentscheidenden Situationen, z. B. bei einem Tor Rückstand oder Gleichstand kurz vor Ende des Spiels, wird der Torwart häufig als siebter Feldspieler eingesetzt. Hierbei wird er häufig durch einen Feldspieler ersetzt, der ein Leibchen trägt. Der siebte Feldspieler wird dann meist als zweiter Kreisläufer eingesetzt, um eine Überzahlsituation zu schaffen. Wenn sich der Torwart bei einem Siebenmeter nicht bewegt und der Spieler, der den Strafwurf ausführt, ihm dabei den Ball mit Absicht an den Kopf wirft, muss der Spieler, der den Wurf abgegeben hat, mit einer Disqualifikation bestraft werden.
Abkürzung des Torwarts
* TW
Wurftechniken
Siehe Hauptartikel Wurftechnik (Handball)
Sprungwurf beim Tempogegenstoß
Sprungwurf beim Tempogegenstoß
Insgesamt gibt es drei verschiedene Wurftechniken:
1. Schlagwurf/Stemmwurf/Kernwurf: Der ballführende Spieler wirft aus dem Stand, das heißt mindestens ein Fuß hat Bodenkontakt.
2. Sprungwurf: Der Sprungwurf, welcher einem Schlagwurf in der Luft gleicht, ist der wichtigste und am häufigsten angewendete Wurf im Handball.
3. Fallwurf: Der Fallwurf, welcher bevorzugt nahe der Torraumlinie angewendet wird, ist streng genommen ein Schlagwurf aus der Fallbewegung. Es gibt zwei Arten der Ausführung: frontal oder aus der Körperdrehung heraus.
Weiterhin gibt es spezielle Variationen gewisser Techniken:
Ein Heber beim Siebenmeterwurf
Ein Heber beim Siebenmeterwurf
* Schlenzer (Hüftwurf): Der Stemmwurf kann zu einem „Schlenzer“ abgewandelt werden. Hierbei wirft der Spieler „aus der Hüfte“, der Ball verlässt die Hand auf Hüfthöhe.
* Kempa-Trick: Der ballführende Spieler passt auf einen in den Torraum springenden Spieler, der den Ball im Flug annimmt und wirft. Diese Variation ist vor allem bei Außenspielern beliebt.
* Dreher: Der Spieler springt in den Kreis und versetzt den Ball so in Rotation, dass er nach dem Aufsetzen auf dem Boden die seitliche Flugrichtung ändert und am Torwart vorbei ins Tor springt.
* Heber: Bei dieser Technik wird versucht, den Ball mit einer relativ steilen Flugkurve über den Kopf des Torwarts hinweg aufs Tor zu werfen. Der Heber wird meist dann angewendet, wenn der Torwart aus seinem Tor kommt, beispielsweise bei Gegenstößen, beim Siebenmeterwurf oder Würfen von den Außenpositionen.
* Luftdreher („Airdreher“): Der Ball verändert in der Luft seine Flugrichtung ein kleines Stück, wie beim Fußball beim Freistoß. Dieser Wurf ist sehr schwer auszuführen und wird meist von den Außenspielern angewendet.
Fouls und Strafen
Siebenmeter
Siebenmeter
Die Gelbe Karte zeigt eine Verwarnung an
Die Gelbe Karte zeigt eine Verwarnung an
2 Minuten Zeitstrafe
2 Minuten Zeitstrafe
Die Rote Karte zeigt eine Disqualifikation an
Die Rote Karte zeigt eine Disqualifikation an
Es ist erlaubt, den Ball wegzuspielen oder zu blocken sowie den Gegenspieler zu sperren. Körperkontakt ist grundsätzlich ebenfalls erlaubt.
Es ist nicht erlaubt, den Ball wegzureißen, den Gegenspieler festzuhalten, zu klammern, zu stoßen, anzuspringen, wegzudrängen o. ä.
Handball ist damit bewusst als körperbetontes Spiel angelegt.
Verstöße gegen die Regeln führen zu Ballverlust und
* zu einem Freiwurf (an der Stelle des Regelverstoßes, mindestens jedoch 9 Meter vom Tor)
* zu einem 7-Meter-Wurf, wenn der Gegenspieler durch die Regelwidrigkeit (egal welcher Art) an einer klaren Torgelegenheit gehindert wurde. Der Siebenmeterwurf gilt hier als Wiedergutmachung bzw. Wiederherstellung einer klaren Tormöglichkeit.
Zusätzlich zu dieser Spielfortsetzung ist bei besonderer Ausprägung der Verstöße gegen die Regel (was im Spielbetrieb der Normalfall ist) ein „progressives Strafsystem“ definiert:
* die Verwarnung (Gelbe Karte), beim ersten Verstoß (jedoch sollten nur drei pro Mannschaft ausgesprochen werden, danach folgen 2-Minuten-Zeitstrafen),
* die 2-Minuten-Zeitstrafe (kann auch bei besonderer Schwere des Regelverstoßes ausgesprochen werden, bevor die 3 Verwarnungen „verbraucht“ wurden)
* die 2+2-Minuten-Zeitstrafe (kann z. B. ausgesprochen werden, wenn ein Spieler auf eine gegen ihn verhängte Zeitstrafe lautstark oder gestenreich protestiert, aber dabei den Schiedsrichter nicht beleidigt).
* die 2-Minuten-Zeitstrafe+Disqualifikation wird ausgesprochen, wenn ein Spieler nach einer Hinausstellung in beleidigender Form gegen diese Entscheidung protestiert.
* die Disqualifikation (Rote Karte) bei besonders definierten Verstößen (insbesondere bei gesundheitsgefährdendem Foulspiel), die dritte 2-Minuten-Zeitstrafe desselben Spielers führt ebenfalls zu seiner Disqualifikation (die Mannschaft wird wie bei der 2-Minuten-Zeitstrafe um einen Spieler auf der Spielfläche reduziert, darf jedoch, nachdem die zwei Minuten abgelaufen sind, einen anderen Spieler auf das Feld schicken).
* der Ausschluss, die härteste Form der Bestrafung in einem Handballspiel. Sie wird nur bei Tätlichkeiten eines Spielers gegenüber anderen Spielern, Offiziellen oder Schiedsrichtern ausgesprochen. Der Spieler wird vom Spiel ausgeschlossen, und die Mannschaft darf den Spieler nicht wieder ersetzen. Außerdem bringt der Ausschluss auch nach dem Spiel schärfere Strafen als eine Disqualifikation für den Verein bzw. den Spieler mit sich (Geldstrafe, lange Sperre o. Ä.). Der Ausschluss ist nicht dem progressiven Strafsystem zuzuordnen, sondern als „Strafe für besonders schwere Fälle“ zu sehen. Als Tätlichkeit gilt das Anspucken (nur wenn jemand getroffen wird), Treten und Schlagen. Die beiden letztgenannten Delikte werden gegebenenfalls als Disqualifikation bestraft, wenn sie als Affekthandlung unmittelbar auf ein Foul des Gegners erfolgen. Sonst gibt es hier auch einen Ausschluss.
Für die drei Offiziellen und den Mannschaftsverantwortlichen auf der Bank gelten bei der Bestrafung Sonderregelungen. Diese vier Personen dürfen insgesamt eine Verwarnung und eine Hinausstellung erhalten, danach wird jedes Vergehen mit Disqualifikation bestraft.
Da es im praktischen Spielbetrieb nur schwer möglich ist, den Gegenspieler regelkonform vom Ball zu trennen (Fehlpässe ausgenommen), sind Freiwürfe und progressive Bestrafung normale einkalkulierte Bestandteile eines Handballspiels.
Grundsätzliche Strategie
Beim Handball bewegen sich bei normalen Angriffen alle Feldspieler in die Hälfte der verteidigenden Mannschaft. Beim schnellen Umschalten nach Ballgewinn aus der Deckung heraus gewinnt die erste Welle (beim „Tempogegenstoß“) heutzutage aber immer mehr an Bedeutung. Bei diesem Angriff wird meist über die beiden Außenpositionen oder über vorgelagerte, offensive Abwehrspieler versucht, mit wenigen Spielern eine kurzzeitige Überzahlsituation zu schaffen und so zu einfachen Torerfolgen zu gelangen. Ist die erste Welle nicht erfolgreich bzw. können die Konterspieler nicht angespielt werden, greift die zweite Welle: die verbleibenden Spieler organisieren den Ballvortrag, wieder mit dem Ziel, sich gegenüber der in Rückwärtsbewegung befindlichen abwehrenden Mannschaft Überzahlsituationen zu verschaffen. Weitere Varianten des schnellen Angriffsspiels sind der schnelle Anwurf nach einem Torerfolg der gegnerischen Mannschaft – „Schnelle Mitte“ genannt – und die dritte Welle – meist eine standardisierte Angriffskonzeption nach dem Ballvortrag gegen die gerade formierte Deckung.
Die SG Kronau/Östringen im Angriff gegen die HSG Wetzlar
Die SG Kronau/Östringen im Angriff gegen die HSG Wetzlar
Verteidigung und Angriff
EIn Kreisläufer (hier Hannes Volk) in Aktion
EIn Kreisläufer (hier Hannes Volk) in Aktion
Die Verteidiger (Abwehrspieler) bilden aufgrund der Topographie des Spielfeldes in der Regel eine Zonendeckung vor dem Wurfkreis. Es gibt eine Vielzahl von Varianten dieser Zonendeckung entsprechend der unterschiedlichen Angriffsstrategien der Angreifer. Die Zonendeckung führt ebenfalls zu einer starken Spezialisierung der Spieler. In der Regel unterscheidet man bei den Angriffsspielern die Außenspieler (Linksaußen [LA] und Rechtsaußen [RA]), Rückraumspieler (Rückraumlinks [RL], Rückraummitte [RM], Rückraumrechts [RR]) und den Kreisspieler (Kreismitte [KM]). Zur besseren Unterscheidung bei Ansprachen, Trainingsskizzen usw. werden die entsprechenden Abwehrspieler unterteilt in die Außenspieler (Außenlinks [AL] und Außenrechts [AR]), Halbspieler (Halblinks [HL] und Halbrechts [HR]) und Mittelblock (Innenlinks [IL] und Innenrechts [IR]). Abweichungen davon ergeben sich durch die Struktur der gewählten Verteidigung.
Zudem gibt es durch die schnelle Wechselmöglichkeit (ohne Anmeldung, beliebig oft) die Chance, spezialisierte Angriffs- und Abwehrspieler einzusetzen.
Die Angreifer versuchen entweder durch Einzelaktionen oder durch gruppen- bzw. mannschaftstaktische Angriffskonzeptionen einen Spieler in eine günstige Wurfposition zu bringen und ein Tor zu erzielen.
Die zwei gebräuchlichsten Deckungsvarianten sind 6–0 (die Grundposition aller Spieler ist direkt am Wurfkreis) und 5–1 (der mittlere Abwehrspieler ist vorgezogen). Eine weiterhin verbreitete Deckungsvariante ist die 3–2–1-Deckung. Daneben gibt es noch die 4–2-Deckung, bei der zwei Abwehrspieler vor der Deckung meist gegen den rechten sowie linken Rückraumspieler (RR und RL) agieren. Selten sind die 3–3-Deckung (mit drei vorgezogenen Abwehrspielern), die 1–5-Deckung, bei der alle Spieler bis auf den Gegenspieler des Kreisläufers vorgezogen sind, und die offene Manndeckung, die gelegentlich bei sehr engen Spielständen in den letzten Minuten eines Spiels angewandt wird. Oft praktiziert wird auch eine einzelne Manndeckung gegen herausragende Angriffsspieler einer Mannschaft, was jedoch dazu führt, dass die verbleibenden 5 Abwehrspieler jeweils mehr Raum zu verteidigen haben. Allen Deckungsvarianten ist gemeinsam, dass oft versucht wird, bei Würfen der Rückraumspieler ein Zusammenspiel zwischen Torwart und Deckungsblock zu erreichen. So ist es Aufgabe des Deckungsblocks, den Wurf auf eine Seite des Tores zu verhindern, und der Torwart „übernimmt“ dann die andere Seite.
Obwohl es sich also meist um eine Zonenverteidigung handelt, ist der entscheidende Punkt die Zuordnung jedes Angreifers zu den Abwehrspielern. Mit den Angriffskonzeptionen wird versucht, die Zuordnung zu stören, Abspracheprobleme beim Übergeben/Übernehmen von Angriffsspielern in der Deckung zu erzwingen und so eine Überzahlsituation zu schaffen, in der ein Angreifer möglichst ungehindert zum Torwurf gelangt. Wurfstarke Rückraumspieler haben, wenn sie ungestört auf das Tor werfen können, immer eine sehr gute Torchance. Im Gegensatz zu den meist wurfgewaltigen Rückraumspielern sind Außen- und Kreisspieler in der Regel variantenreicher, was das Wurfrepertoire angeht, und darauf trainiert, auch noch aus den unmöglichsten Winkeln den Ball im Tor unterzubringen, wenn sie zu einem Sprungwurf in den Torraum kommen.
Im Jugendhandball bis einschließlich zur C-Jugend muss eine offensive Deckung (1–5, 2–4 o. ä.) gespielt werden. Diese Maßnahmen sollen zu einer besseren Entwicklung der individuellen Stärken aller Spieler beitragen und deutliche Verbesserungen im Bereich der Motorik erzielen.
Passives Spiel – angezeigt durch den erhobenen linken Arm des Feldschiedsrichters
Passives Spiel – angezeigt durch den erhobenen linken Arm des Feldschiedsrichters
Passives Spiel
Diese Spielweise – häufig auch als „Zeitspiel“ bezeichnet – ist beim Handball laut IHF-Regelwerk untersagt. Das bedeutet, dass eine Mannschaft, die keinen erkennbaren Drang zum Tor aufbaut bzw. keine Anstrengungen unternimmt, ein Tor zu erzielen, durch den oder die Schiedsrichter per Handzeichen (Hand wird gehoben, „passives Vorwarnzeichen“) ermahnt wird. Stellt sich daraufhin keine Besserung ein, haben die Schiedsrichter die Möglichkeit, den Angriff der passiv spielenden Mannschaft abzubrechen, so dass die verteidigende Mannschaft einen Angriff einleiten kann.
Diese Regel macht den Sport für die Zuschauer schneller und attraktiver, da es kaum torabschlusslose Phasen gibt. Allerdings gibt die Auslegung dieser Regel immer wieder Anlass zu Diskussionen, denn es bleibt im Ermessen der Schiedsrichter, ab wann der Druck aufs Tor zu gering ist und als „passiv“ geahndet werden kann. Als Erfahrungswert gilt eine Angriffsdauer von etwa 30 bis 45 Sekunden bis zum Anzeigen des Vorwarnzeichens durch die Schiedsrichter. Unmittelbar nach dem Anzeigen des passiven Vorwarnzeichens bleiben der angreifenden Mannschaft – als Richtwert – maximal 5–10 Sekunden effektive Spielzeit bis zum Abpfiff durch den oder die Schiedsrichter.
Geschichte
Herpastum, die römische Form von (Frauen)-handball. Mosaik in der Villa Romana del Casale
Herpastum, die römische Form von (Frauen)-handball. Mosaik in der Villa Romana del Casale
Bereits in der Antike gab es handballähnliche Spiele wie Urania oder auch Herpastum (von griech. harpaston) bei den Römern. Auch im Mittelalter werden verschiedene Fangspiele gespielt.
Das eigentliche Handballspiel entwickelte sich aber erst um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert aus verschiedenen Ballspielen, wie z. B. Netz-, Korb- oder Turmball. Daraus gingen dann erstmals Spiele hervor, bei denen auf Tore geworfen wurde. Das erste Regelwerk wurde 1906 vom dänischen Lehrer und Oberstleutnant Holger Nielsen aus Ordrup bei Kopenhagen entworfen. Der Ball durfte nur drei Sekunden gehalten werden, und mit ihm durfte nicht gelaufen werden.
Als Geburtstag des Handballs gilt der 29. Oktober 1917, als der Berliner Oberturnwart Max Heiser (1879–1921) festlegte, dass das 1915 von ihm für Frauen entworfene Spiel „Torball“ zukünftig „Handball“ heißen solle, und er ebenfalls feste Regeln bestimmte. Mit dem Spiel wollte er für Mädchen eine Möglichkeit schaffen, sich auszutoben, da Jungenspiele, wie z. B. Fußball, ihm zu körperbetont erschienen. Dementsprechend war seinerzeit auch jede Art von Kampf verboten und das Spiel körperlos.
Zwei Jahre später entwickelte der Turnlehrer Carl Schelenz (1890–1956) Heisers Spiel weiter und machte es auch für Jungen und Männer attraktiv, indem er Zweikämpfe erlaubte und den Ball verkleinerte, womit er das Werfen in den Vordergrund stellte. Auch führte er das Prellen ein. Die restlichen Grundlagen wie Spielfeld, Mannschaftsgröße und Schiedsrichter übernahm Schelenz praktischerweise vom Fußball. Daraufhin wurde Handball immer beliebter, und schnell bildeten sich erste Mannschaften. Im Jahr 1921 wurde schließlich die erste deutsche Meisterschaft ausgetragen, die der TSV 1860 Spandau gewann.
Das erste Handball-Länderspiel fand am 13. September 1925 in Halle an der Saale zwischen Deutschland und Österreich statt. Die österreichische Auswahl besiegte dabei Deutschland mit 6:3. 1928 wurde dann im Rahmen der Olympischen Spiele in Amsterdam der erste internationale Handballverband IAHF von den elf Ländern USA, Kanada, Dänemark, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Österreich, Schweden, Tschechoslowakei und Deutschland gegründet. In dieser Zeit wurde das Regelwerk erstmals offiziell festgelegt und vereinheitlicht. In der Zeit von 1922 bis 1933 wurden die Deutschen Handballmeisterschaften parallel von zwei verschiedenen Verbänden (Deutsche Sportbehörde und Deutsche Turnerschaft) ausgetragen, so dass es für jedes Jahr zwei deutsche Meister gab.
Olympisch war Feldhandball das erste und einzige Mal bei den Olympischen Sommerspielen 1936 in Berlin, aber auch nur auf Bestreben Adolf Hitlers hin, da Deutschland den Feldhandball zu dieser Zeit klar dominierte. Die deutsche Auswahl gewann dann auch im Endspiel gegen Österreich vor 100.000 Zuschauern, was bis heute weltweit als Zuschauerrekord für Handballspiele (Feld und Halle) gilt. Die ersten Weltmeisterschaften sowohl im Feld- als auch im Hallenhandball wurden 1938 in Berlin ausgetragen. Auch hier setzte sich in beiden Turnieren die deutsche Mannschaft durch.
Deutschlandlastige Artikel
Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Ländern zu schildern.
Nach dem Krieg musste die Organisation und Struktur des Handballs wieder aufgebaut werden, so wurde 1946 die International Handball Federation IHF und 1949 der Deutsche Handballbund DHB gegründet. Die ersten deutschen Nachkriegsmeisterschaften wurden bereits 1948 ausgetragen. Der Feldhandball entwickelte sich rasch weiter, was sicher auch mit der Vormachtstellung der deutschen Nationalmannschaft in Europa zusammenhing. So wurden 6 von 7 Weltmeisterschaften von deutschen Mannschaften gewonnen. Einer der besten und bekanntesten Spieler der damaligen Zeit war Bernhard Kempa, Erfinder des Kempa-Tricks.
Parallel zum Feldhandball entwickelte sich aber auch der Hallenhandball immer weiter. Treibende Kraft beim Gang in die Hallen waren vor allem die skandinavischen Länder, die aufgrund der klimatischen Bedingungen nach Möglichkeiten suchten, Taktik und Tempospiel voranzutreiben, ohne auf Wind, Wetter und Jahreszeiten Rücksicht nehmen zu müssen. Das Spiel wurde, nachdem die Regeln der neuen Umgebung angepasst wurden, sicherer, schneller und somit auch attraktiver. Trotz der anfänglich gleichen Behandlung von Hallen- und Feldhandball setzte sich der Hallenhandball immer mehr durch. Mit der Ernennung zur olympischen Disziplin im Jahr 1972 war endgültig, dass Feldhandball in Zukunft keine Rolle mehr spielen würde. So fanden dann auch 1975 die letzten Meisterschaften im Feldhandball statt, seither wurde Handball praktisch mit Hallenhandball gleichgesetzt. Internationale Meisterschaften fanden im Hallenhandball statt.
Der nächste Höhepunkt wird die Europameisterschaft 2008 in Norwegen sein. Die europaweit erfolgreichsten Handballvereine bei den Herren sind der FC Barcelona mit 12 Titeln in europäischen Wettbewerben und der VfL Gummersbach mit acht Titeln.
Verbreitung
Handball ist vor allem in Europa beliebt, außerhalb Europas ist Handball allerdings weniger populär. Größeren Zuspruch in nichteuropäischen Ländern genießt Handball beispielsweise in Nordafrika (vor allem Tunesien und Ägypten) und in Asien (vor allem Südkorea und Japan). Neuerdings findet das Spiel auch in arabischen Ländern (Katar) und in Teilen Südamerikas größere Verbreitung.
Auch in Europa ist Handball nicht überall gleich verbreitet. So ist er auf den britischen Inseln beispielsweise nahezu unbekannt, und in Belgien und Luxemburg spielt er ebenfalls keine große Rolle. Neben den Profi-Ligen in Deutschland, Österreich und der Schweiz wird Handball vor allem in Spanien, Frankreich, den mittel- und osteuropäischen Ländern, den Nachfolgestaaten Jugoslawiens und in Nordeuropa (Dänemark, Schweden, Island, Norwegen) gespielt.
Diese Verbreitung hat verschiedene Gründe. Zum einen ist Handball eine relativ junge Sportart, vor allem die heute fast ausschließlich betriebene Hallen-Variante. Daher waren in vielen Ländern andere Sportarten bereits sehr populär, als Handball gerade aufkam. Zum anderen setzt Hallenhandball das Vorhandensein von Sporthallen voraus. Dritter Punkt (und das Lieblingsargument der meisten Handballfans) ist, dass die Regeln im Handball z. B. im Vergleich zum Fußball, sowohl für die Spieler als auch für die Zuschauer komplizierter sind, zumal das Spielgeschehen sehr viel schneller ist. Hinzu kommt, dass sich Handball im angelsächsischen Raum nicht durchsetzen konnte (zum Beispiel in Nordamerika und Australien).
Doch auch aus „Handball-Entwicklungsländern“ finden immer wieder Spieler ihren Weg in europäische Spitzenligen. So spielen in der deutschen Bundesliga zum Beispiel Niederländer und Brasilianer. Die spanische Liga hat einige (Ex-)Kubaner zu bieten, die größtenteils inzwischen aber die spanische Staatsbürgerschaft angenommen haben und für die Spanische Nationalmannschaft spielen. Beim Handball ist dies – anders als beim Fußball – möglich. Während die FIFA Spieler, die für eine Nationalmannschaft gespielt haben, für alle anderen Nationalteams sperren, gibt es eine solche Regel bei der IHF nicht. Daher gibt es zahlreiche Spieler, die Länderspiele für zwei Nationen absolviert haben, zum Beispiel Bogdan Wenta für Polen und Deutschland, Andrej Klimovets für Weißrussland und Deutschland oder Talant Dujshebaev für Russland und Spanien.
Organisation
Der Handball in Europa ist in der European Handball Federation (EHF) organisiert, die wiederum ein Kontinentalverband der International Handball Federation (IHF) ist. Regeln und internationale Vereinbarungen werden in den meisten Fällen von der obersten Instanz beschlossen und wirken bis zur Basis. Ausnahmen des DHB, ÖHB oder SHV bzw. in den Regionalverbänden sind in bestimmten Bereichen dennoch möglich.
Bekannte deutsche Spielerpersönlichkeiten
* Hansi Schmidt
* Erhard Wunderlich
* Heiner Brand
* Kurt Klühspies
* Jo Deckarm
* Bernhard Kempa
* Stefan Kretzschmar
* Herbert Lübking
* Andreas Thiel
* Frank-Michael Wahl
* Henning Fritz
* Christian Schwarzer
Aktuelle Titelträger
Christian Zeitz im Trikot des THW Kiel
Christian Zeitz im Trikot des THW Kiel
Männer
* Deutscher Meister in der Saison 2006/07 und DHB-Pokalsieger wurde der THW Kiel.
* In Österreich errang A1 Bregenz in der Saison 2006/07 die Meisterschaft, den Pokalsieg sicherte sich Goldmanndruck Tulln.
* Schweizer Meister und auch Pokalsieger in der Saison 2006/07 wurden die Kadetten Schaffhausen.
Champions-League-Sieger 2007 wurde der THW Kiel. In einem rein deutschen Endspiel setzte sich die Mannschaft gegen die SG Flensburg-Handewitt durch und ist somit der zweite deutsche Titelträger nach dem SC Magdeburg, der 2002 siegte. Den Europapokal der Pokalsieger gewann der HSV Hamburg. EHF-Pokal-Sieger wurde der SC Magdeburg. Damit gingen alle drei großen europäischen Titel für Vereinsmannschaften nach Deutschland. Den Challenge-Cup gewann mit CS USM Reşiţa erneut ein rumänisches Team.
Den Olympiasieg in Athen 2004 errang Kroatien, im Spiel um die Goldmedaille wurde Deutschland mit 26:24 besiegt.
Bei der Handball-Europameisterschaft 2006 in der Schweiz errang Frankreich durch einen Sieg mit 31:23 über Spanien den Titel. Dritter wurde Dänemark, das im kleinen Finale Kroatien bezwang. Deutschland gewann das Spiel um Platz 5 gegen Russland und qualifizierte sich damit vorzeitig für die EM 2008 in Norwegen. Gastgeber Schweiz war bereits in der Vorrunde ausgeschieden.
Die Handball-Weltmeisterschaft fand im Jahr 2007 in Deutschland statt. Weltmeister wurde Deutschland, das im Finale Polen mit 29:24 besiegte. Dritter wurde Dänemark vor Frankreich.
Sprungwurf beim Frauenhandball
Sprungwurf beim Frauenhandball
Frauen
* Die Deutsche Meisterschaft errang in der Saison 2006/07 der 1. FC Nürnberg, den Pokal gewann der HC Leipzig.
* In Österreich errang Hypo Niederösterreich wie stets in der Vergangenheit auch 2006/07 erneut das Double aus Meisterschaft und Pokal.
* Schweizer Meister in der Saison 2006/07 wurde LC Brühl Handball St. Gallen, der Pokalsieg ging an den TSV St. Otmar St. Gallen.
Champions-League-Sieger 2007 ist Slagelse DT (DEN). Den Europapokal der Pokalsieger gewann CS Râmnicu Vâlcea (ROM). EHF-Pokal-Sieger ist Swesda Swenigorod (RUS), und den Challenge-Cup gewann HK Niš (SER).
Europameister 2006 ist Norwegen. Dänemark gewann in Athen 2004 die olympische Goldmedaille. Weltmeister 2005 wurde Russland.
Erstligavereine im deutschsprachigen Raum
Die Listen sollen nur Vereine enthalten, die in der jeweils obersten Spielklasse vertreten sind.
Deutschland
Ausklappen
Vereine in der deutschen Handball-Bundesliga 2007/08 (Herren)
HBW Balingen-Weilstetten | Füchse Berlin | TUSEM Essen | SG Flensburg-Handewitt | Frisch Auf! Göppingen | TV Großwallstadt | VfL Gummersbach | HSV Hamburg | THW Kiel | SG Kronau/Östringen | TBV Lemgo | SC Magdeburg | MT Melsungen | GWD Minden | TuS Nettelstedt-Lübbecke | HSG Nordhorn | HSG Wetzlar | Wilhelmshavener HV
Ausklappen
Vereine in der deutschen Handball-Bundesliga 2007/08 (Damen)
TV Beyeröhde | HSG Blomberg-Lippe | Buxtehuder SV | FHC Frankfurt/Oder | TSG Ketsch | HC Leipzig | Bayer 04 Leverkusen | 1. FC Nürnberg | VfL Oldenburg | HSG Sulzbach/Leidersbach | Thüringer HC | DJK/MJC Trier
Österreich
Männer
* Aon Fivers Margareten
* A1 Bregenz
* UHC Raika Gänserndorf
* HC Superfund Hard
* HIT Innsbruck
* HC Linz AG
* UHK Krems
* UHC Goldmanndruck Tulln
* ULZ Schwaz
* Wolfhose West Wien
Frauen
* Tecton WAT Atzgersdorf
* SSV Dornbirn/Schoren
* sportlights Korneuburg
* Hypo Niederösterreich 2
* Goldmanndruck Tulln WHA
* UHC Admira Landhaus (Wien)
* WAT Fünfhaus WHA (Wien)
* MGA Handball (Wien)
* McDonald’s Wiener Neustadt
Schweiz
Männer
* BSV Bern Muri
* TSV St. Otmar St. Gallen
* Kadetten Schaffhausen
* TV Suhr
* Wacker Thun
* Pfadi Winterthur
* Grasshopper-Club Zürich
* SG Chênois & Servette
Frauen
* TSV St. Otmar St. Gallen
* LC Brühl Handball St. Gallen
* TV Uster
* ZMC Amicitia Zürich
* LK Zug
* Spono Nottwil
* DHB Rotweiss Thun
* SG Basel Regio
Zweitligisten im deutschsprachigen Raum
Ausklappen
Vereine in der deutschen 2. Handball-Bundesliga Staffel Nord 2007/08
SG Achim/Baden | Ahlener SG | TSV Altenholz | TSV Anderten | OHV Aurich | SV Anhalt Bernburg | LHC Cottbus | Dessau-Roßlauer HV | TV Emsdetten | ASV Hamm | TSV Hannover-Burgdorf | Eintracht Hildesheim | SC Magdeburg II | HC Empor Rostock | SV Post Schwerin | TuS Spenge | Stralsunder HV | HSG Varel
Ausklappen
Vereine in der deutschen 2. Handball-Bundesliga Staffel Süd 2007/08
EHV Aue | Bergischer HC | SG Bietigheim-Metterzimmern | TV Bittenfeld | HSC 2000 Coburg | 1. SV Concordia Delitzsch | TSV Bayer Dormagen | HSG Düsseldorf | ThSV Eisenach | TSG Friesenheim | HSG Gensungen-Felsberg | TV Hüttenberg | TV Korschenbroich | TSG Münster | TUSPO Obernburg | HG Oftersheim/Schwetzingen | SG Wallau-Massenheim | TV Willstätt-Ortenau
Ausklappen
Vereine in der deutschen 2. Handball-Bundesliga Staffel Nord (Frauen) 2007/08
TSV Travemünde | MTV 1860 Altlandsberg | Borussia Dortmund | TuS Lintfort | SV BVG 49 Berlin | TSG Wismar | SVG Celle | TV Oyten | TSV Nord Harrislee | PSV Recklinghausen | SC Greven 09 | SV Union Halle-Neustadt | HSC 2000 Magdeburg
Ausklappen
Vereine in der deutschen 2. Handball-Bundesliga Staffel Süd (Frauen) 2007/08
HSG Bensheim/Auerbach | TuS Metzingen | TuS Weibern | SC Markranstädt | TV Mainzlar | BSV Sachsen Zwickau | VfL Waiblingen | TSG Ober-Eschbach | FA Göppingen | DJK St. Michael Marpingen | TV Nellingen | SV Allensbach
Siehe auch
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Portal: Handball – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Handball
* Handball in Deutschland
* Handball-Bundesliga (Deutschland)
* Deutscher Handballbund mit einer Liste der Regionalverbände
* Deutsche Handballmeister
* Schweizerischer Handball-Verband
* Swiss Handball League
* Handballregeln
* Schiedsrichter-Talentförderung (in der Schweiz)
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Angriffsszene beim Handballspiel
Angriffsszene beim Handballspiel
Handball ist eine Sportart, bei der zwei Mannschaften aus je sieben Spielern (sechs Feldspieler und ein Torwart) gegeneinander spielen. Das Ziel des Spiels besteht darin, den Handball in das gegnerische Tor zu werfen und somit ein Tor zu erzielen. Die Mannschaft, die nach Ablauf der Spielzeit, die zweimal 30 Minuten beträgt (bei Jugendmannschaften kürzere Spielzeiten), die meisten Tore erzielt hat, gewinnt.
Außer dem Hallenhandball (meist einfach Handball genannt) gibt es noch zwei weitere Varianten. Zum einen den früher gespielten Feldhandball, und zum anderen den sich wachsender Beliebtheit erfreuenden Beachhandball.
In den Vereinigten Staaten wird unter Handball American Handball verstanden, das eine völlig andere Sportart ist.
Inhaltsverzeichnis
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* 1 Grundlagen
o 1.1 Spielfeld
o 1.2 Torraum
o 1.3 Tore
o 1.4 Spielball
o 1.5 Spielzeit und Auszeit
o 1.6 Schiedsrichter
* 2 Mannschaft und Ballführung
o 2.1 Spieleranzahl und Auswechslungen
o 2.2 Feldspieler
o 2.3 Torwart
o 2.4 Wurftechniken
* 3 Fouls und Strafen
* 4 Grundsätzliche Strategie
o 4.1 Verteidigung und Angriff
o 4.2 Passives Spiel
* 5 Geschichte
* 6 Verbreitung
* 7 Organisation
* 8 Bekannte deutsche Spielerpersönlichkeiten
* 9 Aktuelle Titelträger
o 9.1 Männer
o 9.2 Frauen
* 10 Erstligavereine im deutschsprachigen Raum
o 10.1 Deutschland
o 10.2 Österreich
+ 10.2.1 Männer
+ 10.2.2 Frauen
o 10.3 Schweiz
+ 10.3.1 Männer
+ 10.3.2 Frauen
* 11 Zweitligisten im deutschsprachigen Raum
* 12 Siehe auch
* 13 Literatur
* 14 Quellen
* 15 Weblinks
o 15.1 Verbände
o 15.2 Trainerwesen
o 15.3 Weitere Weblinks
Grundlagen
Spielfeld
Skizze des Spielfeldes
Skizze des Spielfeldes
Das Spielfeld hat die Form eines Rechtecks (40 m × 20 m) und wird durch die Mittellinie in zwei Hälften geteilt. Die Besonderheit des Handballfeldes liegt in den zwei durchgezogenen Torraumlinien (6-Meter-Kreis, Wurfkreis) und den gestrichelten Freiwurflinien, die parallel zu den Torraumlinien verlaufen und einen Abstand von 9 Metern zum Tor haben. Diese Linien werden aus zwei Viertelkreisen um die Torpfosten gebildet, verbunden durch eine Gerade parallel zur Torlinie. Sie liegen an den beiden kurzen Seiten des Spielfeldes.
Sieben Meter vor dem Tor befindet sich die Strafwurflinie (vergleichbar mit dem Elfmeter-Punkt beim Fußball). Hierbei gilt, dass die Linien zu dem Raum gehören, den sie begrenzen. Die einzige Ausnahme hierbei bildet die Mittellinie. In Ausnahmefällen kann auch eine kleinere Spielfläche zugelassen werden. Zudem gibt es an den zwei Auswechselbänken für jedes Team einen Auswechselbereich, der 4,50 m breit ist. Nur in diesem Bereich darf ein- bzw. ausgewechselt werden. Wenn außerhalb gewechselt wird, wird der Wechselfehler mit einer 2-Minuten-Strafe geahndet.
Torraum
Der Torraum darf von Feldspielern nicht betreten werden. Davor befindet sich die sogenannte 6-m-Linie, welche nicht überschritten werden darf. Ein Angreifer darf vor dem Kreis abspringen und aus kurzer Distanz auf das Tor werfen, wobei der Ball die Hand verlassen haben muss, bevor dieser Spieler den Boden berührt. Das Betreten des Torraums ohne Ball, um sich einen Vorteil zu verschaffen (z. B. eine bessere Anspielposition) führt zu Ballverlust für die Mannschaft des Spielers, die Spielfortsetzung ist Abwurf.
Ein Betreten des Kreises durch einen Abwehrspieler wird in der Regel nur dann geahndet, wenn er sich zum Zwecke der Abwehr hierdurch einen Vorteil verschafft. Verhindert er dabei eine klare Torgelegenheit, ist die Spielfortsetzung ein Siebenmeterwurf (Wiederherstellung der klaren Torgelegenheit).
Die 4-m-Linie hat nur beim 7-m-Wurf eine Bedeutung. Der Torwart darf in diesem Fall nicht weiter als bis zu dieser Marke aus dem Tor herauskommen, wobei einzelne Körperteile in der Luft darüber hinausragen dürfen.
Tore
Die Tore müssen fest im Boden oder an der hinter ihnen befindlichen Wand verankert sein. Ihre lichte Breite beträgt drei Meter und die lichte Höhe zwei Meter. Der Torrahmen muss ein Rechteck sein.
Die Torpfosten und die Querlatte, welche sie verbindet, müssen aus dem gleichen Material (zum Beispiel Holz oder Leichtmetall) bestehen und ein quadratisches Profil von 8 cm Kantenlänge aufweisen. Die Kanten müssen abgerundet sein und einen Radius von 4±1 mm aufweisen. Die Torpfosten und die Querlatte müssen auf den drei von der Spielfläche einzusehenden Seiten mit zwei deutlich kontrastierenden Farben gestrichen sein, die sich ebenfalls deutlich vom Hintergrund abheben. Beide Tore müssen dieselben Farben aufweisen.
In der Ecke zwischen Pfosten und Querlatte messen die Farbstreifen der Tore 28 cm in jede Richtung und weisen dieselbe Farbe auf. Alle anderen Streifen müssen 20 cm lang sein. Jedes Tor muss ein Netz haben, das sogenannte Tornetz. Dieses muss derart befestigt sein, dass ein in das Tor geworfener Ball normalerweise im Tor verbleibt oder nicht durch das Tor hindurchfliegen kann. Falls notwendig, kann – im Tor hinter der Torlinie – ein weiteres Netz angebracht werden. Die Entfernung zwischen der Torlinie und diesem weiteren Netz sollte ca. 70 cm, mindestens aber 60 cm betragen.
Die Normen für Handballtore wurden vom Europäischen Komitee für Normung, CEN (Comité Européen de Normalisation) im Rahmen der Norm EN 749 in Verbindung mit der Norm EN 202.10-1 festgelegt. [1]
Spielball
Der Spielball besteht aus einer luftgefüllten Leder- oder Kunststoffhülle. Es werden drei Größen verwendet:
Ein Handball der Größe III
Ein Handball der Größe III
Größe Mannschaften Umfang (in cm) Gewicht (in g)
III Männer und männliche Jugend ab 16 (mJA) 58–60 425–475
II Frauen, männliche Jugend ab 12 (mJC+mJB) und weibliche Jugend ab 14 (wJB+wJA) 54–56 325–375
I Jugend ab 8 (mJE, mJD, wJE, wJD, wJC) 50–52 290–330
Größe und Gewicht für Bälle im „Mini-Handball“ sind in der IHF-Regel nicht festgelegt. Der inoffizielle Umfang des Minihandballs beträgt 48 cm.
Häufig wird der Ball geharzt. Das Harz trägt dazu bei, dass der Ball auch nur mit einer Hand bequem gehalten werden kann und dass man mit dem Wurfarm auch diverse Täuschungen und Trickwürfe, wie zum Beispiel Dreher, ausführen kann. In vielen Hallen herrscht allerdings ein Harz- und Haftmittelverbot, denn das Harz am Ball hinterlässt klebrige Spuren.
Spielzeit und Auszeit
Auszeit in einem Bundesligaspiel
Auszeit in einem Bundesligaspiel
Die Spielzeit beträgt 2 × 30 Minuten. Bei Turnieren, bei denen eine Entscheidung herbeigeführt werden muss, wird bei Unentschieden 2 × 5 Minuten verlängert. Danach gibt es ein 7-Meter-Werfen. Jedoch gibt es hier keine eindeutige Regelung; auch eine einmalige weitere Verlängerung ist möglich.
Im Jugendbereich hat der DHB folgende Einteilung nach Alterskategorien bei der Spieldauer vorgenommen: in der E- und D-Jugend 2 × 20 Minuten, in der C- und B-Jugend 2 × 25 Minuten und ab der A-Jugend 2 × 30 Minuten. Die IHF-Spielregeln sehen hier jedoch explizit eine Altersangabe vor.
Die Schiedsrichter können nach eigenem Ermessen die Spielzeit unterbrechen (Unterbrechung, Timeout). Beim Siebenmeter soll im Zweifel auf Timeout entschieden werden, z. B. bei einem Torwartwechsel oder bei absehbaren Verzögerungen.
Jede Mannschaft hat das Recht, jeweils einmal pro Halbzeit der regulären Spielzeit das Spiel für eine Minute unterbrechen zu lassen, um eine Auszeit zu nehmen (Mannschaftsauszeit, Team-Timeout [TTO]). Dieses Recht kann sie nur nutzen, wenn sie in Ballbesitz ist. Die Auszeit wird durch einen Mannschaftsverantwortlichen dadurch ausgelöst, indem er eine grüne Karte, meist mit einem schwarzen „T“ versehen, auf den Tisch von Zeitnehmer und Sekretär legt. Der Zeitnehmer unterbricht sofort das Spiel mit einem akustischen Signal (Hupe, Sirene oder Pfeife) – wenn die die Auszeit beantragende Mannschaft in Ballbesitz ist – und hält die Zeit an. Nach 50 Sekunden zeigt der Zeitnehmer durch ein akustisches Signal an, dass das Spiel in zehn Sekunden mit Anwurf oder Abwurf fortzusetzen ist[2].
In der Auszeit werden gewöhnlich Spieltaktiken besprochen. Häufig wird die Auszeit aber auch nur aus rein taktischen Gründen genommen, um den Spielfluss der gegnerischen Mannschaft zu unterbrechen. Es gibt lokal auch Spielklassen, in denen Auszeiten untersagt sind.
Schiedsrichter
siehe Hauptartikel Handballschiedsrichter
Mannschaft und Ballführung
Spieleranzahl und Auswechslungen
Jede Mannschaft besteht aus 7 Spielern – 6 Feldspielern und einem Torwart. Bis zu sieben weitere Mitspieler können als Auswechselspieler auf der Wechselbank Platz nehmen. Der Wechsel der Spieler erfolgt beliebig oft während des laufenden Spiels innerhalb des vorgeschriebenen Wechselraums. Eine Auswechslung mit Anmeldung wie beim Fußball gibt es hierbei nicht. Innerhalb des DHB gilt ferner die Sonderregelung, dass im Jugendbereich nur bei eigenem Ballbesitz oder bei einer Unterbrechung (Timeout) gewechselt werden darf. Damit soll im Jugendbereich eine frühzeitige Spezialisierung auf Angriff oder Abwehr verhindert werden.
Feldspieler
Die Feldspieler dürfen den Ball nicht nur mit der Hand berühren, sondern mit allen Körperteilen oberhalb des Knies (das Knie eingeschlossen), wobei, wie in anderen Ballsportarten auch, zwischen Fangen und Dribbeln unterschieden wird. Ohne Dribbeln darf der Spieler nur maximal drei Schritte machen und den Ball nur drei Sekunden lang festhalten, dann muss er den Ball durch Pass an einen Mitspieler oder durch einen Torwurf freigeben. Bewegt er sich mit dem Ball über das Spielfeld, so darf direkt nach der Ballannahme maximal drei Schritte und nach dem Dribbeln maximal drei Schritte gelaufen werden. Läuft ein Spieler unbehindert (d. h. ohne Halten oder Klammern durch den Gegner) mehr als diese drei Schritte („Schrittfehler“ oder einfach „Schritte“ genannt) oder fängt er den Ball, dribbelt dann, nimmt den Ball wieder auf und beginnt erneut zu dribbeln (umgangssprachlich auch als „Doppeldribbling“, „Doppelfang“ oder „Zweimal“ bezeichnet), gelangt die gegnerische Mannschaft (durch einen Freiwurf) in Ballbesitz. Außerdem dürfen die Feldspieler den Ball nicht absichtlich in den eigenen Torraum zurückspielen. In diesem Fall erhält die gegnerische Mannschaft einen Freiwurf.
Abkürzungen der Feldspieler und Beschreibung ihrer Positionen:
Angriff:
* LA – Linksaußen – linke Außenbahn
* RA – Rechtsaußen – rechte Außenbahn
* RL – Rückraumlinks – linker Rückraum
* RM – Rückraummitte – zentraler Rückraum, „Spielmacher“
* RR – Rückraumrechts – rechter Rückraum
* KM – Kreismitte – Kreis
* KL/KR – Kreislinks/Kreisrechts (Spiel mit zwei Kreisläufern) – Kreis
Abwehr:
* AL – Außenlinks – linke Außenbahn, Gegenspieler des RA
* AR – Außenrechts – rechte Außenbahn, Gegenspieler des LA
* HL – Halblinks – linker Rückraum, Gegenspieler des RR
* HR – Halbrechts – rechter Rückraum, Gegenspieler des RL
* HM – Hinten Mitte – zentraler Deckungsspieler am Kreis
* VM – Vorne Mitte – vorgezogener Deckungsspieler, „Indianer“
* IL/IR – Innenlinks/Innenrechts (Mittelblock deckt auf einer Linie) – zwei zentrale Deckungsspieler am Kreis
Die Positionen werden immer aus der Sicht des Torwarts bezeichnet.
Torwart
Eine Torfrau beim Siebenmeter
Eine Torfrau beim Siebenmeter
Der Torwart darf im Torraum den in Richtung Tor geworfenen Ball mit allen Körperteilen abwehren. Der Torwart muss sich in der Bekleidung von den Feldspielern unterscheiden, darf aber auch den Torraum verlassen (jedoch nicht mit dem unter Kontrolle gebrachten Ball). Einen nicht unter Kontrolle gebrachten Ball darf der Torwart außerhalb des Torraums weiterspielen. Jeder Spieler der Mannschaft kann als Torwart eingesetzt werden. In spielentscheidenden Situationen, z. B. bei einem Tor Rückstand oder Gleichstand kurz vor Ende des Spiels, wird der Torwart häufig als siebter Feldspieler eingesetzt. Hierbei wird er häufig durch einen Feldspieler ersetzt, der ein Leibchen trägt. Der siebte Feldspieler wird dann meist als zweiter Kreisläufer eingesetzt, um eine Überzahlsituation zu schaffen. Wenn sich der Torwart bei einem Siebenmeter nicht bewegt und der Spieler, der den Strafwurf ausführt, ihm dabei den Ball mit Absicht an den Kopf wirft, muss der Spieler, der den Wurf abgegeben hat, mit einer Disqualifikation bestraft werden.
Abkürzung des Torwarts
* TW
Wurftechniken
Siehe Hauptartikel Wurftechnik (Handball)
Sprungwurf beim Tempogegenstoß
Sprungwurf beim Tempogegenstoß
Insgesamt gibt es drei verschiedene Wurftechniken:
1. Schlagwurf/Stemmwurf/Kernwurf: Der ballführende Spieler wirft aus dem Stand, das heißt mindestens ein Fuß hat Bodenkontakt.
2. Sprungwurf: Der Sprungwurf, welcher einem Schlagwurf in der Luft gleicht, ist der wichtigste und am häufigsten angewendete Wurf im Handball.
3. Fallwurf: Der Fallwurf, welcher bevorzugt nahe der Torraumlinie angewendet wird, ist streng genommen ein Schlagwurf aus der Fallbewegung. Es gibt zwei Arten der Ausführung: frontal oder aus der Körperdrehung heraus.
Weiterhin gibt es spezielle Variationen gewisser Techniken:
Ein Heber beim Siebenmeterwurf
Ein Heber beim Siebenmeterwurf
* Schlenzer (Hüftwurf): Der Stemmwurf kann zu einem „Schlenzer“ abgewandelt werden. Hierbei wirft der Spieler „aus der Hüfte“, der Ball verlässt die Hand auf Hüfthöhe.
* Kempa-Trick: Der ballführende Spieler passt auf einen in den Torraum springenden Spieler, der den Ball im Flug annimmt und wirft. Diese Variation ist vor allem bei Außenspielern beliebt.
* Dreher: Der Spieler springt in den Kreis und versetzt den Ball so in Rotation, dass er nach dem Aufsetzen auf dem Boden die seitliche Flugrichtung ändert und am Torwart vorbei ins Tor springt.
* Heber: Bei dieser Technik wird versucht, den Ball mit einer relativ steilen Flugkurve über den Kopf des Torwarts hinweg aufs Tor zu werfen. Der Heber wird meist dann angewendet, wenn der Torwart aus seinem Tor kommt, beispielsweise bei Gegenstößen, beim Siebenmeterwurf oder Würfen von den Außenpositionen.
* Luftdreher („Airdreher“): Der Ball verändert in der Luft seine Flugrichtung ein kleines Stück, wie beim Fußball beim Freistoß. Dieser Wurf ist sehr schwer auszuführen und wird meist von den Außenspielern angewendet.
Fouls und Strafen
Siebenmeter
Siebenmeter
Die Gelbe Karte zeigt eine Verwarnung an
Die Gelbe Karte zeigt eine Verwarnung an
2 Minuten Zeitstrafe
2 Minuten Zeitstrafe
Die Rote Karte zeigt eine Disqualifikation an
Die Rote Karte zeigt eine Disqualifikation an
Es ist erlaubt, den Ball wegzuspielen oder zu blocken sowie den Gegenspieler zu sperren. Körperkontakt ist grundsätzlich ebenfalls erlaubt.
Es ist nicht erlaubt, den Ball wegzureißen, den Gegenspieler festzuhalten, zu klammern, zu stoßen, anzuspringen, wegzudrängen o. ä.
Handball ist damit bewusst als körperbetontes Spiel angelegt.
Verstöße gegen die Regeln führen zu Ballverlust und
* zu einem Freiwurf (an der Stelle des Regelverstoßes, mindestens jedoch 9 Meter vom Tor)
* zu einem 7-Meter-Wurf, wenn der Gegenspieler durch die Regelwidrigkeit (egal welcher Art) an einer klaren Torgelegenheit gehindert wurde. Der Siebenmeterwurf gilt hier als Wiedergutmachung bzw. Wiederherstellung einer klaren Tormöglichkeit.
Zusätzlich zu dieser Spielfortsetzung ist bei besonderer Ausprägung der Verstöße gegen die Regel (was im Spielbetrieb der Normalfall ist) ein „progressives Strafsystem“ definiert:
* die Verwarnung (Gelbe Karte), beim ersten Verstoß (jedoch sollten nur drei pro Mannschaft ausgesprochen werden, danach folgen 2-Minuten-Zeitstrafen),
* die 2-Minuten-Zeitstrafe (kann auch bei besonderer Schwere des Regelverstoßes ausgesprochen werden, bevor die 3 Verwarnungen „verbraucht“ wurden)
* die 2+2-Minuten-Zeitstrafe (kann z. B. ausgesprochen werden, wenn ein Spieler auf eine gegen ihn verhängte Zeitstrafe lautstark oder gestenreich protestiert, aber dabei den Schiedsrichter nicht beleidigt).
* die 2-Minuten-Zeitstrafe+Disqualifikation wird ausgesprochen, wenn ein Spieler nach einer Hinausstellung in beleidigender Form gegen diese Entscheidung protestiert.
* die Disqualifikation (Rote Karte) bei besonders definierten Verstößen (insbesondere bei gesundheitsgefährdendem Foulspiel), die dritte 2-Minuten-Zeitstrafe desselben Spielers führt ebenfalls zu seiner Disqualifikation (die Mannschaft wird wie bei der 2-Minuten-Zeitstrafe um einen Spieler auf der Spielfläche reduziert, darf jedoch, nachdem die zwei Minuten abgelaufen sind, einen anderen Spieler auf das Feld schicken).
* der Ausschluss, die härteste Form der Bestrafung in einem Handballspiel. Sie wird nur bei Tätlichkeiten eines Spielers gegenüber anderen Spielern, Offiziellen oder Schiedsrichtern ausgesprochen. Der Spieler wird vom Spiel ausgeschlossen, und die Mannschaft darf den Spieler nicht wieder ersetzen. Außerdem bringt der Ausschluss auch nach dem Spiel schärfere Strafen als eine Disqualifikation für den Verein bzw. den Spieler mit sich (Geldstrafe, lange Sperre o. Ä.). Der Ausschluss ist nicht dem progressiven Strafsystem zuzuordnen, sondern als „Strafe für besonders schwere Fälle“ zu sehen. Als Tätlichkeit gilt das Anspucken (nur wenn jemand getroffen wird), Treten und Schlagen. Die beiden letztgenannten Delikte werden gegebenenfalls als Disqualifikation bestraft, wenn sie als Affekthandlung unmittelbar auf ein Foul des Gegners erfolgen. Sonst gibt es hier auch einen Ausschluss.
Für die drei Offiziellen und den Mannschaftsverantwortlichen auf der Bank gelten bei der Bestrafung Sonderregelungen. Diese vier Personen dürfen insgesamt eine Verwarnung und eine Hinausstellung erhalten, danach wird jedes Vergehen mit Disqualifikation bestraft.
Da es im praktischen Spielbetrieb nur schwer möglich ist, den Gegenspieler regelkonform vom Ball zu trennen (Fehlpässe ausgenommen), sind Freiwürfe und progressive Bestrafung normale einkalkulierte Bestandteile eines Handballspiels.
Grundsätzliche Strategie
Beim Handball bewegen sich bei normalen Angriffen alle Feldspieler in die Hälfte der verteidigenden Mannschaft. Beim schnellen Umschalten nach Ballgewinn aus der Deckung heraus gewinnt die erste Welle (beim „Tempogegenstoß“) heutzutage aber immer mehr an Bedeutung. Bei diesem Angriff wird meist über die beiden Außenpositionen oder über vorgelagerte, offensive Abwehrspieler versucht, mit wenigen Spielern eine kurzzeitige Überzahlsituation zu schaffen und so zu einfachen Torerfolgen zu gelangen. Ist die erste Welle nicht erfolgreich bzw. können die Konterspieler nicht angespielt werden, greift die zweite Welle: die verbleibenden Spieler organisieren den Ballvortrag, wieder mit dem Ziel, sich gegenüber der in Rückwärtsbewegung befindlichen abwehrenden Mannschaft Überzahlsituationen zu verschaffen. Weitere Varianten des schnellen Angriffsspiels sind der schnelle Anwurf nach einem Torerfolg der gegnerischen Mannschaft – „Schnelle Mitte“ genannt – und die dritte Welle – meist eine standardisierte Angriffskonzeption nach dem Ballvortrag gegen die gerade formierte Deckung.
Die SG Kronau/Östringen im Angriff gegen die HSG Wetzlar
Die SG Kronau/Östringen im Angriff gegen die HSG Wetzlar
Verteidigung und Angriff
EIn Kreisläufer (hier Hannes Volk) in Aktion
EIn Kreisläufer (hier Hannes Volk) in Aktion
Die Verteidiger (Abwehrspieler) bilden aufgrund der Topographie des Spielfeldes in der Regel eine Zonendeckung vor dem Wurfkreis. Es gibt eine Vielzahl von Varianten dieser Zonendeckung entsprechend der unterschiedlichen Angriffsstrategien der Angreifer. Die Zonendeckung führt ebenfalls zu einer starken Spezialisierung der Spieler. In der Regel unterscheidet man bei den Angriffsspielern die Außenspieler (Linksaußen [LA] und Rechtsaußen [RA]), Rückraumspieler (Rückraumlinks [RL], Rückraummitte [RM], Rückraumrechts [RR]) und den Kreisspieler (Kreismitte [KM]). Zur besseren Unterscheidung bei Ansprachen, Trainingsskizzen usw. werden die entsprechenden Abwehrspieler unterteilt in die Außenspieler (Außenlinks [AL] und Außenrechts [AR]), Halbspieler (Halblinks [HL] und Halbrechts [HR]) und Mittelblock (Innenlinks [IL] und Innenrechts [IR]). Abweichungen davon ergeben sich durch die Struktur der gewählten Verteidigung.
Zudem gibt es durch die schnelle Wechselmöglichkeit (ohne Anmeldung, beliebig oft) die Chance, spezialisierte Angriffs- und Abwehrspieler einzusetzen.
Die Angreifer versuchen entweder durch Einzelaktionen oder durch gruppen- bzw. mannschaftstaktische Angriffskonzeptionen einen Spieler in eine günstige Wurfposition zu bringen und ein Tor zu erzielen.
Die zwei gebräuchlichsten Deckungsvarianten sind 6–0 (die Grundposition aller Spieler ist direkt am Wurfkreis) und 5–1 (der mittlere Abwehrspieler ist vorgezogen). Eine weiterhin verbreitete Deckungsvariante ist die 3–2–1-Deckung. Daneben gibt es noch die 4–2-Deckung, bei der zwei Abwehrspieler vor der Deckung meist gegen den rechten sowie linken Rückraumspieler (RR und RL) agieren. Selten sind die 3–3-Deckung (mit drei vorgezogenen Abwehrspielern), die 1–5-Deckung, bei der alle Spieler bis auf den Gegenspieler des Kreisläufers vorgezogen sind, und die offene Manndeckung, die gelegentlich bei sehr engen Spielständen in den letzten Minuten eines Spiels angewandt wird. Oft praktiziert wird auch eine einzelne Manndeckung gegen herausragende Angriffsspieler einer Mannschaft, was jedoch dazu führt, dass die verbleibenden 5 Abwehrspieler jeweils mehr Raum zu verteidigen haben. Allen Deckungsvarianten ist gemeinsam, dass oft versucht wird, bei Würfen der Rückraumspieler ein Zusammenspiel zwischen Torwart und Deckungsblock zu erreichen. So ist es Aufgabe des Deckungsblocks, den Wurf auf eine Seite des Tores zu verhindern, und der Torwart „übernimmt“ dann die andere Seite.
Obwohl es sich also meist um eine Zonenverteidigung handelt, ist der entscheidende Punkt die Zuordnung jedes Angreifers zu den Abwehrspielern. Mit den Angriffskonzeptionen wird versucht, die Zuordnung zu stören, Abspracheprobleme beim Übergeben/Übernehmen von Angriffsspielern in der Deckung zu erzwingen und so eine Überzahlsituation zu schaffen, in der ein Angreifer möglichst ungehindert zum Torwurf gelangt. Wurfstarke Rückraumspieler haben, wenn sie ungestört auf das Tor werfen können, immer eine sehr gute Torchance. Im Gegensatz zu den meist wurfgewaltigen Rückraumspielern sind Außen- und Kreisspieler in der Regel variantenreicher, was das Wurfrepertoire angeht, und darauf trainiert, auch noch aus den unmöglichsten Winkeln den Ball im Tor unterzubringen, wenn sie zu einem Sprungwurf in den Torraum kommen.
Im Jugendhandball bis einschließlich zur C-Jugend muss eine offensive Deckung (1–5, 2–4 o. ä.) gespielt werden. Diese Maßnahmen sollen zu einer besseren Entwicklung der individuellen Stärken aller Spieler beitragen und deutliche Verbesserungen im Bereich der Motorik erzielen.
Passives Spiel – angezeigt durch den erhobenen linken Arm des Feldschiedsrichters
Passives Spiel – angezeigt durch den erhobenen linken Arm des Feldschiedsrichters
Passives Spiel
Diese Spielweise – häufig auch als „Zeitspiel“ bezeichnet – ist beim Handball laut IHF-Regelwerk untersagt. Das bedeutet, dass eine Mannschaft, die keinen erkennbaren Drang zum Tor aufbaut bzw. keine Anstrengungen unternimmt, ein Tor zu erzielen, durch den oder die Schiedsrichter per Handzeichen (Hand wird gehoben, „passives Vorwarnzeichen“) ermahnt wird. Stellt sich daraufhin keine Besserung ein, haben die Schiedsrichter die Möglichkeit, den Angriff der passiv spielenden Mannschaft abzubrechen, so dass die verteidigende Mannschaft einen Angriff einleiten kann.
Diese Regel macht den Sport für die Zuschauer schneller und attraktiver, da es kaum torabschlusslose Phasen gibt. Allerdings gibt die Auslegung dieser Regel immer wieder Anlass zu Diskussionen, denn es bleibt im Ermessen der Schiedsrichter, ab wann der Druck aufs Tor zu gering ist und als „passiv“ geahndet werden kann. Als Erfahrungswert gilt eine Angriffsdauer von etwa 30 bis 45 Sekunden bis zum Anzeigen des Vorwarnzeichens durch die Schiedsrichter. Unmittelbar nach dem Anzeigen des passiven Vorwarnzeichens bleiben der angreifenden Mannschaft – als Richtwert – maximal 5–10 Sekunden effektive Spielzeit bis zum Abpfiff durch den oder die Schiedsrichter.
Geschichte
Herpastum, die römische Form von (Frauen)-handball. Mosaik in der Villa Romana del Casale
Herpastum, die römische Form von (Frauen)-handball. Mosaik in der Villa Romana del Casale
Bereits in der Antike gab es handballähnliche Spiele wie Urania oder auch Herpastum (von griech. harpaston) bei den Römern. Auch im Mittelalter werden verschiedene Fangspiele gespielt.
Das eigentliche Handballspiel entwickelte sich aber erst um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert aus verschiedenen Ballspielen, wie z. B. Netz-, Korb- oder Turmball. Daraus gingen dann erstmals Spiele hervor, bei denen auf Tore geworfen wurde. Das erste Regelwerk wurde 1906 vom dänischen Lehrer und Oberstleutnant Holger Nielsen aus Ordrup bei Kopenhagen entworfen. Der Ball durfte nur drei Sekunden gehalten werden, und mit ihm durfte nicht gelaufen werden.
Als Geburtstag des Handballs gilt der 29. Oktober 1917, als der Berliner Oberturnwart Max Heiser (1879–1921) festlegte, dass das 1915 von ihm für Frauen entworfene Spiel „Torball“ zukünftig „Handball“ heißen solle, und er ebenfalls feste Regeln bestimmte. Mit dem Spiel wollte er für Mädchen eine Möglichkeit schaffen, sich auszutoben, da Jungenspiele, wie z. B. Fußball, ihm zu körperbetont erschienen. Dementsprechend war seinerzeit auch jede Art von Kampf verboten und das Spiel körperlos.
Zwei Jahre später entwickelte der Turnlehrer Carl Schelenz (1890–1956) Heisers Spiel weiter und machte es auch für Jungen und Männer attraktiv, indem er Zweikämpfe erlaubte und den Ball verkleinerte, womit er das Werfen in den Vordergrund stellte. Auch führte er das Prellen ein. Die restlichen Grundlagen wie Spielfeld, Mannschaftsgröße und Schiedsrichter übernahm Schelenz praktischerweise vom Fußball. Daraufhin wurde Handball immer beliebter, und schnell bildeten sich erste Mannschaften. Im Jahr 1921 wurde schließlich die erste deutsche Meisterschaft ausgetragen, die der TSV 1860 Spandau gewann.
Das erste Handball-Länderspiel fand am 13. September 1925 in Halle an der Saale zwischen Deutschland und Österreich statt. Die österreichische Auswahl besiegte dabei Deutschland mit 6:3. 1928 wurde dann im Rahmen der Olympischen Spiele in Amsterdam der erste internationale Handballverband IAHF von den elf Ländern USA, Kanada, Dänemark, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Österreich, Schweden, Tschechoslowakei und Deutschland gegründet. In dieser Zeit wurde das Regelwerk erstmals offiziell festgelegt und vereinheitlicht. In der Zeit von 1922 bis 1933 wurden die Deutschen Handballmeisterschaften parallel von zwei verschiedenen Verbänden (Deutsche Sportbehörde und Deutsche Turnerschaft) ausgetragen, so dass es für jedes Jahr zwei deutsche Meister gab.
Olympisch war Feldhandball das erste und einzige Mal bei den Olympischen Sommerspielen 1936 in Berlin, aber auch nur auf Bestreben Adolf Hitlers hin, da Deutschland den Feldhandball zu dieser Zeit klar dominierte. Die deutsche Auswahl gewann dann auch im Endspiel gegen Österreich vor 100.000 Zuschauern, was bis heute weltweit als Zuschauerrekord für Handballspiele (Feld und Halle) gilt. Die ersten Weltmeisterschaften sowohl im Feld- als auch im Hallenhandball wurden 1938 in Berlin ausgetragen. Auch hier setzte sich in beiden Turnieren die deutsche Mannschaft durch.
Deutschlandlastige Artikel
Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Ländern zu schildern.
Nach dem Krieg musste die Organisation und Struktur des Handballs wieder aufgebaut werden, so wurde 1946 die International Handball Federation IHF und 1949 der Deutsche Handballbund DHB gegründet. Die ersten deutschen Nachkriegsmeisterschaften wurden bereits 1948 ausgetragen. Der Feldhandball entwickelte sich rasch weiter, was sicher auch mit der Vormachtstellung der deutschen Nationalmannschaft in Europa zusammenhing. So wurden 6 von 7 Weltmeisterschaften von deutschen Mannschaften gewonnen. Einer der besten und bekanntesten Spieler der damaligen Zeit war Bernhard Kempa, Erfinder des Kempa-Tricks.
Parallel zum Feldhandball entwickelte sich aber auch der Hallenhandball immer weiter. Treibende Kraft beim Gang in die Hallen waren vor allem die skandinavischen Länder, die aufgrund der klimatischen Bedingungen nach Möglichkeiten suchten, Taktik und Tempospiel voranzutreiben, ohne auf Wind, Wetter und Jahreszeiten Rücksicht nehmen zu müssen. Das Spiel wurde, nachdem die Regeln der neuen Umgebung angepasst wurden, sicherer, schneller und somit auch attraktiver. Trotz der anfänglich gleichen Behandlung von Hallen- und Feldhandball setzte sich der Hallenhandball immer mehr durch. Mit der Ernennung zur olympischen Disziplin im Jahr 1972 war endgültig, dass Feldhandball in Zukunft keine Rolle mehr spielen würde. So fanden dann auch 1975 die letzten Meisterschaften im Feldhandball statt, seither wurde Handball praktisch mit Hallenhandball gleichgesetzt. Internationale Meisterschaften fanden im Hallenhandball statt.
Der nächste Höhepunkt wird die Europameisterschaft 2008 in Norwegen sein. Die europaweit erfolgreichsten Handballvereine bei den Herren sind der FC Barcelona mit 12 Titeln in europäischen Wettbewerben und der VfL Gummersbach mit acht Titeln.
Verbreitung
Handball ist vor allem in Europa beliebt, außerhalb Europas ist Handball allerdings weniger populär. Größeren Zuspruch in nichteuropäischen Ländern genießt Handball beispielsweise in Nordafrika (vor allem Tunesien und Ägypten) und in Asien (vor allem Südkorea und Japan). Neuerdings findet das Spiel auch in arabischen Ländern (Katar) und in Teilen Südamerikas größere Verbreitung.
Auch in Europa ist Handball nicht überall gleich verbreitet. So ist er auf den britischen Inseln beispielsweise nahezu unbekannt, und in Belgien und Luxemburg spielt er ebenfalls keine große Rolle. Neben den Profi-Ligen in Deutschland, Österreich und der Schweiz wird Handball vor allem in Spanien, Frankreich, den mittel- und osteuropäischen Ländern, den Nachfolgestaaten Jugoslawiens und in Nordeuropa (Dänemark, Schweden, Island, Norwegen) gespielt.
Diese Verbreitung hat verschiedene Gründe. Zum einen ist Handball eine relativ junge Sportart, vor allem die heute fast ausschließlich betriebene Hallen-Variante. Daher waren in vielen Ländern andere Sportarten bereits sehr populär, als Handball gerade aufkam. Zum anderen setzt Hallenhandball das Vorhandensein von Sporthallen voraus. Dritter Punkt (und das Lieblingsargument der meisten Handballfans) ist, dass die Regeln im Handball z. B. im Vergleich zum Fußball, sowohl für die Spieler als auch für die Zuschauer komplizierter sind, zumal das Spielgeschehen sehr viel schneller ist. Hinzu kommt, dass sich Handball im angelsächsischen Raum nicht durchsetzen konnte (zum Beispiel in Nordamerika und Australien).
Doch auch aus „Handball-Entwicklungsländern“ finden immer wieder Spieler ihren Weg in europäische Spitzenligen. So spielen in der deutschen Bundesliga zum Beispiel Niederländer und Brasilianer. Die spanische Liga hat einige (Ex-)Kubaner zu bieten, die größtenteils inzwischen aber die spanische Staatsbürgerschaft angenommen haben und für die Spanische Nationalmannschaft spielen. Beim Handball ist dies – anders als beim Fußball – möglich. Während die FIFA Spieler, die für eine Nationalmannschaft gespielt haben, für alle anderen Nationalteams sperren, gibt es eine solche Regel bei der IHF nicht. Daher gibt es zahlreiche Spieler, die Länderspiele für zwei Nationen absolviert haben, zum Beispiel Bogdan Wenta für Polen und Deutschland, Andrej Klimovets für Weißrussland und Deutschland oder Talant Dujshebaev für Russland und Spanien.
Organisation
Der Handball in Europa ist in der European Handball Federation (EHF) organisiert, die wiederum ein Kontinentalverband der International Handball Federation (IHF) ist. Regeln und internationale Vereinbarungen werden in den meisten Fällen von der obersten Instanz beschlossen und wirken bis zur Basis. Ausnahmen des DHB, ÖHB oder SHV bzw. in den Regionalverbänden sind in bestimmten Bereichen dennoch möglich.
Bekannte deutsche Spielerpersönlichkeiten
* Hansi Schmidt
* Erhard Wunderlich
* Heiner Brand
* Kurt Klühspies
* Jo Deckarm
* Bernhard Kempa
* Stefan Kretzschmar
* Herbert Lübking
* Andreas Thiel
* Frank-Michael Wahl
* Henning Fritz
* Christian Schwarzer
Aktuelle Titelträger
Christian Zeitz im Trikot des THW Kiel
Christian Zeitz im Trikot des THW Kiel
Männer
* Deutscher Meister in der Saison 2006/07 und DHB-Pokalsieger wurde der THW Kiel.
* In Österreich errang A1 Bregenz in der Saison 2006/07 die Meisterschaft, den Pokalsieg sicherte sich Goldmanndruck Tulln.
* Schweizer Meister und auch Pokalsieger in der Saison 2006/07 wurden die Kadetten Schaffhausen.
Champions-League-Sieger 2007 wurde der THW Kiel. In einem rein deutschen Endspiel setzte sich die Mannschaft gegen die SG Flensburg-Handewitt durch und ist somit der zweite deutsche Titelträger nach dem SC Magdeburg, der 2002 siegte. Den Europapokal der Pokalsieger gewann der HSV Hamburg. EHF-Pokal-Sieger wurde der SC Magdeburg. Damit gingen alle drei großen europäischen Titel für Vereinsmannschaften nach Deutschland. Den Challenge-Cup gewann mit CS USM Reşiţa erneut ein rumänisches Team.
Den Olympiasieg in Athen 2004 errang Kroatien, im Spiel um die Goldmedaille wurde Deutschland mit 26:24 besiegt.
Bei der Handball-Europameisterschaft 2006 in der Schweiz errang Frankreich durch einen Sieg mit 31:23 über Spanien den Titel. Dritter wurde Dänemark, das im kleinen Finale Kroatien bezwang. Deutschland gewann das Spiel um Platz 5 gegen Russland und qualifizierte sich damit vorzeitig für die EM 2008 in Norwegen. Gastgeber Schweiz war bereits in der Vorrunde ausgeschieden.
Die Handball-Weltmeisterschaft fand im Jahr 2007 in Deutschland statt. Weltmeister wurde Deutschland, das im Finale Polen mit 29:24 besiegte. Dritter wurde Dänemark vor Frankreich.
Sprungwurf beim Frauenhandball
Sprungwurf beim Frauenhandball
Frauen
* Die Deutsche Meisterschaft errang in der Saison 2006/07 der 1. FC Nürnberg, den Pokal gewann der HC Leipzig.
* In Österreich errang Hypo Niederösterreich wie stets in der Vergangenheit auch 2006/07 erneut das Double aus Meisterschaft und Pokal.
* Schweizer Meister in der Saison 2006/07 wurde LC Brühl Handball St. Gallen, der Pokalsieg ging an den TSV St. Otmar St. Gallen.
Champions-League-Sieger 2007 ist Slagelse DT (DEN). Den Europapokal der Pokalsieger gewann CS Râmnicu Vâlcea (ROM). EHF-Pokal-Sieger ist Swesda Swenigorod (RUS), und den Challenge-Cup gewann HK Niš (SER).
Europameister 2006 ist Norwegen. Dänemark gewann in Athen 2004 die olympische Goldmedaille. Weltmeister 2005 wurde Russland.
Erstligavereine im deutschsprachigen Raum
Die Listen sollen nur Vereine enthalten, die in der jeweils obersten Spielklasse vertreten sind.
Deutschland
Ausklappen
Vereine in der deutschen Handball-Bundesliga 2007/08 (Herren)
HBW Balingen-Weilstetten | Füchse Berlin | TUSEM Essen | SG Flensburg-Handewitt | Frisch Auf! Göppingen | TV Großwallstadt | VfL Gummersbach | HSV Hamburg | THW Kiel | SG Kronau/Östringen | TBV Lemgo | SC Magdeburg | MT Melsungen | GWD Minden | TuS Nettelstedt-Lübbecke | HSG Nordhorn | HSG Wetzlar | Wilhelmshavener HV
Ausklappen
Vereine in der deutschen Handball-Bundesliga 2007/08 (Damen)
TV Beyeröhde | HSG Blomberg-Lippe | Buxtehuder SV | FHC Frankfurt/Oder | TSG Ketsch | HC Leipzig | Bayer 04 Leverkusen | 1. FC Nürnberg | VfL Oldenburg | HSG Sulzbach/Leidersbach | Thüringer HC | DJK/MJC Trier
Österreich
Männer
* Aon Fivers Margareten
* A1 Bregenz
* UHC Raika Gänserndorf
* HC Superfund Hard
* HIT Innsbruck
* HC Linz AG
* UHK Krems
* UHC Goldmanndruck Tulln
* ULZ Schwaz
* Wolfhose West Wien
Frauen
* Tecton WAT Atzgersdorf
* SSV Dornbirn/Schoren
* sportlights Korneuburg
* Hypo Niederösterreich 2
* Goldmanndruck Tulln WHA
* UHC Admira Landhaus (Wien)
* WAT Fünfhaus WHA (Wien)
* MGA Handball (Wien)
* McDonald’s Wiener Neustadt
Schweiz
Männer
* BSV Bern Muri
* TSV St. Otmar St. Gallen
* Kadetten Schaffhausen
* TV Suhr
* Wacker Thun
* Pfadi Winterthur
* Grasshopper-Club Zürich
* SG Chênois & Servette
Frauen
* TSV St. Otmar St. Gallen
* LC Brühl Handball St. Gallen
* TV Uster
* ZMC Amicitia Zürich
* LK Zug
* Spono Nottwil
* DHB Rotweiss Thun
* SG Basel Regio
Zweitligisten im deutschsprachigen Raum
Ausklappen
Vereine in der deutschen 2. Handball-Bundesliga Staffel Nord 2007/08
SG Achim/Baden | Ahlener SG | TSV Altenholz | TSV Anderten | OHV Aurich | SV Anhalt Bernburg | LHC Cottbus | Dessau-Roßlauer HV | TV Emsdetten | ASV Hamm | TSV Hannover-Burgdorf | Eintracht Hildesheim | SC Magdeburg II | HC Empor Rostock | SV Post Schwerin | TuS Spenge | Stralsunder HV | HSG Varel
Ausklappen
Vereine in der deutschen 2. Handball-Bundesliga Staffel Süd 2007/08
EHV Aue | Bergischer HC | SG Bietigheim-Metterzimmern | TV Bittenfeld | HSC 2000 Coburg | 1. SV Concordia Delitzsch | TSV Bayer Dormagen | HSG Düsseldorf | ThSV Eisenach | TSG Friesenheim | HSG Gensungen-Felsberg | TV Hüttenberg | TV Korschenbroich | TSG Münster | TUSPO Obernburg | HG Oftersheim/Schwetzingen | SG Wallau-Massenheim | TV Willstätt-Ortenau
Ausklappen
Vereine in der deutschen 2. Handball-Bundesliga Staffel Nord (Frauen) 2007/08
TSV Travemünde | MTV 1860 Altlandsberg | Borussia Dortmund | TuS Lintfort | SV BVG 49 Berlin | TSG Wismar | SVG Celle | TV Oyten | TSV Nord Harrislee | PSV Recklinghausen | SC Greven 09 | SV Union Halle-Neustadt | HSC 2000 Magdeburg
Ausklappen
Vereine in der deutschen 2. Handball-Bundesliga Staffel Süd (Frauen) 2007/08
HSG Bensheim/Auerbach | TuS Metzingen | TuS Weibern | SC Markranstädt | TV Mainzlar | BSV Sachsen Zwickau | VfL Waiblingen | TSG Ober-Eschbach | FA Göppingen | DJK St. Michael Marpingen | TV Nellingen | SV Allensbach
Siehe auch
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Portal: Handball – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Handball
* Handball in Deutschland
* Handball-Bundesliga (Deutschland)
* Deutscher Handballbund mit einer Liste der Regionalverbände
* Deutsche Handballmeister
* Schweizerischer Handball-Verband
* Swiss Handball League
* Handballregeln
* Schiedsrichter-Talentförderung (in der Schweiz)
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